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Fußball

26.06.2017

Ein Roboter sorgt für englischen Rasen

Platzwart Joachim Wink, Vorstandsvorsitzender Günter Wink und Robert Wink sind sehr zufrieden mit dem Mähroboter. Auf dem top gepflegten Rasen sollen sich auch die Neuzugänge des SSV Neumünster, Frank Schmuderer, Christoph Streil, Florian Hößle, Lukas Nenning, Matthias Neubauer, Philipp Banks, Lukas Otto, Stefan Neubauer (von links) wohlfühlen.
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Platzwart Joachim Wink, Vorstandsvorsitzender Günter Wink und Robert Wink sind sehr zufrieden mit dem Mähroboter. Auf dem top gepflegten Rasen sollen sich auch die Neuzugänge des SSV Neumünster, Frank Schmuderer, Christoph Streil, Florian Hößle, Lukas Nenning, Matthias Neubauer, Philipp Banks, Lukas Otto, Stefan Neubauer (von links) wohlfühlen.
Bild: SSV Neumünster

Auf dem Sportplatz des SSV Neumünster-Unterschöneberg sorgte ein unbekanntes Objekt für ein top-gepflegtes Grün. Auf dem sollen sich auch die Neuzugänge wohlfühlen

Wer einen spontanen Abstecher zum Sportplatz des SSV Neumünster-Unterschöneberg unternimmt, dem sticht auf dem satten Grün schnell ein unbekanntes Objekt ins Auge. Fast schon flüsterleise tuckert das Gerät über das Hauptfeld, der Rasen wird dabei auf die exakt vorgegebene Länge gestutzt. Nach getaner Arbeit verschwindet der kleine Helfer wieder in seiner Garage.

Aus eigener Gartenerfahrung weiß man: Rasenpflege erfordert Geduld, Zuwendung, Know-How, Anstrengung – und vor allem viel Zeit. Seit über 52 Jahren kümmert sich Joachim Wink um die Sportanlage in Neumünster. Schon früh morgens fährt der 76-Jährige von seinem Wohnhaus in Unterschöneberg zum Sportgelände und schaut sich den Zustand der Plätze genauestens an. Da jedoch fast täglich Trainings stattfinden, wird der Arbeitsaufwand immer größer. Das gilt für die meisten Vereine in der Region, bei denen oft nur ein einzelner Ehrenamtlicher für einen möglichst perfekten Rasen sorgen soll.

In Neumünster hat man deshalb einen anderen Weg eingeschlagen: Seit kurzer Zeit unterstützt ein Mähroboter den fleißigen Rentner, der sich fortan um andere wichtige Pflegeaufgaben kümmern kann. „Es war einfach eine Entlastung nötig“, sagt Enkel Robert Wink, der die „Roboter-Idee“ mitangestoßen hat. Der 25-Jährige studiert an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf Agrartechnik mit Schwerpunkt Marketing und schreibt aktuell seine Bachelorarbeit zum Thema „Wandel und Anforderungen bei der Sportplatzpflege - Potenzial von Mährobotern auf Sportplätzen“.

„Den Wandel kann man nicht verleugnen“, erklärt Robert Wink und meint damit vor allem die Sache mit dem Ehrenamt. Eine deutschlandweite Umfrage unter 115 Amateurklubs hat ergeben, dass Tätigkeiten wie Rasenmähen zu 70 Prozent von ehrenamtlichen Helfern übernommen werden. 75 Prozent dieser Helfer sind über 50 Jahre alt, 35 Prozent sogar zwischen 60 und 69, meist Rentner. Da jedes Sportgelände mindestens zwei Plätze hat und einmal Mähen pro Woche oft nicht ausreicht, fallen über zehn Arbeitsstunden an – eine Belastung, die viele nicht mehr auf sich nehmen können oder wollen.

Umso praktischer, wenn dann ein automatischer Mähroboter die Pflege des Hauptfeldes übernimmt. Um den 8000 Quadratmeter großen Platz herum liegen Begrenzungskabel, die im Boden verankert sind. Im eingeteilten Bereich fahren zwei Roboter vier Fünftel des Tages auf und ab und mähen im sogenannten „Chaos-Prinzip“, also querfeldein, was eine dichtere Grasnarbe und einen stabilen Rasen verspricht. Von zu Hause aus können die GPS-gesteuerten Geräte kontrolliert und neu eingerichtet werden – alles mit einer Art Smartphone. Geklaut werden kann der versicherte Apparat nicht – der Mäher ist PIN-Code gesichert und piept bei einem möglichen Diebstahlversuch.

Bei Robert Wink, der die Anlage in Neumünster installiert hat und persönlich betreut, hat sich fortan eine echte Leidenschaft entwickelt: Der Bachelorstudent gründete ein eigenes Unternehmen, mit dem passenden Namen Smart Gardening. „Eine echte Garagenfirma - die Mama kümmert sich um die Buchhaltung, der Papa ist Installateur und Hausmeister und der Bruder hilft im Marketing“, so Wink. Der 25-jährige Hobbyfußballer will sein Angebot auch auf fremde Plätze ausweiten und bei der Rasenpflege beratend zur Seite stehen. Ein großes Projekt steht dabei noch aus: Nicht nur das Mähen, sondern auch die Bewässerung soll künftig automatisch gesteuert werden. Mit einem Klick auf das Smartphone zum perfekten Englischen Rasen – im Sport und auch Zuhause. (ilia)

bei Robert Wink, Smart Gardening, 86450 Altenmünster, Telefon 0151 299 078 34

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