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Augsburg/Neusäß

21.11.2017

Ex-Boxweltmeisterin Tina Schüssler greift jetzt zum Mikrofon

„Tina Schüssler & Backdoor Connection“ heißt die Band, in der die Boxerin nun singt.
Bild: Martin Fischer

Die Kampfsportlerin aus Neusäß steht nicht mehr im Ring: Tina Schüssler ringt mit ihrem Körper, der ihr einmal mehr im Leben Grenzen gesetzt hat. Was sie jetzt vorhat.

Seit ihrem Bandscheibenvorfall im Sommer hat sich das Leben von Tina Schüssler wieder einmal geändert. Der Körper hat der 43-Jährigen erneut Grenzen aufgezeigt. Ihre Boxhandschuhe musste die dreifache Weltmeisterin und amtierende Weltmeisterin im K-1 an den Nagel hängen. Wer Tina Schüssler kennt, weiß, dass sie selbst sich aber nicht hängen lässt. Bald steht sie wieder auf der Bühne und wird alles geben. Künftig aber mit ihrer Stimme und nicht mit den Fäusten. Der Bandscheibenvorfall in der Halswirbelsäule kam zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Schüssler stand kurz vor ihrem letzten Profi-WM-Titelkampf, der live im Fernsehprivatsender Sat.1 übertragen werden sollte. Von so etwas träume man als Sportler, sagt sie. Der Traum platzte. „Nach der Diagnose bin ich erst einmal in Tränen versunken.“ Doch selbst da blieb Schüssler nicht tatenlos. Sie habe sich daheim am Klavier verschanzt und einen Song komponiert. „Nachts um zwei schlappte ich dann mit dem Keyboard unter dem Arm zu meinem Freund ins Schlafzimmer. Ich sagte: Schatz, ich muss dir meinen neuen Song vorspielen.“ Sie tat es und ihr Lebensgefährte, Künstler Clemens Brocker, war begeistert – trotz der Uhrzeit.

„Du weißt, wir sind Sieger“ heißt das deutsche Poprock-Lied, das die Boxerin schon bald mit einer Band präsentiert. „Tina Schüssler & Backdoor Connection“ nennt sich die Gruppe, die zusammen fand. Backdoor Connection machen schon länger Musik. „Ich kam durch Zufall dazu“, erzählt Schüssler. „Der Chef des Pflegedienstes, der sich um meinen Opa kümmert, ist Mitglied. Ich sagte ihm, ich hätte Lust, bei ihnen mitzumachen.“ Nun ist die quirlige Frau mit dem Kurzhaarschnitt an vorderster Front. Sie freut sich auf die Auftritte und hadert nicht länger mit dem Bandscheibenvorfall.

Schüssler widmet sich nun der Musik

„Wenn einem der Körper Grenzen setzt, ist das ein Zeichen, einen Gang runter zu schalten. Das habe ich durch meine Krankheitsgeschichte gelernt.“ Die international bekannte Sportlerin hatte 2009 einen Schlaganfall erlitten und wurde zudem am Herzen operiert. Nach drei Jahren Krankheit hatte sie sich ins Leben zurück gekämpft, wurde sogar Weltmeisterin. Jetzt aber wird sie nicht mehr boxen. „Ich gehe jeden Vormittag zur Reha, damit ich wieder schmerzfrei werde. Ein halbes Jahr wird das dauern. Und danach soll ich mir wieder auf die Mütze kloppen lassen? Das wäre grob fahrlässig.“

Bisher war sie fit wie ein Turnschuh: Jetzt hat ein Bandscheibenvorfall Tina Schüssler gezwungen, ihren Kampfsport aufzugeben.
Bild: Marcus Merk (Archivfoto)

Schüssler widmet sich nun der Musik. Auch eine Leidenschaft von ihr, für die sie bislang aber nie die Zeit fand. Halbe Sachen mag sie nicht. Die Neusäßerin will immer alles geben. „Ich will zu hundert Prozent explodieren. Das habe ich beim Boxen gemacht, jetzt wird es mit der Musik so sein.“ Gesungen hat sie schon immer gerne, war als Kind auch im Chor. Schüssler spielt Klavier, Kontrabass und Schlagzeug. Als Nächstes will die Weltmeisterin eine Gesangsausbildung machen. „Ich werde die Stimmbänder und die Stimm-Muskulatur trainieren. Das ist wichtig, wenn ich dann über eine Stunde auf der Bühne stehe. Denn „Tina Schüssler & Backdoor Connection“ sind bereits für mehrere Auftritte gebucht.

Den neuen Song stellt die Band erstmals am Samstag, 2. Dezember, in der Sporthalle Kühbach live im Boxring zum Weltmeisterschafts-Titelkampf von Tina Rupprecht vor, der in „ran“ auf Sat.1 gezeigt wird. Zwei Wochen später folgt der nächste Band-Auftritt am Samstag, 16. Dezember, in der Sporthalle Stadtbergen beim Basketball-Heimspiel der Topstar Kangaroos gegen die Vilsbiburg Baskets. „Wir sind auch schon für Festivals im nächsten Jahr gebucht, wie das G.O.N.D.“ Auf dem Festival in Rieden spielen hauptsächlich Deutschrock- und Punk-Bands. Bei der Preisverleihung „Sterne des Sports“ im Januar in Berlin, präsentieren sie ihren neuen Song, verrät Schüssler. Und schon in Kürze will die Band weitere Lieder aufnehmen. Schüssler ist glücklich: „Ich lebe nun meinen nächsten Traum und der ist wesentlich gesünder für meinen Kopf“.

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