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Kino

27.07.2017

Augsburger begegnet seinem Idol Bud Spencer auf der Leinwand

Jetzt ist er selbst ein Kinostar: Der Augsburger Fan Marcus Zölch (links) stellte mit Produzent Thomas Král den Bud-Spencer-Film im Thalia vor.
Bild: Wolfgang Diekamp

Der Augsburger Vollblutfan Marcus Zölch spielt in "Sie nannten ihn Spencer" eine Hauptrolle. Bei den Dreharbeiten traf er nicht nur Bud Spencer, sondern auch dessen Wegbegleiter.

„Dieser Film ist mit Herzblut gemacht worden“, versichert Marcus Zölch. Der Augsburger, dessen Kindheit und Jugend maßgeblich durch die herzhafte und wahrlich schlagkräftige Komik der Filme des Duos Bud Spencer und Terence Hill geprägt wurde, ist ein Vollblutfan der beiden sympathischen Haudrauf-Helden der 1970er und 80er Jahre. Jetzt ist Marcus Zölch selber als Kinoheld zu sehen im Film „Sie nannten ihn Spencer“, einer liebenswerten Huldigung an das Kindheitsidol, die der Österreicher Karl-Martin Pold gedreht hat.

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Im Thalia wurde das cineastische Denkmal für den 2016 verstorbenen Bud Spencer am Dienstagabend mit stürmischem Applaus gefeiert. Eigentlich sollte der Film, den Marcus Zölch und Produzent Thomas Král vorstellten, draußen beim Lechflimmern gezeigt werden. Aber dort stürmte der Regen.

Der Dokumentarfilm „Sie nannten ihn Spencer“ schickt ein ungleiches Duo roadmovie-mäßig auf die Reise zu Bud Spencer: Sowohl für Marcus Zölch als auch für den von Geburt an blinden Berliner Jorgo Papasoglou hatten die Spencer/Hill- Filme mit ihrer positiven Botschaft heilsame Wirkung.

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Jorgo erfreuten die flotten Sprüche der deutschen Synchronfassungen und die Musik, die er gekonnt auf seinem Akkordeon nachzuspielen versteht, während Marcus nach einem Skiunfall mit Genickbruch dank der Spencer/Hill-Komödien wieder Lebensmut schöpfte und neu lachen lernte.

In „Sie nannten ihn Spencer“ machen sie sich gemeinsam auf den Weg, um ihr Idol in Rom leibhaftig sehen zu können. Für Marcus, der im Film mit seinem blinden Begleiter in einem VW-Bus von Augsburg über Berlin, Paris und Toulouse nach Rom reist, ging mit dem Treffen mit Bud Spencer ein Traum in Erfüllung. Freilich ist der Augsburger Fan seinem Helden – anders als im Film – bereits zuvor mehrmals begegnet. Ein bisschen Flunkern und Tricksen muss bei einem Film über das Schlitzohr Bud Spencer erlaubt sein…

 "Sie nannten ihn Spencer" sei keine normale Dokumentation

Bud Spencer alias Carlo Pedersoli „ist einfach das Idol meiner Kindheit“, bekannte Marcus. „Er ist auf allen fünf Kontinenten bekannt. Zu seinen Fans zählen auch Hollywood-Größen wie Russell Crowe oder Quentin Tarantino, der in seinem Kino immer wieder Filme des Duos zeigt.“ Polds Kinofilm liefert zahlreiche biografische Informationen über den vielseitigen Olympiaschwimmer, Jurastudenten, Textilunternehmer, Piloten, Komponisten und Erfinder Carlo Pedersoli.

„Das ist keine normale Dokumentation“, sagte Produzent Král. „Wir machen eigentlich Spielfilme. Das Projekt hat mich vom Thema und von der Machart her interessiert, weil man hier freier als bei einer üblichen Doku ist und viel Fiktives einbauen konnte.“

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7 Bilder
Bud Spencer - sein Leben in Bildern
Bild: dpa

Dass es noch heute weltweit Millionen Anhänger der beiden ungleichen Partner gibt, „hat auch mich, der nicht zu den eingefleischten Fans zählt, tief beeindruckt“, sagte Král. „Es hat mich überrascht, dass auch die heutigen Kinder, zum Beispiel mein fünfeinhalbjähriger Sohn, Bud Spencer kennen und lieben.“

Und Marcus Zölch fügte hinzu: „Welcher Schauspieler außer Bud Spencer wird schließlich im Fernsehen 24 Stunden am Stück gezeigt? Die Filme mit Hill und Spencer vermitteln die Botschaft, dass im Leben einiges schiefgehen kann, man sich aber nicht unterkriegen lassen sollte. Und am Ende unterliegen wie im Märchen die Bösen.“

Letztes Treffen mit Bud Spencer ist eine bewegende Erinnerung für Marcus Zölch

Und was hat Marcus an „Sie nannten ihn Spencer“ besonders gefallen? „Die Begegnung mit den alten Haudegen aus den Filmen war natürlich ein besonderes Erlebnis“, erklärte der Augsburger. Buds unzertrennlicher Freund und Filmpartner Terence Hill alias Mario Girotti, Synchronsprecher Rainer Brandt, legendäre Stuntmen wie „Silberpappel“ Riccardo Pizzuti, der Bud Spencers Dampfhammer besonders oft und schmerzhaft erleiden musste, die Komponisten Franco Micalizzi sowie Guido und Maurizio De Angelis (Oliver Onions) und viele weitere Zeitzeugen sind im Film zu sehen.

Ehe es es zur Begegnung mit dem großen Bud höchst selbst kam. „Als wir zwei von ihm in seiner Wohnung empfangen werden, sind das die letzten Filmaufnahmen mit Bud Spencer“, wusste Marcus im Thalia. „Er war eine offene Person, begeisterungsfähig und liberal. Es bewegt mich jedes Mal aufs Neue, wenn er sich im Film von uns verabschiedet und sich die Tür zwischen uns schließt.“

Zustande kam der Dokumentarfilm unterstützt durch das Geld von Fans aus aller Welt. „Es ist ein No-Budget-Film“, sagte Thomas Král, „der durch eine Crowdfunding-Kampagne refinanziert wurde.“ Er sei stolz darauf, „dass wir jetzt einen zweistündigen Film in die Kinos bringen können. Es ist kein reiner Fan-Film, sondern ein Film für die ganze Familie“. In Dresden am Elbufer seien 3000 Fans begeistert gewesen.

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