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Augsburg

02.12.2016

"Bierwalk" vom Bahnhof bringt Riegele einen Hauch von New York

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Sebastian Priller sen. mit den Plänen für seinen „Bierwalk“. Er soll künftig Gleis eins des Hauptbahnhofes direkt mit der Brauerei (im Bildhintergrund) verbinden.
Bild: Michael Hochgemuth

Die Riegele Brauwelt in Augsburg wird noch einmal erweitert – für rund eine viertel Million Euro. Sie erhält einen direkten Zugang zum Bahnhof. Die Idee stammt aus New York.

Wenn Sebastian Priller sen. Zeit hat, bastelt er gerne mal das Gelände der Riegele-Brauerei aus Papier nach. Nicht aus Langeweile, sondern um „schnell“ und „unkompliziert“ zu testen, ob sich eine Idee, die Brauerei weiter zu modernisieren und auszubauen, umsetzen lässt. Das Glasdach, dass er in seinem Modell über das Gelände spannte, war eine Vorstellung, die eine Idee blieb – zu teuer in der Umsetzung.

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Dafür bekommt die Brauerei im Frühjahr einen direkten Zugang von Gleis eins des Augsburger Hauptbahnhofs zum Riegele-Gelände und damit praktisch einen eigenen Bahnhalt. Zudem wird der Besucherrundgang in der Brauwelt vervollständigt: Mit einer frei schwebenden Brücke im Dachspitz des Kesselhauses. So können Besucher ab Herbst 2017 auch diesen Teil der Brauerei besichtigen.

Seit 1990 hat Priller die Brauerei, die nach seinen Angaben einen Jahresumsatz deutlich über 20 Millionen Euro macht, Stück für Stück modernisiert und interessierten Besuchern geöffnet. Die Investitionen dafür bewegen sich seinen Angaben nach im hohen einstelligen Millionenbereich. Würde man den Erwerb des Grundstücks für den Biergarten dazu nehmen, knacke man die zweistellige Millionengrenze. Die beiden neuen Bauwerke, der „Bierwalk“ vom Bahnhof zum Gelände und die Brücke, würden mit etwa einer viertel Million Euro zu Buche schlagen.

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Riegele Brauwelt zieht nicht nur Besucher aus Augsburg an

Die Brauwelt ist mittlerweile nicht nur mehr für Augsburger interessant. Unter den rund 20000 Gästen im Jahr seien auch immer mehr Besucher aus München, so der Brauereichef. Sie sollen künftig direkt am Bahnsteig abgeholt und aufs Gelände geführt werden. Wer dort angekommen ist, kann selbst Bierbrauen, im Restaurant oder dem Biergarten essen und trinken oder eine Führung durch die Brauerei machen. Bald eben auch durch das Kesselhaus, wo Priller die bereits erwähnte freischwebende Brücke unter dem Dachspitz installieren hat lassen. „Das war in dieser Form nötig, da die Besuchergruppen sonst zum einen den Arbeitsablauf in der Abfüllung gestört hätten und zum anderen dient der erhöhte Überweg der Sicherheit der Gäste“, so Priller.

Höhepunkt des Ausbaus ist aber der „Bierwalk“. Eine Idee, die Priller wie so viele spontan kam und die er schnell umsetzen wollte. Je länger er aber mit einem Architekten über seine Idee sprach umso mehr wurde klar, dass ein einfacher Schnellschuss nicht in Frage kam – wie so oft. „Am Anfang hatten wir nur die vage Vorstellung, die Brauerei mittels eines Weges über die Pferseer Unterführung mit dem Bahnhof zu verbinden.

In Anlehnung an die Tatsache, dass die Brauerei früher tatsächlich einen eigenen Bahnhalt hatte“, so Priller. Dann sei man aber auf die High Line in New York aufmerksam geworden, wo ein altes Güterzuggleis auf über zwei Kilometer Länge zu einem ganzen Park umgebaut worden ist. „Dementsprechend wird unser Weg nun seitlich bepflanzt, wir werden Schwellen der Bahn und eine alte Weiche verlegen und so ein besonderes Erlebnis schaffen“, erzählt Priller. Die ganze Konstruktion sei dabei nicht direkt mit der Unterführung verbunden, sondern liege lediglich auf, um bei eventuell nötigen Reparaturarbeiten an der Unterführung den Überweg schnell abbauen zu können.

Noch mehr Ideen für Riegele

Wie dem Brauereichef all diese Ideen kommen? „Ich bin an sich ein kreativer Typ. Aber in dieser Form geht das nur, wenn Sie quasi in der Brauerei leben, herumlaufen und schauen, was Ihnen begegnet. Manche Dinge entdeckt man auch anderswo und übernimmt sie in angepasster Variante.“ So verwundert es auch nicht, dass Priller schon über das Jahr 2017 hinausdenkt.

„Wir haben schon noch was in Petto“, schmunzelt er. So soll der Roboter, der bisher Fässer stapelt, so programmiert werden, dass er künftig die Besucher einer Führung begrüßt und das bisherige Lager soll mittelfristig zu einer Veranstaltungshalle werden. Eine weiter spektakuläre Idee sei ebenfalls schon in Planung, worum es sich dabei handle könne aber wegen verschiedener Auflagen noch nicht verraten werden.

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Die Diskussion ist geschlossen.

02.12.2016

Oh, Michel, New York!

Wir fallen ehrfurchtsvoll und demütig auf die Knie - damit wir nicht vom Teppich rutschen.

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02.12.2016

Selten habe ich so über einen Artikel lachen müssen.

Riegele vergleicht seinen Hinterhof mit der Metropole New York.

Jeder, der schon mal den Hgihline-Park abgelafen ist, weiß, dass die Bahnhofsgegend von Augsburg überhaupt gar nicht mit New York vergleichbar ist.

Bitte auf dem Teppich bleiben!

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