Dass in Meitingen Wohnraum geschaffen wird, ist kein Novum. Doch nun soll nicht etwa zwischen der Donauwörther Straße und der Werner-von-Siemens-Straße weitergebaut werden, wo ein Haus nach dem anderen entsteht. Stattdessen könnte eine Lücke geschlossen werden – und zwar direkt an der Hauptstraße. Ein Bauplakat steht bereits auf dem Grundstück, das im Ort als Miehler-Wiese bekannt ist. Eben diese Wiese befindet sich zwischen der Hauptstraße und den Bahngleisen, wird im Süden vom Feuerwehrhaus der Freiwilligen Feuerwehr Meitingen und im Norden vom Pfarrhaus und der neuen Personenunterführung begrenzt.
Was auf der Miehler-Wiese in Meitingen entstehen soll
„Aktuell sind wir dabei, das Grundstück aufzuplanen“, erklärt Robert Irsigler vom Bauunternehmen Stoll auf Rückfrage. Auf einem Teil der ehemaligen Miehler-Wiese sollen Gebäude für Büros, Praxen und eine gewerbliche Nutzung entstehen. Im vorderen Teil, also zur Hauptstraße hin, plant das Unternehmen Wohnungen zu errichten. Grundsätzlich entsprechen diese Ideen den Leitlinien der Gemeinde, erklärt Meitingens Bürgermeister Michael Higl und verweist auf den Flächennutzungsplan, in dem das Gebiet als Mischgebiet ausgewiesen ist.
Übersetzt bedeutet das: Die Gemeinde hat sich zur Erstellung des Flächennutzungsplans einst gedacht, dass ein Mix aus Wohnen, Handel und Gewerbe sich zwischen den Bahngleisen und der Hauptstraße gut machen würde. Eine offizielle Bauvoranfrage, die die Ideen des Bauunternehmens darlegt, sei im Rathaus noch nicht eingegangen, erklärt Higl. Jedoch liegen die aktuellen Ideen des Bauunternehmens gerade Seite an Seite mit den Plänen aus dem Ideenwettbewerb auf dem Tisch, die für das angrenzende Areal zwischen der Miehler-Wiese und dem Bahnhof einst aufgezeichnet wurden.
Zur Neuordnung des Areals wurde ein Wettbewerb ausgelobt
Unter dem Motto der städtebaulichen Neuordnung des Areals wurde damals ein Wettbewerb ausgelobt. Der Bau der Personenunterführung unter den Bahngleisen stellte dabei den Ausgangspunkt für die weitere Entwicklung des Areals nördlich der Miehler-Wiese dar. Für den Bereich östlich der Bahngleise stellte sich die Gemeinde einen „willkommensheißenden Charakter“ vor, heißt es in den Unterlagen rund um den Wettbewerb. Der erste Preis des Ideenwettbewerbs sieht östlich der Personenunterführung ein Gebäude vor, das ein Hotel oder Restaurant werden könnte. Zwischen diesem angedachten Neubau und dem Pfarrhaus wurde Platz für den Pfarrgarten eingeplant. Nördlich des möglichen Gastronomiebetriebs solle sich ein Bahnhofsplatz anschließen, in Richtung Bahngleise sieht der Entwurf eine Mobilitätsstation vor.
Was wird aus dem alten Bauhof?
Die Planungen des Ideenwettbewerbs sind baulich unabhängig davon, was auf der Miehler-Wiese entstehen soll, sollten aber inhaltlich natürlich zusammenpassen, erklärt Higl im Gespräch. Allerdings muss die Gemeinde nun zunächst einmal ihrerseits Vorbereitungen treffen, um die Entwicklung nördlich der Miehler-Wiese überhaupt erst möglich zu machen. Das heißt ganz konkret: Der alte Bauhof – das Gebäude, das sich noch zwischen Pfarrhaus und Personenunterführung befindet – muss weg.
Dafür müsse aber zunächst ausziehen, was dort noch gelagert ist – und zwar Equipment von Vereinen und der Freiwilligen Feuerwehr Meitingen. Das Haus der Floriansjünger wiederum muss zunächst einmal vergrößert werden, um alles unterzubekommen. Die Pläne stehen, im Haushalt sind für die Umbaumaßnahmen 500.000 Euro reserviert, erklärt der Meitinger Rathauschef und stellt die Erweiterung des Feuerwehrhauses für das kommende Jahr in Aussicht. Dann wird das alte Bauhofgebäude ein gutes Stück leerer. Ist es komplett ausgeräumt, kann es abgerissen werden, was Higl auch für das kommende Jahr plant. So könnte es Zug um mit den Planungen direkt nördlich der Miehler-Wiese weitergehen – im ersten Schritt zwischen Personenunterführung, im nächsten Schritt noch ein Stück weiter nördlich – dort, wo laut Ideenwettbewerb der Bahnhofsplatz entstehen soll.