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Augsburg

21.10.2013

Das neue Konzept für die Stadtbücherei

Die Stadtbücherei soll neu ausgerichtet werden, um noch mehr Menschen zu erreichen.
Bild: Janina Funk

Die Situation der Augsburger Stadtbücherei wurde intensiv analysiert. Nun soll es ein abgewandeltes Konzept geben – mit besserer sprachlicher Bildung, mehr Personal und mehr Geld.

Die Stadtbücherei braucht mehr Geld und mehr Personal. Inhaltlich soll sie sich stärker auf die sprachliche Bildung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen konzentrieren. Dies sind – kurz zusammengefasst – die wichtigsten Erkenntnisse einer Analyse, der die Einrichtung in den letzten Monaten unterzogen wurde. Am Dienstag werden die Ergebnisse im Kulturausschuss des Stadtrats vorgestellt. Dann wird entschieden, ob das neue Konzept umgesetzt wird. Einige Details:

Analyse Unter Anleitung des Bremer Bücherei-Experten Meinhard Motzko beschäftigten sich Büchereichef Manfred Lutzenberger und seine Mitarbeiter intensiv mit der Situation der Stadtbücherei: Welche Kunden spricht die Einrichtung an? Wie sieht es mit den Öffnungszeiten aus? Ist der Bestand inhaltlich und mengenmäßig in Ordnung? Diese und andere Fragen wurden diskutiert. Daraus entwickelte Motzko mit den Mitarbeitern ein Konzept, das die Stadtbücherei in die Zukunft führen soll.

Sprache Auch wenn die Stadtbücherei gut läuft, gibt es Dinge, die geändert werden könnten. Ein Ansatzpunkt ist laut Analyse die sprachliche Bildung der Nutzer. Sowohl bei den erwachsenen Besuchern als auch bei Kindern und Jugendlichen gibt es in diesem Bereich Defizite. Dies liegt unter anderem an der Bevölkerungsstruktur: Viele Menschen, die in Augsburg leben, haben Migrationshintergrund. Laut Meinhard Motzko darf der Anteil derer, die nicht lesen und schreiben können, ebenfalls nicht unterschätzt werden. Der Bestand an Sprachkursen und fremdsprachiger Literatur soll deshalb aufgestockt werden.

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Bestand Lediglich im Bereich der Jugendbücherei gibt es laut Analyse ausreichend Medien. Hier könnte der Bestand sogar reduziert werden. In der Erwachsenenbücherei müsste sich das Angebot dagegen verbessern. Ziel ist laut Motzko, auf 100000 Medien (derzeit rund 85000) zu kommen. Auch in der Musikbücherei besteht Handlungsbedarf: Hier soll um 10000 auf 50000 Medien erhöht werden. Hintergrund: Dieser Bereich hat überregionale Ausstrahlung und ist ein Schwerpunkt der Augsburger Einrichtung. Zudem gebe es in der Stadt zahlreiche Institute und Orchester, die sich um die Vermittlung von Musik bemühen.

Öffnungszeiten Die Mitarbeiter der Stadtbücherei sind bereit, die Öffnungszeiten auszudehnen. Am Samstag hat die Zentrale fünf Stunden geöffnet, in dieser Zeit kommen im Schnitt 1300 Besucher, über 5500 Medien werden entliehen oder zurückgegeben. Denkbar ist deshalb, samstags länger zu öffnen. Auch der Sonntag, an dem bislang zu ist, ist als Büchereitag im Gespräch. Wichtiger ist laut Motzko aber zunächst, das Angebot in den Zweigstellen und beim Bücherbus zu verdoppeln. Derzeit sind die Filialen in den Stadtteilen elf Stunden pro Woche zugänglich, es sollen mindestens 22 werden.

Rückgabemöglichkeiten In der Zentrale können Medien rund um die Uhr zurückgegeben werden. Dies sollte künftig auch in den Zweigstellen möglich sein; dazu müssten Rückgabeautomaten installiert werden. Denkbar ist dies laut Analyse auch am Hauptbahnhof oder an Verkehrsknotenpunkten wie dem Königsplatz oder – für Autofahrer – an Tankstellen.

Mobiler Bücherdienst Er wurde vor vier Jahren gemeinsam mit dem Bündnis für Augsburg eingerichtet. Das Angebot richtet sich vor allem an Senioren, die nicht mehr in die Bücherei oder eine ihrer Zweigstellen kommen können. Dieser mobile Dienst soll wenn möglich auf Einrichtungen der Altenpflege ausgedehnt werden.

Ausstattung Die Zentrale biete, da noch relativ neu, eine gute Aufenthaltsqualität. Für die Wartung und Erneuerung von Möbeln sind jährlich rund 5000 Euro nötig. In die Zweigstellen müsse dagegen investiert werden. Laut Motzko geht es dabei nicht nur um Möbel, ein gutes Leitsystem oder Medien. Wenn man sich auf Kinder und Jugendliche konzentriert, müsse es auch Wickeltische, Spielsachen und passende Möbel geben.

Personal Verglichen mit Büchereien ähnlicher Größe ist Augsburg personell am schlechtesten aufgestellt. Derzeit sind es 45 Mitarbeitern in Voll- und Teilzeit. In den vergangenen vier Jahren wurden 13 Stellen frei, die aufgrund der städtisch angeordneten Wiederbesetzungssperre von einem Jahr nicht sofort wieder „aufgefüllt“ werden konnten. Motzko schlägt deshalb vor, einige Stellen sofort wieder zu besetzen. Künftig sollen außerdem mehr Mitarbeiter mit pädagogischer Qualifikation eingestellt werden.

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