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Augsburg

11.08.2020

Bauschutt: Stadt nimmt umstrittenes Zwischenlager in Betrieb

Die Stadt nutzt dieses Areal an der Schönbachstraße in Oberhausen-Nord als Zwischenlager für Aushub.
Bild: Silvio Wyszengrad

Plus Der Umbau des Areals in Oberhausen-Nord kostet 1,5 Millionen Euro. Das Projekt sorgte im Vorfeld für Wirbel. Was passiert mit dem angrenzenden Biotop?

Im Jahr 2016 betrieb der Freistaat auf einem Areal in der Schönbachstraße in Oberhausen-Nord ein Zwischenlager für kontaminierten Boden der ehemaligen Blaugasfabrik beim Gaskessel. Voraussichtlich ab September wird die Stadt die rund 8000 Quadratmeter große Fläche in der Nähe der Sondermülldeponie selbst als Zwischenlager nutzen – und zwar für Aushub aus eigenen Bauprojekten.

Bislang konnte sie die Deponie Nord dafür nutzen. Doch weil dort die Lagerflächen zur Neige gingen, musste sie sich nach einem Ersatzareal umschauen. Die Fläche in der Schönbachstraße erschien dem Baureferat von der Lage, Größe und Infrastruktur geeignet.

Bauschutt: Areal in Oberhausen musste von Altlasten befreit werden

Mehrere Monate lang wurde der Platz jetzt umgebaut. Nach Auskunft des Baureferats wurde das Gelände von den dort vorgefundenen erheblichen Altlasten der vormaligen Nutzung befreit und anschließend mit Kies aufgefüllt. Entwässerungsanlagen wurden errichtet und an den Kanal angeschlossen. Nach der Asphaltierung des Areals wurden Betonstellwände für die Lagerboxen und eine Lärmschutzwand errichtet. Im Zufahrtsbereich befinden sich eine Waage für Lastwagen, eine Toranlage und ein Bürocontainer.

Den Arbeitsablauf auf der Fläche kann man sich laut Baureferat folgendermaßen vorstellen: Zunächst wird das Aushubmaterial wie etwa Erde oder Kies direkt von den Baustellen des Tiefbauamtes (Straßen-, Kanal-, Wasser- und Brückenbau) auf den Platz gebracht und dort separat in den von rund zwei Meter hohen Betonwänden eingefassten Boxen gelagert. Anschließend entnimmt ein Gutachter daraus Proben und analysiert diese. Danach entscheidet sich, ob das Material wiederverwendet werden kann oder endgültig beseitigt wird.

Der Umbau des Platzes hat nach Angaben der Stadt rund 1,5 Millionen Euro gekostet. Langfristig könne dadurch aber Geld gespart werden. „Durch die Verfahrensweise vor Ort werden der Entsorgungsaufwand und damit auch die -kosten deutlich reduziert. Zudem fallen mit dem Betrieb der Zwischenlagerfläche bisher anfallende Mietkosten für notwendige Zwischenlagerflächen weg“, heißt es aus dem Baureferat.

Bürgergruppierung WSA sammelte Unterschriften gegen den Lagerplatz

Im Vorfeld hatte das Vorhaben der Stadt für Diskussionen gesorgt. Insbesondere die Bürgergruppierung WSA (Wir sind Augsburg) um Stadtrat Peter Grab sammelte vor einem Jahr Unterschriften gegen die geplante Nutzung. Die Stadt betonte in diesem Zusammenhang, dass es sich entgegen den Behauptungen der WSA nicht um „ein Zwischenlager für kontaminierten Erdaushub“ handle. In der Schönbachstraße werde kein Sondermüll oder Müll zwischengelagert oder gar dauerhaft deponiert.

Als „ein gut gelungenes Projekt“ bezeichnet hingegen der ehemalige Oberhauser SPD-Stadtrat Dieter Benkard den neuen Platz. „Kritiker und Pessimisten sollten sich nach ihrem Aufstand den jetzigen Zustand einmal ansehen“, sagt er über das umstrittene Projekt.

Neuer Straßenbelag und bessere Beleuchtung in der Schönbachstraße

Besonders gefällt ihm, dass zusätzlich noch die verlängerte Schönbachstraße mit einem neuen Asphaltbelag versehen und die Straßenbeleuchtung verbessert worden sei. Jetzt müsse nur noch das angrenzende Biotop aufgewertet werden, regt Benkard an.

Die Stadt indes will das Gehölzbiotop im bisherigen Zustand belassen. „Es mag durch seinen wilden Charakter pflegebedürftig erscheinen. Jeglicher Eingriff führt aber zu einer Störung der Arten, die sich dort angesiedelt haben“, lautet die Stellungnahme aus dem zuständigen Baureferat. Beispielsweise Käfern, die das Totholz bewohnen, oder störungsempfindlichen Vögeln – wie etwa Grünspechte – würde eine stärkere Pflege der Grünanlage schaden.

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