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Augsburg

08.08.2017

Das ist der neue Friedenspreisträger Generalsekretär Martin Junge

Die Stadt Augsburg hat den jetzigen Generalsekretär des Lutherischen Weltbundes (LWB), Martin Junge, mit ihrem Friedenspreis 2017 ausgezeichnet.
Bild: Stadt Augsburg

Die Stadt Augsburg hat Generalsekretär Martin Junge mit dem Friedenspreis 2017 geehrt. Wer der neue Friedenspreisträger ist.

Sein Vorgänger Ismael Noko hatte 1999 in Augsburg die Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre mit unterzeichnet. Den jetzigen Generalsekretär des Lutherischen Weltbundes (LWB), Martin Junge, zeichnet die Stadt nun mit ihrem Preis Augsburger Friedensfest 2017 aus. Denn ihm sei nicht nur die historische Versöhnung der Lutheraner mit den Mennoniten (Täufern) gelungen, sondern auch die ökumenische Feier zur Eröffnung des 500. Reformationsjubiläums mit Papst Franziskus im schwedischen Lund. So begründete der evangelische Regionalbischof Michael Grabow gestern Mittag im Goldenen Saal die Vergabe der mit 12500 Euro dotierten Auszeichnung für besonderes Engagement um die Verständigung der Konfessionen und Religionen.

„Martin Junge tritt leidenschaftlich ein für eine Welt, in der das Miteinander gefördert, das Verbindende stark gemacht und der Zusammenhalt gesucht wird“, betonte Grabow. Gewürdigt werde sein Einsatz für die Versöhnung scheinbar unversöhnlicher Gegensätze, für die Eröffnung und Weiterführung inner- und interkonfessioneller Dia-loge mit dem Ziel, nicht getrennt zu tun, was man gemeinsam tun kann.

Friedenspreisträger Junge als ein "geduldiger Brückenbauer"

Oberbürgermeister Kurt Gribl nannte den Preisträger einen „geduldigen Brückenbauer zwischen den Kontinenten, der aufgrund seiner theologischen Prägung und seiner Herkunft Europa und globalen Norden und Südamerika als globalen Süden miteinander verbindet“. Martin Junge wurde 1961 als Kind einer österreichischen Mutter und eines chilenischen Vaters geboren. Er wuchs in Chile auf, studierte in Europa und wurde 1989 zum Pfarrer der evangelischen Kirche Chiles ordiniert. Deren Präsident war er von 1996 bis 2000, ehe er zum LWB nach Genf kam und dort 2010 Generalsekretär wurde.

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Verbinden und Versöhnen stehe über seiner Amtszeit, meinte Grabow. Im LWB, der rund 75 Millionen lutherische Christen in 98 Ländern repräsentiert, gehöre es zu Junges Daueraufgaben, die zahlreichen Spannungen und teils heftigen Zerreißproben zu bestehen. Immer wieder musste er vermittelnd wirken, was die unterschiedliche Beurteilung der Homosexualität betrifft und ob die Kirche gleichgeschlechtliche Paare segnen dürfe. Auch die Beteiligung von Frauen am geistlichen Amt wird kontrovers diskutiert unter den Lutheranern. „Wie sehr Martin Junge als beständiger Kommunikator geschätzt ist, zeigt sich auch darin, dass der Rat des Lutherischen Weltbundes im Juni 2016 einstimmig sein Mandat für eine zweite siebenjährige Amtszeit verlängerte“, sagte Grabow.

Lesen Sie hier mehr über das Hohe Friedensfest Augsburg 2017:

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