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Augsburg

07.01.2019

Als Starbucks noch das Café Königsbau war

Dieses alte Bild stammt aus dem Jahr 1934.
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Dieses alte Bild stammt aus dem Jahr 1934.
Bild: Sammlung Häußler

Im Sommer 2018 eröffnete Starbucks ein Café am Königsplatz in Augsburg. Eine Augsburgerin erinnert sich, wie sie dort im früheren Café Königsbau ihre große Liebe traf.

Als Elfriede Eckel erfahren hat, dass im Augsburger Königsbau, also dem ehemaligen K&L-Gebäude, die Kaffee-Kette Starbucks einzieht, stand für sie fest: Da will ich hin. Dabei ist Elfriede Eckel nicht zwingend die Kundin, die ins selbstgesetzte Zielpublikum von Starbucks passt.Eckel ist Rentnerin, 79 Jahre alt und hat es nicht unbedingt mit Restaurant-Ketten. Trotzdem hat es ihr die Filiale in Augsburg angetan. Und das hat einen Grund. Einen, der schon mehr als 60 Jahre zurückliegt.

Als Mädchen kam sie zum "Schauen" ins Café

Damals nämlich hatte Elfriede Eckel genau an der Stelle, wo heute Starbucks ist, das erste Date mit ihrem Mann – und zwar im Café Königsbau, das hier beheimatet war und in Augsburg als etwas ganz Besonderes galt. „An Einzelheiten kann ich mich nicht mehr erinnern, aber das Café hatte Charme, war toll beleuchtet, schön dekoriert. Wenn wir Mädchen hierhergekommen sind, dann haben wir einfach nur gestaunt“, beschreibt Eckel ihre Erinnerungen von damals. Umso enttäuschter ist sie bei ihrem ersten Starbucks-Besuch. „Ich dachte, es ist schön“, platzt es aus ihr heraus, als sie im ersten Stock durch die Tischreihen geht. „Das hat mit der offenen Decke und der kargen Einrichtung eher etwas von Industriehalle“, findet die Seniorin. Doch kaum hat sie an einem der Tische Platz genommen und ihren Cappuccino vor sich, findet sie sich in der Zeit wieder, als sie mit 17 oder 18 Jahren im Café Königsbau Gast war. „Es war etwas ganz Besonderes, aber auch sehr teuer hier. Wir Mädchen konnten uns als Schülerinnen oder später Auszubildende nichts leisten. Wir sind zum Schauen gekommen“, erzählt sie.

Ihr späterer Mann lieh sich extra Geld

Als sie 1957 ihren Mann kennenlernt, durfte sie aber doch an einem der Tische Platz nehmen und den Tanzboden nutzen, den es gab. „Mein Mann wollte mich damals beeindrucken, hat sich extra Geld von seiner Mutter geliehen, um mich ins Café Königsbau einzuladen“, freut sie sich noch heute über dieses Engagement. Eine Cola habe sie damals bestellt.

Weil das Geld für einen regelmäßigen Besuch im Café Königsbau nicht gereicht hat, hat sich Elfriede Eckel mit ihren Freunden eine Alternative gesucht. Das Café Eickmanns wurde zum Stammlokal. „Da war es auch geschmackvoll, es gab Klaviermusik und man konnte Tanzen. Dann haben wir uns für ein oder zwei Mark ein Glas Sekt bestellt und daran dann zwei Stunden lang genippt“, sagt sie lachend. Viele schöne Café-Häuser, Restaurants und Weinstuben habe es früher in der Stadt gegeben. Leider seien viele davon nicht mehr existent. Auch das Eickmanns gibt es nicht mehr. Heute ist Elfriede Eckel gerne im Café Pustet. „Da ist es heimelig und ich kann lesen“, sagt sie.

Starbucks: Die Einrichtung gefällt ihr nicht so gut

Dass der Besuch im Starbucks, was Ausstattung und Räumlichkeiten betrifft, für sie eher eine Enttäuschung war, nimmt die 79-Jährige gelassen. „Die Erinnerung an die alte Zeit ist da. Das ist gut so. Dass man diese Zeit aber nicht wiederholen kann, ist mir klar. Und den jungen Leuten, denen gefällt so etwas Modernes halt einfach besser.“

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