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Einzelhandel: Wenn Leerstände zum Problem werden

Einzelhandel: Wenn Leerstände zum Problem werden
Kommentar Von Michael Hörmann
14.09.2019

Die Annastraße hat zuletzt neue Geschäfte bekommen, doch zwei unvermietete Läden bereiten Händlern Sorgen.

Der Einzelhandel ist kein starres Konstrukt. Er lebt vom Wechsel. Dass Läden neu eröffnen, gehört ebenso zum Alltag wie das Aus einzelner Geschäfte. Leerstände in belebten Straßen sind kein schöner Anblick. Leerstand ist aber nicht gleich Leerstand. Da geht es um die Größe eines Geschäfts, die Lage und die zeitliche Dauer eines Leerstands. In der Betrachtung wird zudem gerne übersehen, dass womöglich ein Nachmieter gefunden ist und ein Neustart insofern nicht mehr lange auf sich warten lässt.

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Im Vergleich mit anderen deutschen Städten hat Augsburg kein Problem mit einem zu hohen Leerstand. Dies mag in der Außenwirkung anders wirken, weil leer stehende Geschäfte an markanten Orten liegen. In der Annastraße sind es das ehemalige Woolworth-Haus und das gegenüberliegende Gebäude, in dem zuletzt das Modeunternehmen Esprit auf einer Fläche von 1100 Quadratmetern angesiedelt war. Das Beispiel von Esprit zeigt exemplarisch, dass es nicht immer an den Immobilieneigentümern liegen muss, wenn ein Haus leer steht. Die Aussagen der Hausbesitzer klingen zumindest so, dass sie gewillt sind, möglichst schnell einen Nachmieter zu finden.

Das Woolworth-Gebäude steht seit fast zehn Jahren leer

Anders sieht es beim Woolworth-Haus aus. Die Immobilie mit einer Fläche von 1400 Quadratmetern im Erdgeschoss gehört einer Gesellschaft des Modeunternehmens Peek&Cloppenburg. Die Idee, von der Bahnhofsstraße in die Annastraße umzuziehen, hat Peek&Cloppenburg verworfen. Die Firma bleibt dem Standort nahe dem Hauptbahnhof treu. Für die Annastraße ist dies eine schlechte Nachricht. Die Immobiliengesellschaft wird nicht das größte Interesse haben, unverzüglich einen Mieter zu präsentieren. Ausgeschlossen ist zudem, dass Peek&Cloppenburg in der Fußgängerzone auf ein Modehaus eines Mitbewerbers setzt. Warum auch? Es würde zwar Mieteinnahmen fließen, doch das eigene P&C-Geschäft in der Bahnhofsstraße hätte unliebsame Konkurrenz in der Innenstadt bekommen. Das ehemalige Woolworth-Haus steht seit bald zehn Jahren leer. Im Dezember 2009 kam das Aus. Ein Nachmieter wurde nie gefunden. Es sieht nicht danach aus, dass sich schnell an dieser Situation etwas ändert. Zehn Jahre Leerstand in bester Lage – es ist ein bitteres Jubiläum.

Lesen Sie hier den Artikel: Leere Geschäfte wirken wie Barrieren

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