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Augsburg

19.09.2014

Augsburgs Kantinen locken mit modernen Konzepten

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Speisen über den Dächern von Augsburg: Das ist in der Kantine im städtischen Verwaltungsgebäude an der Blauen Kappe möglich. Die Aussichten an schönen Tagen sind beeindruckend. Die neuen Betreiber wollen sich jetzt einen Kundenstamm aufbauen, der auch von außerhalb kommt.
Bild: Annette Zoepf

Kantinen verpflegen längst nicht nur die Mitarbeiter von Firmen und Verwaltungen, sondern öffnen sich auch für andere Gäste. So wird das Speisen über den Dächern der Stadt möglich.

In Augsburgs Kantinen regieren kreative Speisekarten und gesundes Essen. Die gelingt nur dank Subventionen, von denen die Unterstützer jedoch direkt profitieren. Lauwarmes Essen, schmuddelige Tische und immer gleiche Speisekarten – diese oder ähnliche Bilder mögen viele Menschen im Kopf haben, wenn sie an Kantinen denken. Doch weit gefehlt, Augsburgs Kantinen servieren schon lange keinen Einheitsbrei mehr und präsentieren sich mit modernen Konzepten. Das Gute daran: Viele sind der Öffentlichkeit zugänglich, oft sogar ohne Aufpreis.

Hauptgerichte ab 3,50 Euro

Eine davon ist die Kantine „Blaue Kappe“ im gleichnamigen Bürgerbüro. Bei beeindruckender Atmosphäre kann man hier über den Dächern Augsburgs speisen, bei gutem Wetter sogar auf der Dachterrasse. Im Oktober vorigen Jahres haben Claudia Grimm und Maximilian Gebuhr die Kantine übernommen, in der bis zu 180 Leute ihre Mittagspause verbringen. „Die Speisen sollen möglichst abwechslungsreich sein, deshalb bieten wir immer internationale und heimische Küche an sowie ein vegetarisches Gericht“, sagt Küchenchef Gebuhr. Hauptgerichte gibt es ab 3,50 Euro.

Als neue Kantine habe man es jedoch nicht leicht, Fuß zu fassen, sagen die Betreiber. „Man muss sich einen Kundenstamm aufbauen, der regelmäßig zum Essen vorbeikommt, das erleichtert auch die Planung beim Einkauf enorm. Aber das dauert natürlich“, erklärt Maximilian Gebuhr. Um die Kosten und die Essenspreise möglichst niedrig zu halten, sei eine vorausschauende Planung essenziell. Die meisten Küchen bieten deshalb nebenbei auch noch einen Catering-Service an, um die Einnahmen zu erhöhen und die Bekanntheit zu steigern.

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Kantine im Augsburger Theater

So auch im Cirkularium, der Kantine im Augsburger Theater. Im frisch renovierten Kellergewölbe bietet man den Gästen neben einer Standardkarte mit Klassikern täglich wechselnde Speisen an. „Immer frisch und raffiniert“ soll das Essen sein, erzählt Geschäftsführerin Ulrike Loew, wie in einem Restaurant eben und nicht wie in einer Imbissbude. Den Gästen schmeckt es, bis zu 200 kommen am Tag ins Theater, viele davon von außerhalb. Zwischen vier und fünf Euro muss man für eine Hauptspeise der Tageskarte im Cirkularium investieren.

Die günstigen Preise für das frische Essen wären dabei nicht zu realisieren, wenn Unternehmen und Städtische Einrichtungen ihre Kantinen nicht subventionieren würden. „Man muss deutlich weniger für Energiekosten oder Miete bezahlen als normale Restaurants, im Gegenzug können wir den Mitarbeitern hochqualitative und gesunde Mahlzeiten zu fairen Preisen anbieten“, meint Ulrike Loew.

Produkte aus der Region

Geeignete Küchenchefs und Mitarbeiter für die Kantinen zu finden, sei entgegen der öffentlichen Annahme laut Rita Tenten, die bei den Stadtwerken für die Mitarbeiterverpflegung zuständig ist, überhaupt kein Problem. In ihrer Kantine in der Johannes-Haag-Straße werden nur Produkte aus der Region verarbeitet. „Der Vorteil für die Mitarbeiter liegt auf der Hand: Bei uns haben die Köche geregelte Arbeitszeiten, das hat man sonst nirgendwo in der Gastronomie“, sagt Tenten. Auch die Catering-Services seien für gute Köche attraktiv, weiß Ulrike Loew. „Denn dort können sie gehobene Küche zubereiten.“

Während die abwechslungsreichen Speisekarten bei den Gästen durchweg positiv aufgenommen werden, sind es meist trotzdem die Klassiker, die sich größter Beliebtheit erfreuen. „Cordon Bleu und Schnitzel geht bei uns einfach immer am besten“, bestätigt Rita Tenten.

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