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Augsburg: Die Maske als Mode-Accessoire in der Corona-Pandemie?

Augsburg

Die Maske als Mode-Accessoire in der Corona-Pandemie?

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    Niko Kanelakis vom Verein aux.impact überreicht Masken an Pia Haertinger vom SKM.
    Niko Kanelakis vom Verein aux.impact überreicht Masken an Pia Haertinger vom SKM. Foto: privat

    Das Augsburger Start-up Heaters bringt normalerweise Streetwear auf den Markt: Shirts, Shorts und unter anderem auch Sweater. In den vergangenen Wochen haben sie ein ganz anderes Produkt in ihre Angebotspalette mit aufgenommen: Masken. Sie gehören zu den Unternehmen, die in die Produktion eingestiegen sind.

    Burak Kücük, einer der Gründer von Heaters, erklärt die Idee dahinter: „Wir wollten beweisen, dass nachhaltige Masken nicht teuer sein müssen.“ Mithilfe ihres Produktionsnetzwerks, das sie auch für die Herstellung ihrer Mode nutzen, sei es ihnen nun möglich, große Mengen zu produzieren, erzählt er. „Aktuell arbeiten wir Bestellungen von insgesamt 70.000 Masken ab“, so Kücük. Das meiste davon seien Aufträge von Firmen, die dann beispielsweise ihr Logo auf die Maske drucken würden. Kücük ist sich sicher, dass das kreative Potenzial bei den Masken noch nicht ausgeschöpft ist. „Wir haben schon gesagt, das ist jetzt das Mode-Accessoire 2020 und vermutlich auch 2021.“

    Mundschutz: Modische Masken aus Augsburg

    Ähnlich denkt man bei der Augsburger Textilfirma Trico. Das Traditionsunternehmen gibt es seit 1919. Eigentlich werden dort in Handarbeit Krawatten, Schleifen, Westen, Langschals und Tücher gefertigt, doch seit einigen Wochen wurden auch hier aufgrund der Versorgungsengpässe durch die Corona-Krise Gesichtsmasken ins Sortiment mit aufgenommen. Zwar mache nach wie vor die medizinische Variante in Weiß einen Großteil der Produktion aus, doch es werden nun verstärkt auch farbige Masken nachgefragt, berichtet Margot Doser, Chefin von Trico. „Zu dem reinen Schutzgedanken ist inzwischen eben auch der Modegedanke hinzugekommen“, sagt sie.

    Das Unternehmen Trico steigt in die Maskenproduktion ein.
    Das Unternehmen Trico steigt in die Maskenproduktion ein. Foto: privat

    Mittlerweile produziere das Unternehmen auch Masken aus Seide – beispielsweise für Hochzeiten. „Viele wünschen sich zu ihrer normalen Bestellung eine Maske, die dann zur Fliege passt.“ Sie hofft, dass die Masken ihrem Unternehmen als zusätzliches Standbein bleiben.

    Einem Augsburger Verein geht es nicht um Mode-Masken

    Während für viele der Masken-kauf zur Modefrage geworden ist, ist er für andere vor allem eins: eine finanzielle Belastung. Darum hat sich Anfang April mit „aux.impact“ ein neuer sozialer Verein gegründet. Die Idee sei im Freundeskreis entstanden, erzählt Nico Kanelakis, Vorsitzender von aux.impact. „Wir kamen auf das Masken-Thema zu sprechen und da haben wir gemerkt, dass einige Gruppen unter den Tisch fallen werden“, sagt er. Wer selbst nicht nähen könne, sei darauf angewiesen, eine Maske zu kaufen. Dies sei eine erhebliche Belastung, beispielsweise für Familien, die von Hartz IV leben, so Kanelakis.

    Um zu helfen gründeten sie kurzerhand einen eigenen Verein per Videokonferenz. Dieser sammelt über mehrere Plattformen Spenden ein und gibt die Masken dann bei Änderungsschneidereien in Auftrag. Kanelakis: „Es schien uns einfach sinnvoller, das von Profis machen zu lassen. Ein positiver Nebeneffekt ist zudem, dass wir damit lokale Änderungsschneidereien unterstützen, die ja auch eine Zeit wegen Corona geschlossen waren.“

    Masken aus Augsburg für den guten Zweck

    Die fertigen Masken werden vom Verein eingesammelt und an soziale Einrichtungen, wie dem Katholischen Verband für Soziale Dienste (SKM) oder die Drogenhilfe übergeben. Diese übernehmen die Verteilung an die Bedürftigen. „Die kennen ihre Leute und wissen, wo es brennt“, sagt Kanelakis. Nach Angaben des Vereins wurden bisher 300 Einwegmasken und 170 Stoffmasken verteilt, 5000 Masken sind das selbst ausgegebene Ziel.

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