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Mobilität

07.11.2019

Erstes „Motor-Zweirad“ kommt aus Göggingen

Zum Fotoshooting angetreten: das knatternde Gögginger Urmotorrad aus dem Jahre 1898.
Foto: Achim Klett/Geretsried

Ein knatternder 0,25 PS-Winzling machte den Anfang

„Einer der kompetentesten Zweirad-Historiker des ganzen Landes“ – so Geschichtskreisvorsitzender Toni Resch – bestritt die Monatszusammenkunft der Gögginger Ortshistoriker.

Es ist der Maschinenbauingenieur Günter Weinhold, der mit viel Engagement und Sachkunde die reiche Geschichte des „motorisierten Zweirades“ Revue passieren ließ. Und er hat dabei viel Neues gerade mit Blick auf Göggingen präsentiert. Günter Weinhold war es auch, der durch Zufall bei einem Oldtimer-Kollegen in Geretsried einen wahren Schatz entdeckte: Ein 1898 in Göggingen entwickeltes „Motor-Zweirad“, das schon in einer Zeit knatternde Mobilitätsdienste leistete, als es später so renommierte Marken wie Adler, Hercules oder NSU noch gar nicht gab.

Und jetzt kommen die Gögginger Geschichtskreisler ins Spiel. Sie konnten eruieren, dass dieses „Urmotorrad“ in einer kleinen Werkstätte von dem aus Sachsen stammenden Zivilingenieur Oskar Moritz Blessing ersonnen und konstruiert wurde.

Das Fabrikationsgebäude ist immer noch vorhanden: an der Von-Osten-Straße, dort wo sich aktuell ein Installationsbetrieb niedergelassen hat.

Für Günter Weinhold besteht darüber Gewissheit, dass hier zwischen 1898 und 1900 die wohl ältesten in Deutschland hergestellten Motorräder der klassischen beziehungsweise ursprünglichen Bauweise das Licht der technischen Welt erblickten.

Der Tüftler Blessing installierte dabei 0,25 bzw. 0,50 PS-Motoren innerhalb des Rahmendreiecks normaler Fahrräder. Doch für ihn nahm alles kein gutes Ende. Schon zwei Jahre nach Aufnahme des Betriebs war es mit der Gögginger Motorradgeschichte wieder vorbei. Ein Konkurs gönnte dem Erfinder keinen Erfolg. Vielleicht lag es am fehlenden kaufmännischen Geschick. Aber ein Motorradfreak kann schließlich nicht alles beherrschen.

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