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Augsburg
28.06.2019

Die sonnengelbe Tonne kommt: Was da jetzt rein darf

Man könnte glauben, die neue Wertstofftonne ist orange. Ist sie aber nicht: Sonnengelb ist der Farbton.
Foto: Ruth Plössel

Die Stadt Augsburg ändert zum Jahreswechsel das Müllsystem. Partner ist das Duale System Deutschland. Auf was sich Bürger einstellen müssen.

Die Gelbe Tonne ist in Augsburg seit vielen Jahren eingeführt. In ihr landen Verpackungen und Plastik. Im Rhythmus von drei Wochen wird sie geleert. Ab kommenden Jahr gilt für alle Haushalte eine neue Regelung: Die Gelbe Tonne wird in ihrer bisherigen Form ausrangiert. Das betrifft Inhalt und Farbe.

Die Gelbe Tonne wird zur Wertstofftonne. Es dürfen auch Kunststoffe und Metalle eingeworfen werden. Wertstoffe, die bislang an Wertstoffhöfen und Wertstoffinseln abgeliefert werden. Für den Bürger ist dies somit ein deutlich kürzerer Weg der Entsorgung. Zusätzliche Kosten sind nicht verbunden. Die Abfallgebühren werden nicht erhöht. Dies hat Umweltreferent Reiner Erben (Grüne) am Freitag betont, als das neue Müllkonzept vorgestellt wurde.

Um die Neuregelung optisch zu unterstreichen, bekommt die Wertstofftonne einen anderen Farbanstrich. Sie ist nicht mehr gelb. Auf den ersten Blick wirkt sie orange, dieser Eindruck trügt. „Sonnengelb“ nennt Georg Holder, Leiter der städtischen Abfallwirtschaft (AWS), den Farbton.

Sonnengelbe Tonne: Die Abholzeiten ändern sich

Verständlich wird diese Farbgebung durch die Zusammenarbeit der beiden beteiligten Vertragspartner. Der AWS steht in der Außenwirkung für orange. So sehen die städtischen Müllfahrzeuge aus. Beteiligt am Vertragskonstrukt ist zudem das Unternehmen „Der Grüne Punkt – Duales System Deutschland“. Dahinter steht der Betreiber des verbreitetsten deutschen Mülltrennungssystems. Die Gelbe Tonne ist mit dem Dualen System in Verbindung zu bringen.

Aus der Kombination von Gelb und Orange ist nun Sonnengelb geworden. Wichtiger als die Farbe ist für die Bürger allerdings eine andere Neuerung, die mit dem neuen System verbunden ist. Da davon auszugehen ist, dass die sonnengelben Wertstofftonnen schneller gefüllt sind, gibt es künftig eine zweiwöchige Abholung. In die Tonne dürfen zum Beispiel Schrauben, Pfannen und Töpfe geworfen werden. Zu Hartkunststoffen, die ebenfalls auf diese Weise entsorgt werden können, zählen Brotboxen, Kinderspielzeug und Eimer.

Hinter der Neuregelung steckt eine umweltpolitische Botschaft: Die Stadt will mehr Wertstoffe im ökologischen Kreislauf halten. Denn Wertstoffe, die bislang im Hausmüll landen, sind verloren. Sie kommen in die Müllverbrennungsanlage. Es sind nach Einschätzung der Stadt jährlich 1560 Tonnen. Der Anteil ist deshalb gestiegen, weil immer mehr Bürger den Müll nicht ordentlich trennen.

Die Wertstoffpunkte bleiben aber

Dass die Stadt bei den Wertstoffen bereits auf ein Konzept von Wertstoffpunkten und Wertstoffinseln setzt, sieht Erben nicht als Problem: „Sie können eine Wertstofftonne nicht ersetzen.“ Wertstoffinseln und Wertstoffpunkte bleiben bestehen. Im Stadtgebiet gibt es bald einen dritten Wertstoffpunkt. Ende des Jahres soll der Bau in Haunstetten fertig sein. Die Arbeiten sind im Zeitplan.

Da Stadt Augsburg und Duales System Deutschland zusammenarbeiten, gibt es eine geografische Aufteilung, wer in welchen Gebieten zum Einsatz kommt. Der Lech ist dabei die natürliche Grenze. Lechhausen, Hochzoll, Firnhaberau und Hammerschmiede gehören zum Einzugsbereich der Stadt. Prozentual liegt dieser Anteil bei 23 Prozent des Gesamtgebiets.

Die neue Wertstofftonne ist keine Erfindung in Augsburg. In Mannheim und Berlin ist sie bereits eingeführt worden.

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Die Diskussion ist geschlossen.

29.06.2019

Meine Kritik bezieht sich nicht auf " das Mülltrennen als Solches" - sondern auf den Ort des Mülltrennens !

Die gesamte Mülltrennung kann heute - aufgrund der technischen Möglichkeiten allein bei der Müllverwertungsanlage erfolgen . Dort kann genauso der noch wiederverwertbare Müll vom thermisch verwertbaren Müll getrennt werden .

Diese treudeutsche Trennerei in 4-5 Tonnen ist nichts Anderes als der "Naturschutz-Ablaßhandel" , dem die Deutschen sowieso schon mit einer geradezu erotischen Zuneigung huldigen .

Daß nicht gut genug getrennt wird stimmt darüberhinaus auch nicht : Teilweise müssen den Müllverbrennungsanlagen sogar - vorher getrenntes-Altpapier und Schweröle wieder zugeführt werden , damit die Verbrennungsmasse die Temperaturen erreicht , unter denen so gut wie keine Schadstoffe mehr entstehen .

Und ich wage zu behaupten , daß der gesamte Kraftstoffverbrauch und Dieselausstoß der 5 Lkws , die pro Haushalt für 5 vetschiedene Trennungsbehälter anfahren müssen , weitaus fraglicher und vorallem völlig unnötig ist .

Die persönliche Mülltrennerei ist für die Deutschen zu einem Fetisch geworden !



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28.06.2019

"Mülltrennung" - nach dem heutigen Stand der Technik kann dies alles erst bei der Müllverbrennungsanlage erfolgen .
Aber der deutsche Michl fühlt sich ja wohl dabei , wenn er selbst jeden Joghurt-Becher - natürlich schön abgespült und abgetrocknet- in der Heiligen Gelben Tonne zu seiner Letzten Ruhe betten darf.

Mehr als die Hälfte des Inhalts der Heiligen Gelben Tonne wird von den Sammelstellen wieder zurück zu den Verbrennungsanlagen gefahren . Bestenfalls .Oder nach Afrika verschifft. Die dabei erzeugte Energieverschwendung interessiert unsere grünen Weltenretter aber nicht besonders - ganz im Gegensatz zu dem Urlaubsflug , den sich hart arbeitende Menschen - die ja die Steuern in siesem Land zahlen - verdient haben

Die treu-deutsche Mülltrennerei ist nichts Anderes als ganz großer Mist . Es würde völlig reichen , Alles in eine Tonne zu werfen und das Wenige , was wirklich wiederverwertet werden kann , bei der Müllverbrennungsanlage auszusortieren .

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29.06.2019

Mülltrennen ist schon sinnvoll. Der Inhalt der braunen Tonne wird kompostiert. Papier wird wieder aufbereitet. Und je besser Plastikmüll getrennt ist, umso leichter kann auch er recycelt werden. Nicht die Mülltrennung ist das Problem - dass sie nicht gut genug erfolgt ist es.

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29.06.2019

Maja S.
Ihr Kommentar zeigt, dass sie sich garnicht mit der Weiterverarbeitung von Müll auskennen (das ist ja auch völlig verständlich, wenn man mit der Branche nichts zu tun hat, deshalb: nicht böse gemeint!).

Aber Maria T. hat da völlig recht.
Der Müll wird in der Anlage sowieso nochmal maschinell sortiert, da niemals eine perfekte Trennung vorliegen wird. Das bedeutet der gesamte Müll geht sowieso durch den Sortierungsprozess.

Nun ist die Umweltverfahrenstechnik gut ausgereift und man kann mittlerweile z.B. durch Optasortierung (optische Erkennung und dann Trennung durch Druckluft) Teilchen über 0,5mm mit großer Genauigkeit nach Farbe, Form und Material sortieren.

Deshalb ist es doch wesentlich sinnvoller vor Ort nach späterem Verwendungszweck zu trennen.

Die einzige Ausnahme sehe ich beim Papier- und Biomüll, da diese direkt so weiterverarbeitet werden.

Es ist also sinnvoller in einen modernen Müllwirtschaftskreislauf zu investieren, anstatt mit mittelalterlichen Methoden händische zu sortieren (was sowieso niemals die erforderliche Reinheit bringen wird, da der gemeine Bürger sich ja nicht mit den Werkstoffen auskennt. (Als Beispiel verschiedene kunstoffsorten Polyester, Polypropylene, Polystyrol, usw.) diese aber zur Weiterverarbeitung (rezyklieren) zwingend getrennt werden müssen.

Bei Augsburg steht beispielsweise eine der weltweit modernsten Versuchsanlagen zur automatischen Trennung von ausgemusterten Solaranalgen. Die Anlage steht leider still, weil der Einkauf der Rohstoffe im Ausland viel zu günstig ist und man den Müll wesentlich billiger im Ausland (mit völlig ungewisser Verbringung) entsorgt wird.

Hier braucht es einen äußerst kompetenten politischen Ansatz mit einem Experten Team aus Ingenieuren und Verfahrenstechnikern und keine Grünen Ideologien. Dann können wir endlich statt von Müll, von Rohstoffen sprechen.

Beste Grüße
Michael

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29.06.2019

»(Als Beispiel verschiedene kunstoffsorten Polyester, Polypropylene, Polystyrol, usw.) diese aber zur Weiterverarbeitung (rezyklieren) zwingend getrennt werden müssen.«

Naja, wer ein bisschen Ahnung von Polymerchemie hat, der wird Ihnen auch ganz schnell sagen können, dass es mit dem Recyclieren von genau jenen Materialien nicht all zu weit her ist. Dazu müsste eine Qualität der Sortenreinheit erreicht werden, die auch in den besten Sortieranlagen nicht gegeben ist. Man kann's trotzdem so angehen, wird aber immer minderwertiges Material dabei erhalten. Die Realität ist daher gerade bei Polymeren, dass die eben doch wieder »Energierecyclet« werden, aka verbrannt.

Genau deshalb ist es eben auch so wichtig, Plastik zu vermeiden, wo es geht. Weil man es a) nicht wirklich gut wiederverwenden kann und es b) eben sonst schlecht abgebaut werden kann. Bestenfalls versucht man es mit Cracking und chemischem Neuaufbau. Da geht wenigstens kaum Material flöten. Aber das verlangt so viel Aufwand, dass es gegen Erdöl aus dem Boden pumpen (noch nicht) anstinken kann. Das ist nämlich immer noch billiger, ökonomisch wie energetisch.

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28.06.2019

Starker Artikel, richtig informativ (Ironie aus). Die für Verbraucher wichtigsten Fragen bleiben unbeantwortet: Werden die alten Tonnen entsorgt und durch neue andersfarbige ersetzt? Wenn ja, warum kann man nicht einfach einen Aufkleber verschicken? Wäre wohl die einfachere und umweltschonendere Variante. Den meisten Menschen wird die Farbe ihrer Mülltonne wohl ziemlich egal sein.

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29.06.2019

Man braucht neue Tonnen, weil die alten gelben vermutlich das Metallgewicht nicht aushalten. Aber warum, um Himmels Willen, muss man jetzt Metall in den Kunststoff, der zu 50 Prozent in die Müllverbrennung geht, mischen?

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