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Staatsbibliothek

12.01.2013

Der Blick geht hoch zum Dachboden

Oben im Dachboden der Staats- und Stadtbibliothek in der Schaezlerstraße ist noch viel Platz: 120 000 Bücher könnten nach Angaben der kommissarischen Leiterin Brigitte Schürmann dort einmal lagern, wenn der Raum ausgebaut würde. Ein entsprechendes Konzept wird derzeit erarbeitet.
Bild: Anne Wall

Auch nach der Übernahme durch den Freistaat steht die Einrichtung vor großen Herausforderungen. Weil zu wenig Platz ist, müsste ausgebaut werden. Das Projekt könnte im Herbst 2014 starten

Die jahrelange Hängepartie ist seit sechs Wochen zu Ende: Seit dem 6. Dezember ist die Staats- und Stadtbibliothek in den Händen des Freistaats. Damit sind jedoch nicht alle Probleme gelöst. „Wir haben nach wie vor großen Platz- und Personalmangel“, sagt die kommissarische Leiterin der Bibliothek, Brigitte Schürmann. Sie hofft, dass diese Punkte nun angepackt werden können. Ein Überblick über die Veränderungen und Herausforderungen:

Leitung Helmut Gier, der mehr als 25 Jahre die Bibliothek leitete, ging im September in den Ruhestand. Seitdem ist Brigitte Schürmann kommissarische Leiterin. Der Freistaat will die Stelle besetzen. „Sie wird bald neu ausgeschrieben“, sagt Schürmann. Mitte des Jahres könnte dann feststehen, wer Giers Nachfolger wird.

Personal Die gute Nachricht: Alle bisherigen Mitarbeiter der Bibliothek wurden vom Freistaat übernommen. Insgesamt arbeiten in der Schaezlerstraße derzeit 15 Personen (12,5 Stellen). Die schlechte Nachricht: Im Vergleich mit anderen Regionalbibliotheken sind das sehr wenige Mitarbeiter, sagt Schürmann: „Wenn wir den Service weiter verbessern wollen, brauchen wir mehr Personal.“

Der Blick geht hoch zum Dachboden

Ausbau Das größte Problem sei jedoch das alte Gebäude und der chronische Platzmangel. Seit 2009 sind 50000 Bücher nach München ausgelagert. Die Planungen für Augsburg haben schon begonnen, Mitte des Jahres soll ein Gesamtkonzept stehen. Ob das Haus erweitert oder nur saniert wird, steht noch nicht fest. Bereits vor einigen Jahren wollte die Stadt den Dachboden ausbauen. Dort könnten dann 120000 Bücher gelagert werden. Der Umbau scheiterte jedoch am Geld. Dringend notwendig sind laut Schürmann zudem ein Schulungsraum und mehr Bildschirmarbeitsplätze. „Eventuell kann ab Herbst 2014 mit dem Bau begonnen werden“, hofft sie.

Internetauftritt Neu gestaltet wurde bereits der Internetauftritt der Bibliothek, der bislang auf den Seiten der Stadt zu finden war. Jetzt finden Interessierte alle Informationen unter www.susb-augsburg.de.

Öffnungszeiten Bisher konnten Schüler und Wissenschaftler die Bibliothek nur mittwochs durchgehend nutzen. Seit Anfang Januar ist die Bibliothek von Montag bis Freitag jeweils von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Auch die Sofortausleihe wurde erweitert. Bücher, Zeitschriften und andere Medien können jetzt innerhalb von 30 Minuten aus dem Magazin geholt werden. Dies ist von Montag bis Freitag zwischen 10 und 11.30 Uhr sowie 12.30 und 16.30 Uhr möglich.

Ausleihe Derzeit arbeitet die Staats- und Stadtbibliothek an einem neuen Ausleihsystem. Künftig soll es möglich sein, Bücher auch online von zu Hause aus zu bestellen und dann auszuleihen. „Das wird in den nächsten Monaten möglich sein“, verspricht Schürmann.

Besucher Sie hofft durch neue Öffnungszeiten und technische Neuerungen mehr Besucher in die Schaezlerstraße locken zu können, die bisher die Bibliothek nicht genutzt haben. „Viele wissen nicht, dass sie einfach zu uns kommen können und auch normale Bücher ausleihen können“, sagt Schürmann. Bisher nutzen vor allem Schüler, Studenten und Wissenschaftler aus der ganzen Welt das Angebot.

Visionen Ein großer Wunsch der kommissarischen Leiterin ist es, die Bestände der Einrichtung zu digitalisieren. Dafür ist allerdings viel Zeit, Geld und Personal notwendig. Ein kleiner Teil (Porträtsammlung und Postzeitungen) ist bereits digital vorhanden. „Damit wollen wir auf jeden Fall weitermachen“, sagt Schürmann.

Vorträge Künftig sollen mehr Veranstaltungen in der Staats- und Stadtbibliothek stattfinden. Der Freundeskreis der Bibliothek hat bereits drei Vorträge geplant, die jeweils dienstags im Lesesaal stattfinden und um 19 Uhr beginnen. Am 19. März spricht Eberhard Pfeuffer über Augsburger Naturforscher des 18. und 19. Jahrhunderts und ihre Bilder. Am 7. Mai stellt Barbara Rajkay die Bibliothek der Familie von Stetten vor und am 9. Juli spricht Philipp Gahn über Augsburger Gebetbücher und den Streit ums rechte Beten um 1800.

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