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Staatsbibliothek

25.08.2012

Die Übernahme verzögert sich

Der Freistaat steigt wohl erst ab dem Jahr 2013 ein. Offen ist die Frage der Erweiterung

Es wird noch ein paar Monate dauern, bis die Staats- und Stadtbibliothek in die Regie des Freistaats und damit der Generaldirektion der Staatlichen Bibliotheken übergeht. „Erst müssen die Verträge unterschriftsreif sein, die der Stadtrat und der Haushaltsausschuss des Bayerischen Landtags beschließen müssen“, weiß Helmut Gier, der letzte Augsburger Stadtbibliothekar.

Gier tritt am 1. September in den Ruhestand und rechnet mit einer Zeit der Vertretung. „Alle Beteiligten möchten sie kurz halten“, sagt Gier. Es sei ein sehr ehrgeiziges Ziel gewesen, von März bis August alle Übernahmefragen zu lösen. Zuletzt habe es in den Verhandlungen zwischen Stadt und Staat einiges Hin und Her in Grundstücksfragen gegeben. Die Frage war, wie viele Flächen die künftige Staatsbibliothek für einen nötigen Erweiterungsbau braucht. Im Bildungsausschuss hatte unlängst eine Skizze des Liegenschaftsamtes für Aufregung gesorgt, worauf ein schmaler hoher Neubau hinter dem existierenden denkmalgeschützten Bibliotheksgebäude von 1893 eingezeichnet ist.

Der Freistaat übernehme die Bibliothek „im Bewusstsein, dass bald etwas geschehen muss“, sagt Gier. Er meint die Generalsanierung und den Ausbau des Dachgeschosses. Es liege eine von der Regierung von Schwaben genehmigte Planung vor, das Haus für vier bis fünf Millionen Euro technisch und baulich vom 19. ins 21. Jahrhundert zu bringen.

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Ausgeglichene Klimatisierung ist erforderlich

Erforderlich sind die ausgeglichene Klimatisierung der Bibliothek, ihre statische Sicherung und die Modernisierung der gesamten Technik. Außerdem solle die drängende Raumnot behoben werden. Einstweilen ginge es kostengünstig mit dem Ausbau des Dachgeschosses. Die größere Lösung wäre ein Erweiterungsbau, der auf zehn bis 15 Millionen Euro geschätzt wird. Das Bibliothekspersonal wird komplett an den Freistaat übergehen. Das Haus wird nach dem Übergang „Staatsbibliothek Augsburg“ heißen – ein Titel, den sonst nur die Sammlung in Bamberg und die Zentrale in München führen. „Alle anderen sind staatliche Bibliotheken“, informiert Gier. Nach den ursprünglichen Plänen hätte der Augsburger Bücherschatz zum 1. September in die Obhut des Freistaats übergehen sollen. Diesen Zeitplan wird man laut Finanzreferent Hermann Weber aber nicht halten können. „Wahrscheinlich wird es zum Jahresanfang 2013 so weit sein“, sagt er. Im Vertragspaket zwischen der Stadt und dem Freistaat seien zwei Stufen vorgesehen: Im ersten Schritt soll die „Stabi“ an der Schaezlerstraße mit einem geringen Umgriff übergeben werden. Im zweiten Schritt sei eine Erweiterungslösung „als Option für den Freistaat“ vorgesehen. Laut Weber ist noch offen, ob der Erweiterungsbau auf dem Gelände gleich neben der Stabi oder an einem anderen Standort gebaut werden soll. Vor einer Entscheidung müsse geklärt werden, inwieweit das Areal vom benachbarten Maria-Theresia-Gymnasium für schulische Zwecke benötigt wird.

Die Staatsbibliothek wurde vor 475 Jahren gegründet. Lesen Sie darüber auf unserer Doppelseite auf Seite 18

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