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Wemding

14.06.2018

Flut: Gefahr auch für Wemding

Der Waldsee in Wemding hat auch eine Schutzfunktion für die Stadt, fängt er bei Niederschlägen doch Wasser auf. Bei extremem Starkregen droht der See jedoch überzulaufen.
Bild: Wolfgang Widemann (Archivbild)

Die Stadt gibt ein Hochwasserschutz- und Rückhaltekonzept in Auftrag. Warum die Kommune hier Maßnahmen für dringend notwendig hält.

Spätestens seit Otting im August 2017 nach extremem Starkregen eine Überschwemmung bislang nicht gekannten Ausmaßes erlebte, geht auch im wenige Kilometer westlich gelegenen Wemding die Furcht vor einer Jahrhundertflut um. Durch die Stadt fließen zwar nur kleine Bäche, jedoch könnte bei vergleichbarem Niederschlag vielen Wemdingern ein ähnliches Schicksal drohen. Grund: Die Landschaft nordöstlich der Kernstadt gleicht einem Trichter. In dem könnte das Wasser aus einem größeren Gebiet rund um den Waldsee und den Erlacher Weiher unter anderem über den Taleinschnitt entlang der Wolferstädter Straße hin zum Johannisweiher strömen. Dieses Szenario, das es zuletzt in den 1980er-Jahren gab, malten im Stadtrat Bürgermeister Martin Drexler und Stadtbaumeister quasi an die Wand. Der Anlass: Die Kommune möchte ein Hochwasserschutz- und Rückhaltekonzept erstellen.

Welche Maßnahmen genau verwirklicht werden können, ist noch unklar. Hier soll ein Planungsbüro ein Konzept mit entsprechenden Vorschlägen erarbeiten. Den Auftrag dazu vergaben die Räte an das Büro Steinbacher Consult in Neusäß.

Die Gefahr im Nordosten von Wemding stellte Drexler so dar: „Wenn von Westen her eine Wolkenfront mit Starkregen kommt und schon bei uns abregnet und nicht in Otting, ist dieser Bereich absolut voll.“ Aus den Reihen der Stadträte war zu hören, dass der Waldsee schon einmal übergelaufen sei. Wolfgang Jaumann erklärte, die vorhandenen Rückhaltemaßnahmen würden bei einem Ereignis wie in Otting in Wemding nicht ausreichen. Man habe die Problematik mit dem Wasserwirtschaftsamt erläutert. Eine Aufgabe an den Planer sei, weitere Rückhaltemöglichkeiten zu suchen.

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Bürgermeister Drexler ergänzte: „In Zeiten von Starkregen und Klimaveränderung ist dieser Prozess ein ganz wesentlicher. Wir gehen jetzt ganz tief die Bereiche an, die bezüglich Hochwasser für uns relevant sind.“ Es sei wichtig, nun in die Thematik einzusteigen. So könnten die neuen staatlichen Förderprogramme genutzt werden. Die sehen hohe Zuschüsse vor. Bereits die 23000 Euro, die das Planungsbüro bekommt, werden Stadtbaumeister Jaumann zufolge zu rund 70 Prozent vom Freistaat bezahlt. Bevor das Büro beauftragt werden kann, muss die Kommune jedoch einen Förderantrag stellen und die Zusage abwarten.

Das Hochwasserschutz- und Rückhaltekonzept ist auch nach Ansicht von Anton Eireiner, Sprecher der Fraktion von CSU und Amerbacher Liste, „zwingend notwendig“, wenn man die Entwicklung der vergangenen Jahre sehe: „Wir wollen gewappnet sein, damit es uns nicht überspült, wie es leider in Otting passiert ist.“

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