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Soziales

30.04.2013

Hilfe aus Augsburg für Kinder in der Mongolei

Bunter Kreis und Kinderklinik unterstützen Krankenhaus in Ulan Bator. Es geht nicht um Geld, sondern um Wissen

Die Mongolei ist ein riesiges Land, etwa viermal so groß wie Deutschland. Doch es gibt nur eine einzige Mutter-Kind-Klinik. Sie hat 250 Betten und steht in der Hauptstadt Ulan Bator, wo ein Drittel der gut drei Millionen Mongolen wohnt. Die Ausstattung dort ist großteils veraltet und auch sonst krankt es im Gesundheitswesen des Staates. Die Kindersterblichkeit ist hoch, was auch an den harten Lebensbedingungen der Nomaden liegt. Nun wollen der Bunte Kreis und die Kinderklinik des Klinikums Augsburg mit anderen Partnern helfen. Geplant ist eine Patenschaft, bei der es nicht um Geld geht, sondern um die Vermittlung von Ausstattung und Wissen, erklärt Horst Erhardt, Geschäftsführer des Bunten Kreises.

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Als ersten Schritt möchte die Kinderklinik Betten, Geräte und andere Gegenstände abgeben. Diese sind noch in Ordnung, müssen aber im Rahmen des Umbaus und der Neukonzeption ausgewechselt werden, um effektivere Abläufe zu schaffen.

Über den Bundestagsabgeordneten und Entwicklungspolitiker Christian Ruck kam der Kontakt zum mongolischen Botschafter Baldorj Davaadorj zustande. Dieser besuchte gestern die Klinik, bedankte sich bei Vorstand Alexander Schmidtke und Prof. Michael Frühwald, Chefarzt der I. Klinik für Kinder und Jugendliche. Diese zeigten ihm unter anderem ein Durchleuchtungsgerät für Kinder, das sie abgeben. Beim Packen der Container helfen Johanniter und Malteser.

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Letztlich geplant ist eine Partnerschaft, in deren Rahmen Klinikpersonal aus der Mongolei in Augsburg hospitieren wird beziehungsweise Augsburger nach Ulan Bator reisen, um ihr Wissen weiterzugeben. Frühwald sagt: „Es ist eine schöne Entwicklung im Geiste der Kinderklinik, nicht nur für Kinder in Augsburg und Deutschland etwas zu tun, sondern auch für Bedürftige in einem Schwellenland.“ 50 Prozent der mongolischen Bevölkerung sind 18 Jahre oder jünger.

28 000 Kilometer mit umgebautem Lkw unterwegs

Um den Kontakt aufzubauen, unternimmt der Geschäftsführer des Bunten Kreises, Erhardt, eine ungewöhnliche Reise. Er hat fünf Monate Urlaub genommen, um mit einem umgebauten Lkw nach Ulan Bator zu fahren. 75 Tage wird er brauchen, durch Wüsten und über tausende Meter hohe Pässe. Es geht unter anderem durch die Ukraine, Russland, Kirgisien, Tadschikistan, Kasachstan und Usbekistan; zurück führt die Route über Moskau. Familienmitglieder und Freunde wechseln sich als Begleiter ab. Der 58-Jährige erfüllt sich mit der abenteuerlichen Fahrt einen Jugendtraum. Er will aber auch dafür sorgen, dass später alles rund läuft. „Persönliche Kontakte sollen diese Patenschaft tragfähig, nachhaltig und zukunftsorientiert machen“, sagt er.

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