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Jiu-Jitsu

22.10.2020

Corona verhindert ein großes Event

Die Prüflinge der Jiu-Jitsu-Abteilung des TSV Steppach hielten den durch Corona angesagten Abstand: (von links) Christoph und Matthias Bentele, Prüfer Daniel Miller und Sebastian Hörauf.
Bild: TSV Steppach

Gurtprüfungen finden spontan und in getrennten Gruppen statt

Zwar war der Trainingsbetrieb der japanischen Kampfkunst Jiu-Jitsu und des philippinischen Kali trotz Corona dank Outdoorgruppen und Online-Angebot auch in den Monaten März und April beim TSV Steppach nie vollständig unterbrochen – doch mit Körperkontakt durfte erst wieder ab etwa Mitte Juli trainiert werden. Während es nun einige Kampfkünstler – die aus Infektionsschutzgründen freiwillig mit maximal zwei anderen Sportlern trainieren – etwas langsamer angehen lassen wollten, arbeiteten mehrere Teilnehmer fleißig und konsequent auf die nächsten Gurtprüfungen hin. Die sollten nun am 24. Oktober stattfinden: mit allen anderen Mitgliedern und Zuschauern aus dem Freundes- und Familienkreis.

„Die Dynamik der letzten Tage hat verdeutlicht, dass eine derart große Prüfungsveranstaltung nicht nur verantwortungslos und unserer Vorbildrolle als Verein nicht gerecht würde, sondern mit hoher Wahrscheinlichkeit ohnehin nicht legal durchführbar wäre“, resümieren Dôjoleiter Daniel Miller und der stellvertretende Abteilungsleiter Lukas Höhnle ihre Entscheidungssituation Ende der letzten Woche, die zu einem ungewöhnlichen Schritt geführt hat: Die Prüfungen finden nun auf die vier angebotenen Trainingsveranstaltungen verteilt statt, sodass sich nicht nur die Teilnehmerzahl erheblich reduziert, sondern die Teilnehmer der verschiedenen Trainingsgruppen auch nicht untereinander vermischt werden. „Den Teilnehmern wird so zwar ein Event genommen, aber ich denke die Möglichkeit, die Prüfung nach der langen und intensiven Vorbereitung ablegen zu können, ist den Sportlern insgesamt das Wichtigste“, meint Lukas Höhnle.

Dass die Prüflinge die Prüfung nun einige Tage vor dem geplanten Termin ablegen mussten, steigert zwar die Nervosität, doch die ersten sechs Prüflinge haben laut dem Prüfer Daniel Miller (2. Dan Jiu-Jitsu, 1. Dan Kali u. a.) das anspruchsvolle Programm bereits mit beeindruckender Detailschärfe bewältigt und auch Aufgabenbereiche, welche sich aufgrund der Einschränkungen nur bedingt trainieren ließen mit Bravour gemeistert. Schon im Trainingsbetrieb lobte der DOSB-lizensierte Lehrer Miller das Engagement, mit dem sich auch die Erwachsenen in die Technikkategorien Würfe und Hebel stürzen, „obwohl sie aus dem typischen Draufgängeralter ja schon herausgewachsen sind – aber vielleicht werden sie ja durch ihre Kinder motiviert, die allesamt in unserer Kindergruppe trainieren“.

Auch nach knappen 20 Jahren Kampfkunst und über 30 Prüfungen habe Miller eine solche Prüfungswoche noch nie erlebt, aber „wenn das so weitergeht und alle Prüflinge eine dermaßen überdurchschnittliche Leistung ablegen, können wir diese Prüfung trotz der Umstände als vollen Erfolg verbuchen“. (AL)

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