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Augsburg: Aktion: Unbekannte bringen Nistkästen an Stadtbäumen an

Augsburg

Aktion: Unbekannte bringen Nistkästen an Stadtbäumen an

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    Neue Nistkästen an Kastanien in der Oblatterwallstraße sorgten bei der Stadt Augsburg für Überraschung.
    Neue Nistkästen an Kastanien in der Oblatterwallstraße sorgten bei der Stadt Augsburg für Überraschung. Foto: Annette Zoepf

    Es war eine Aktion, die für Verwirrung sorgte. Unbekannte haben in den vergangenen Wochen und Monaten zahlreiche Nistkästen an Augsburger Stadtbäumen installiert. Bei der Stadt war man zunächst ratlos, von wem die Initiative ausging. Deshalb griff das Amt für Grünordnung zu einem ungewöhnlichen Mittel: Mit Zettel-Botschaften an betroffenen Bäumen wurde nach den Nistkasten-Bastlern gesucht.

    Aufmerksame Passanten entdeckten kürzlich am Spazierweg an der Oblatterwallstraße 16 nagelneu aussehende Vogelhäuschen. Sie waren an großen Bäumen angebracht worden, vor allem an Kastanien. Meise, Kleiber, Star und andere Höhlenbrüter dürften sich über die neuen Behausungen freuen. Denn sie sehen recht solide aus. Vorne haben die Holzhäuschen sogar ein Türchen zum Aufmachen, damit man sie nach der Brutzeit leicht reinigen kann.

    Nistkasten-Suchmeldung der Stadt Augsburg sorgt für Verwunderung

    Die Vogelfreunde, die hinter der Aktion stecken, haben viel Mühe aufgewendet. Sie dürften sogar eine Leiter mitgebracht haben, um die Nistkästen in einiger Höhe an den Kastanien aufzuhängen. „Das alles sieht sehr professionell aus“ , sagt eine Anwohnerin, die die Nisthilfen gut findet. Etwas anderes sorgte jedoch für Verwunderung. An einigen betroffenen Bäumen hat die Stadt Zettel mit einer Suchmeldung aufgehängt: „Wer hat die Nistkästen installiert? Bitte melden Sie sich.“ Darunter ist eine Telefonnummer und die E-Mail-Adresse des Amtes für Grünordnung und Naturschutz vermerkt. Leser unserer Zeitung fragen sich, was das zu bedeuten hat. Müssen die engagierten Tierfreunde womöglich mit einer Strafe rechnen?

    Wie Umweltreferent Reiner Erben (Grüne) auf Anfrage mitteilt, waren die zunächst unbekannten Vogelfreunde in den vergangenen Wochen und Monaten nicht nur an der Oblaterwallstraße aktiv, sondern an mehreren Stellen im Stadtgebiet. Das Amt für Grünordnung habe deshalb an verschiedenen Stellen nach den Initiatoren der Nistkästen gefragt. „Inzwischen sind mehrere Ansprechpartner genannt worden, die nach und nach angeschrieben werden“, so Erben. Nach bisherigen Erkenntnissen handele es sich um einzelne, nicht organisierte Naturschutzfreunde.

    Referent: Es gibt keine Strafen für das Aufhängen der Nistkästen

    Das Grünamt ist für den Unterhalt und die Verkehrssicherheit der öffentlichen Bäume verantwortlich. Deshalb soll nach Angaben des Referenten zunächst ermittelt werden, wer für welche Kästen verantwortlich ist. Im zweiten Schritt sollen dann nochmals alle Beteiligten angeschrieben werden, um für die Zukunft zu vereinbaren, wie und wo Nistkästen aufgehängt werden können.

    Passanten entdeckten kürzlich rund 16 Nistkästen unbekannter Herkunft an der Oblatterwallstraße.  Auch in anderen Stadtteilen haben Unbekannte Nisthilfen aufgehängt.
    Passanten entdeckten kürzlich rund 16 Nistkästen unbekannter Herkunft an der Oblatterwallstraße. Auch in anderen Stadtteilen haben Unbekannte Nisthilfen aufgehängt. Foto: Annette Zoepf

    Offenbar ist man mit der Aktion, so wie sie bislang läuft, im Amt noch nicht ganz glücklich. Erben betont jedoch, „selbstverständlich drohen den engagierten Naturfreundinnen und -freunden keine Strafen und wir werden auch die Kästen nicht entfernen“. Sinnvoll sei jedoch, dass die Brutkästen aus Artenschutzgründen regelmäßig gewartet und gesäubert werden. Auch dürfe die Aufhängung nicht „baumschädigend“ erfolgen.

    Erben zufolge sollen solche Aktionen auch nicht verhindert, sondern unterstützt werden. Lebensraumangebote für Tiere und Pflanzen würden die Artenvielfalt und das Naturverständnis fördern. Die Hinweiszettel an den Bäumen sollen in den kommenden Wochen wieder entfernt werden, da es schon einige Rückmeldungen gegeben habe. Bei der Umweltverwaltung hofft man jedoch, dass die gut gemeinten Aktionen künftig mit der Stadt abgestimmt werden. Naturfreunde, die Nistkästen an städtischen Bäumen befestigen möchten, werden gebeten, sich vorab mit dem Amt in Verbindung setzen. So sollen geeignete Plätze gefunden werden und die Art der Befestigung verträglich für Bäume erfolgen.

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