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Second-Hand-Markt

13.01.2020

Zwei Faschingskostüme für unter zehn Euro

Sandra und Thomas Zeisberger sind mit Mia und Noah zum Secondhand Faschingsmarkt in die Pestalozzischule gekommen und fündig geworden.
Foto: Diana Zapf-Deniz

Wer sich in Gersthofen mit Verkleidungen eindeckte, unterstützte gleichzeitig einen guten Zweck

Die Faschingsbälle und Umzüge stehen vor der Tür, die fünfte Jahreszeit der Narren ist angebrochen und nun sind große und kleine Faschingsfans auf der Suche nach dem richtigen Kostüm. In Gersthofen fand zum fünften Mal ein großer Secondhand-Faschingsmarkt in der Aula der Pestalozzischule zugunsten der Aktion Hoffnung statt.

Denn eine ganze Familie jährlich karnevaltauglich einzukleiden ist für den einen oder anderen durchaus eine finanzielle Herausforderung. Insgesamt finden 47 Aktion Hoffnung Faschingsmärkte bayernweit statt. Rathaussprecherin Ann-Christin Joder organisiert den Markt mit und ist von dem Konzept sehr angetan: „Es ist nachhaltig, geldbeutel- und klimaschonend.“

In der Schule wuselte es nur so von Schnäppchenjägern. Während die einen gezielt nach Kostümen und Accessoires suchten, ließen sich andere vom Angebot inspirieren. Sandra und Thomas Zeisberger suchten Faschingskostüme für ihre Kinder Mia und Noah. Mia strahlte, als sie ein orientalisches Haremskostüm entdeckte: „Das möchte ich haben.“ „Noah möchte unbedingt als Polizist gehen“, erzählte der Papa. „Vielleicht gehe ich mit meinem Sohn auch im Partnerlook. Mal sehen, ob ich für mich auch noch etwas finde“, so Zeisberger. Die Mama wiederum geht einfach als Clown. Die passende Kopfbedeckung hatte sie schon gefunden. „Warum sollen wir jedes Jahr was Neues kaufen?“, findet die Familie, denn gebraucht täte es ganz genauso. Die Kinderoutfits haben sie beisammen, für weniger als zehn Euro.

Anja Ehinger aus Batzenhofen suchte gezielt nach Kleidung für die Sternsinger: „Ich gehe schon seit Jahren auf diese Faschingsflohmärkte und finde sie klasse.“ Doris Bosers Kinder Soraya und Laura waren ganz stolz auf ihre Ausbeute, ein plüschiges Kängurukostüm und ein Polizeidress. Tobias Leon Plabusch war mit Mutter Jowanka da. Er hatte eine Zarenjacke entdeckt und passend dazu eine Pelzimitatmütze. „Ich gehe als Russe.“ Mit seinen elf Jahren ist er ein echter Karnevalsfreund und ist aktiv bei der Kinder-Kolla mit dabei.

Der Flohmarkt ließ keine Wünsche offen. Es standen Umkleidekabinen und Spiegel zur Verfügung und die Kolpingsfamilie Gersthofen bot Kinderschminken und Kuchen an. Der Erlös des Faschingsverkaufs betrug 770 Euro und geht an ein Projekt im Südsudan.

Die Aktion Hoffnung ist eine Hilfsorganisation der Diözese Augsburg und unterstützt seit über 30 Jahren Entwicklungsprojekte. Die Arbeit wird durch das Sammeln von Secondhand-Kleidung und deren Vermarktung finanziert. Es ist bundesweit die einzige Hilfsorganisation, die mit dem Dachverband FairWertung den Verhaltenskodex für gemeinnützige Kleidersammlungen einhält. Dabei müssen folgende Kriterien erfüllt sein: gemeinnützig, verantwortlich, nachprüfbar, ökologisch und sozial.

Im Jahr 2019 unterstütze die Aktion Hoffnung Kinder und Jugendliche im Südsudan, die als Kindersoldaten gesetzt wurden oder ihre Eltern durch Bürgerkriege verloren haben.

Die Kleidersammelbehälter der Aktion Hoffnung tragen das FairWertung-Zertifikat.

Unterstützen kann man diese Gemeinnützigkeit zum einen, indem man die Kleidung nur in die Sammelbehälter der Aktion Hoffnung gibt, selbst Faschingsmärkte veranstaltet oder indem man Platz in der Größe von 1,44 qm für solch einen Behälter zur Verfügung stellt. (ddz)

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