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11.02.2010

Film über Musik und eine abenteuerliche Reise

Hochzoll Als "lustig und lebendig" bezeichnet Katharina Döbner-Bruinier ein Filmerlebnis, das am Freitag, 26. Februar, um 20 Uhr in den Bürgertreff Holzerbau einlädt. "Bis ans andere Ende der Welt" heißt die Dokumentation über "Weintraubs Syncopators", die stark an die "Comedian Harmonists" erinnern. Was im einen Fall die Vokalisten um Harry Frommermann, sind im anderen die Instrumentalisten um Pianist Stefan Weintraub.

Die 68-jährige Kunstpfeiferin Katharina Döbner-Bruinier aus Hochzoll erinnert mit der Veranstaltung an das Ensemble und an ihren Vater. Das vielleicht minder bekannte, aber mindestens ebenso virtuose Quintett wirkte sogar in Filmen wie "Der Blaue Engel" mit Marlene Dietrich mit. Auch Josephine Baker trat mit der Combo auf, die 42 Instrumente beherrschte und ihren Katharina Döberner-Bruiniers Vater - den Kunstpfeifer Ansco Bruinier - in sich vereinte. Von ihm, der über drei Oktaven pfeifen konnte, lernte die älteste der drei Töchter auch mit spitzer Lippe oder auf den Fingern zu musizieren. Eine Kostprobe wird es begleitend zum Film geben.

Wie es heute heißt, mischten "Weintraubs" die Tanz- und Partyszene der Zwischenkriegsjahre auf und hinterließen zahlreiche Schellacks. Von Hitlers Machtergreifung wurden sie auf einer Auslandstournee überrascht. Und da die Mehrzahl der Ensemble-Mitglieder Juden waren, kehrten sie nicht nach Deutschland zurück. Die abenteuerliche Odyssee führt sie von Italien nach Skandinavien, Russland, Rumänien und Ungarn bis nach Japan und China. Über Neuseeland, heißt es, erreichen die Musiker Australien, wo sie sich schließlich niederlassen.

Teils nie gezeigte Filmdokumente

Die Gäste, die am 26. Februar den Holzerbau besuchen, dürfen sich auf teils noch nie gezeigte Filmdokumente und viele Musikaufnahmen der 1920er und 1930er Jahre freuen. Katharina Döbner-Bruinier aus Hochzoll wird anwesend sein. Die Diplom-Designerin, die aber auch als Krankenschwester gearbeitet hat und mit Janet Hardy schon im Hoffmann-Keller als Kunstpfeiferin auftrat, erinnert sich noch gut an ihren Vater. Vor allem an seine großen Finger, mit denen er die höchsten Töne hervorzubringen verstand. (sil)

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