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Diedorf: Perchten vertreiben das alte Jahr und den Winter

Diedorf

Perchten vertreiben das alte Jahr und den Winter

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    Am 5. Januar ziehen in Diedorf wieder Perchten, Träger von tiergesichtigen Masken, durch den Ort.
    Am 5. Januar ziehen in Diedorf wieder Perchten, Träger von tiergesichtigen Masken, durch den Ort. Foto: Andreas Lode (Archivbild)

    In Diedorf hat er fast schon Tradition, der alpenländisch angehauchte Perchtenlauf am Tag vor dem Dreikönigstag. Am Freitag, 5. Januar, um 17 Uhr, starten wieder 30 Teilnehmer mit tiergesichtigen alten Masken aus dem Maskenmuseum in der Lindenstraße 1 in Diedorf und ziehen, behängt mit laut dröhnenden Glockenguten, mit hüpfendem und stampfendem Schritt über die Lindenstraße bis zum Platz vor der Schmuttertalhalle. Dort können einem Neujahrsfeuer symbolisch die Sorgen und Nöte des alten Jahres übergeben werden. Zurück im Hof des Maskenmuseums, ist ab etwa 18 Uhr für ein Aufwärmen bei Glühwein, Kinderpunsch und Kräutertee gesorgt.

    Vermutlich hatte in der Vorstellungswelt der ersten sesshaften Menschen die Natur oder eine darin lenkende Göttinnengestalt zwei Seiten. Im Winter regierte sie als runzlige Greisin über die Verstorbenen der Unterwelt und die schlafende Natur. Wenn man sie im Frühjahr durch Glockenlärm, Stampftänze und Gesang aufwecken konnte, kam sie als schöne, junge Frau wieder hervor und brachte Blumen und sprießende Saat. So hat Frau Perchta auch im Theaterspiel der Maskenträger zwei Gesichter, eines zurück ins Dunkel für die Verstorbenen und eines nach vorn dem Licht entgegen. Perchtold führt die Tiergeister an und ist der Gehilfe der Muttergöttin. Allen Kindern schenkt er die Nüsse und Samen der Natur, damit sie sie noch im Winter einpflanzen können und im Frühjahr das frische Keimen erleben.

    Die Diedorfer Perchten sind nicht aggressiv

    „Man darf das Diedorfer Perchtenspektakel also auf gar keinen Fall mit den wilden, aggressiven Krampus-Teufel-Umzügen in Österreich und den Wüstklausen der Schweiz zusammen sehen“, betont der Gründer und Leiter des Maskenmuseums, Michael Stöhr. Freilich seien die alten Tiergeistermasken aus dem Maskenmuseum und einige selbst geschnitzte Fratzen ein wenig gruselig. Beim anschließenden Treffen im Innenhof des Maskemuseums könnten Kinder die Masken, die Fellkostüme und Glockengürtel als leblose, harmlose Holzstücke anschauen.

    Schnell Entschlossene, die gerne mit alten Masken aus dem Museum, mit Fellgewand und Schellengurt noch aktiv beim Maskenumzug mitmachen wollen, können sich noch ans Maskenmuseum wenden kostenlos das Equipment ausleihen. (AZ)

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