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Lechtal

31.07.2017

Wo Westendorf jetzt ganz neue Seiten zeigt

Die Westendorfer Musikanten zu seiner Linken und die Fahnenabordnungen der Ortsvereine zu seiner Rechten. So feierlich umrahmt konnte Westendorfs Bürgermeister Steffen Richter seine Dankesworte an die Gäste richten, die sich direkt auf dem Dorfplatz versammelt haben, um die Brunnen herum standen und vom Pavillon aus den Worten des Rathaus-Chefs und der weiteren Redner lauschten.
Bild: Steffi Brand

In der Gemeinde gibt es jetzt einen Multifunktionsplatz und einen Dorfplatz. Um den gab es Diskussionen.

Bei der Einweihung lagen Geschichte und Zukunft, Melancholie und Freude in Westendorf nah beieinander. Die Gemeinde schloss ganz offiziell zwei Projekte der Dorferneuerung ab: die Umgestaltung des Dorfplatzes und des Multifunktionsplatzes. Beide Plätze sind bereits seit geraumer Zeit zu wichtigen Orten des dörflichen Lebens geworden – lange bevor zahlreiche Gratulanten sich auf dem Dorfplatz eingefunden hatten, zum Multifunktionsplatz gelaufen sind und lange bevor Pfarrer Andreas Jall in seiner letzten Amtshandlung im Ort den Segen über die beiden Plätze sprach.

Westendorfs Bürgermeister Steffen Richter hatte tief in den Archiven graben müssen, denn er selbst konnte erst die letzte Projektphase als Rathaus-Chef begleiten und hatte nun das Gefühl „sich mit fremden Federn zu schmücken“, wie er in seiner Rede erklärte. Was er bei seinen Recherchen fand, war unter anderem eine Rede von Westendorfs Altbürgermeister Simon Lipp, der im Jahr 1986 wohl an derselben Stelle gestanden haben muss wie Richter am vergangenen Freitagabend. Aus den Aufzeichnungen ging hervor, dass auch die Dorfplatzumgestaltung vor über 30 Jahren nicht auf die Zustimmung aller gestoßen sein muss. Und auch Richter erklärte in Lipp’schen Worten, dass auch diese Umgestaltung „nicht ganz geräuschfrei“ erfolgt sei.

Damals musste wegen der Umgestaltung das alte Schulhaus weichen, das direkt vor der Bühne gestanden haben muss, um die sich auch die Ehrengäste und die Westendorfer am Freitagnachmittag versammelt hatten. Bei der aktuellen Umgestaltung des Dorfplatzes gab es die meisten Diskussionen um die Verlegung des Kriegerdenkmals, das nun südlich des Kirchhofs seinen neuen Bestimmungsort gefunden hat. Einigkeit herrschte hingegen im aktuellen Gemeinderat zur Aufstellung des Pavillons und zur Einbindung der Spielgeräte, die, wie gewünscht, zur Belebung des Platzes beitragen. Die Liste derer, denen Richter seinen Dank aussprechen wollte, war noch länger als die der Gratulanten und Ehrengäste, die zum Festakt erschienen sind. Landtagsabgeordneter Georg Winter erklärte, wie wegweisend die Umgestaltungen waren, auch vor dem Hintergrund, dass sich junge Familien genau ansehen, wo sie sich niederlassen.

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Landrätin Anni Fries fand ebenfalls lobende Worte und erklärte: „Der neue Dorfplatz hat den Namen Mitte wirklich verdient.“ Auch verwies sie auf die nächste Station der Feierlichkeiten: Den nur 500 Meter entfernt liegenden Multifunktionsplatz, der zu 90 Prozent in ehrenamtlicher Leistung und damit von den Westendorfern für die Westendorfer gestaltet wurde. Eben dorthin wurde direkt gelaufen, angeführt von den Musikern, als Pfarrer Jall den Segen über den Dorfplatz gesprochen hatte und nur wenige Minuten später auch am Multifunktionsplatz angekommen, trat Westendorfs Bürgermeister erneut ans Rednerpult, erklärte aber gleich, dass die Bühne kleiner sei - und das Programm auch. Schließlich locke das Zelt, das der VfL Westendorf extra für die Feierlichkeiten einen Tag früher aufgebaut hat.

Was das Besondere des Platzes sei, fasste Richter im Zuge seiner Rede so in Worte: Es sei nicht nur die gelungene Gestaltung, sondern auch die bewusste Entscheidung für ein Grundstück für die Allgemeinheit. Hinzu komme das Engagement von 65 Ehrenamtlichen, die in 2500 Arbeitsstunden aktiv an der Gestaltung der Festwiese mitgewirkt haben.

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