Startseite
Icon Pfeil nach unten
Augsburg Land
Icon Pfeil nach unten
Lokalsport
Icon Pfeil nach unten
Neusäß
Icon Pfeil nach unten

Fußball-Nachlese: Nicht jeder Aprilscherz ist auch ein Scherz

Fußball-Nachlese

Nicht jeder Aprilscherz ist auch ein Scherz

  • |
  • |
  • |
    Zu früh gefreut. Jonas Bäurle und Alexander Berchtenbreiter beglückwünschen Albin Memaj, den Schützen des 1:0 für den TSV Dinkelscherben.
    Zu früh gefreut. Jonas Bäurle und Alexander Berchtenbreiter beglückwünschen Albin Memaj, den Schützen des 1:0 für den TSV Dinkelscherben. Foto: Marcus Merk

    Manche Dinge kann man sich nicht ausdenken. Obwohl sich am 1. April viele Zeitgenossen bemüht hatten, ihren Gegenübern eine unglaubliche Story aufzutischen, um sie in den April zu schicken, schreibt doch das Leben die unglaublichsten Geschichten. „April, April“, hätte bestimmt auch Gregor Kobel gerne gerufen, als er im deutschen „Classico“ zwischen dem FC Bayern Münchenund Borussia Dortmund in der 13. Minute nach einem an und für sich harmlosen weiten Ball von Dayot Upamecanovorbei säbelte, sodass das Spielgerät zum 1:0 über die Linie kullerte. Das Spiel schlug von diesem Zeitpunkt eine völlig andere Richtung ein – der 4:2-Sieg der Bayern fiel am Ende ebenso souverän wie gnädig aus. 

    Auf dem Betzenberg tobt ein Hexenkessel

    An einen Aprilscherz dachten auch die Anhänger des 1. FC Heidenheim, die das Spiel beim 1. FC Kaiserslauternaus der Ferne verfolgten. Viele hatten wohl nach dem 2:0 und dem anstehenden Elfmeter in der 90. Minute schon ein Bierchen geöffnet. Doch es kam alles anders: In der an Dramatik nicht mehr zu überbietenden Nachspielzeit verschoss erst Tim Kleindienst den Strafstoß, ehe die Roten Teufel durch zwei Tore in der 93. und 95. Minute noch zum Ausgleich kamen. Der Hexenkessel auf dem Betzenberg tobte, die Heidenheimer mit dem Wertinger Stefan Schimmer in ihren Reihen wussten nicht, was ihnen da gerade widerfahren war.

    Während die Heidenheimer wenigstens noch mit einem Punkt nach Hause fuhren, musste sich der FC Horgauim Verfolgerduell beim VfR Jettingen mit 0:1 geschlagen geben, weil man in der Schlussphase beste Chancen nicht verwerten konnte. Im Gegensatz zum 2:0-Erfolg gegen den VfR Neuburg fehlte diesmal die Effektivität.

    Beim Heimspiel eben jenes VfR Neuburg gegen den FC Stätzlinggab es in der Schlussphase gleich mehrere Aprilscherze in Form von Roten Karten. Unmittelbar nach dem 1:2 kassierte FCS-Stürmer Iffarth die Rote Karte, weil er nach einem Zweikampf noch dem Gegenspieler das Bein stellte. Nach einer Roten Karte für den Neuburger Riedelsheimer beruhigten sich die Gemüter aufseiten der Gastgeber nicht mehr und Schiedsrichter Wirkner schickte auch noch Rutkowski und Ersatzkeeper Jozinovic mit Rot und Trainer Alexander Egenmit Gelb-Rot vorzeitig in die Kabine.

    Hoch her ging es auch in der hart geführten Partie zwischen dem SV Wörnitzstein-Berg und dem TSV Wertingen. Vor allem die zweite Halbzeit war geprägt von vielen Fouls und reichlich Strafen. Wertingens Max Knöpflehandelte sich eine Zeitstrafe ein, Wörnitzsteins Genrich Morasch sah die Rote Karte. Kurz darauf floss Blut, als der Wörnitzsteiner David Märtins am Boden liegend mit dem Stollen am Ohr erwischt wurde und ins Krankenhaus zum Nähen musste. In dieser Aktion wurde es dann unübersichtlich. SVW-Trainer Bernd Taglieberflog mit Gelb-Rot von der Bank und der Wertinger Marcel Mayrbekam die nächste Zeitstrafe.

    TSV Meitingen: Eklat bei der Altpapiersammlung

    Ganz entspannt konnte dagegen Torsten Vrazic, der Fußball-boss des TSV Meitingen, den Auftritt seiner Mannschaft beim TSV Aindlingverfolgen. „Wir haben hier nichts zu verlieren. Aindling steht unter Druck“, meinte er. Am Ende untermauerte der Spitzenreiter seine Stellung mit einem 3:0-Erfolg. Bei den Lechtalern war man am Tag trotzdem zum Scherzen aufgelegt. Auf Facebook teilten die Schwarz-Weißen mit, dass es bei der Altpapiersammlung am Samstag zu einem „Eklat“ gekommen sei. Ab sofort sei Martin Winkler nicht mehr Teil der Mannschaft. Abteilungsleiter Torsten Vrazichabe die Schnauze voll, vor allem nach der schlechten Leistung Winklers in Aindling, hieß es. Beim Blick auf das Datum dieser Nachricht wurde freilich schnell klar, dass es sich dabei wohl um einen Aprilscherz handeln musste. Demnach wird Winkler im Heimspiel am kommenden Donnerstagabend gegen den TSV Rain II für Meitingen wohl wieder mit von der Partie sein.

    Für die Bezirksligisten und Kreisligisten steht unmittelbar nach dem Besuch von König Charles in Deutschland eine englische Woche auf dem Programm, die am Gründonnerstag einen kompletten Spieltag bereithält. Zum Nachbarschaftsderby kommt es dabei auf dem Kaiserberg, wo der TSV Dinkelscherbenden TSV Ziemetshausenerwartet. Nachdem die Lila-Weißen im Spiel gegen den TSV Otto-beuren in der Nachspielzeit noch den 1:1-Ausgleich hinnehmen mussten, steht das Derby auch im Zeichen des Kampfes um den Klassenerhalt.

    Für den SV Cosmos Aystettenhat sich diesmal die Reise zum FC Thalhofengelohnt. Mit zwei Geschenken, die Maximilian Heckel und Raphael Marksteiner dankend annahmen, konnte man einen 2:0-Sieg mitbringen. Kein Aprilscherz: Da gleichzeitig der TSV Bobingen und der SV Egg an der Günz Federn lassen mussten, stehen die Schützlinge von Trainer Ivan Konjevicnun auf dem zweiten Tabellenplatz – nur noch vier Punkte hinter dem Spitzenreiter. Am Donnerstag haben es die Cosmonauten mit dem FC Oberstdorfzu tun, der gerade den SV Türkgücü Königsbrunn mit sage und schreibe 10:0 abgeschossen hat. Da dürften Tore garantiert sein.

    Abstand wird größer, Hoffnung wird kleiner

    An einen Aprilscherz dachte Gerhard Hildmann, der Trainer des TSV Gersthofen, als Schiedsrichter Lukas Schregle zwei Minuten vor Schluss die Rote Karte gegen seinen Spieler David Miller zückte. Er hatte eigentlich damit gerechnet, dass Florian Tremmel vom SC Oberweikertshofen, der Stefan Heger umgeschubst hatte, vom Platz fliegen würde. „Unablässig provoziert“ hätten die Oberbayern, an deren 3:0-Sieg es allerdings nichts zu mäkeln gab. „Wenn man da was holen will, müssen alle an einem Strang ziehen. Der Abstand wird größer, die Hoffnung auf den direkten Klassenerhalt wird kleiner“, fasst Hildmann die Gemütslage der Schwarz-Gelben zusammen. Am Ostersamstag steht nun das „Spitzenspiel im Süden der Tabelle“ beim SV Mering an, der die ersten vier Spiele in diesem Jahr allesamt verloren hat und ebenfalls auf einem der Relegationsplätze steht.

    Dass der TSV Zusmarshausengegen den FC Stätzling II drei Punkte geholt hat, ist ebenfalls kein Aprilscherz. Das Spiel selbst haben die Autobahner nämlich zum Start in die Frühjahrsrunde mit 1:3 verloren. Nun gab’s die Punkte am grünen Tisch, weil in der Bezirksliga-Reserve einige Spieler am Ball waren, die aufgrund von Einsätzen in der ersten Mannschaft nicht einsatzberechtigt waren.

    TSV Täfertingen träumt vom Aufstieg

    In der Kreisklasse Nordwest scheint eine Vorentscheidung gefallen. Nachdem der TSV Diedorfmit einem 3:0-Sieg die Alm gestürmt hat, dürfte für den TSV Leitershofen das Thema Aufstieg abgehakt sein. Die Kreisliga ebenfalls abschminken kann sich der SV Thierhaupten, der gegen den TSV Täfertingen mit 1:5 unter die Räder kam. Die Täfertinger selbst befinden sich im Flow. Bereits das erste Spiel hat man beim TSV Lützelburg mit 8:0 gewonnen. „Wir sind gut aus der Winterpause gekommen“, hat Sportdirektor Günter Stempfle eine gewisse Euphorie registriert. Nicht von ungefähr: sechs Spiele ungeschlagen, gegen Spitzenreiter TSV Welden zweimal unentschieden gespielt. Nur gegen den TSV Diedorf gab es die bisher einzige Saisonniederlage. Es muss kein Aprilscherz sein, wenn der TSV einen neuen Anlauf Richtung Aufstieg unternimmt. 

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein
    Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden