Serie "Gut Essen" - Teil 36

10.10.2013

Im Reich Poseidons

Gut Essen / Gastroserie / Poseidon
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Die Einrichtung ist im Gegensatz zu anderen griechischen Lokalen schlicht.
Bild: Silvio Wyszengrad

Fisch spielt im griechischen Restaurant Poseidon an der Maximilianstraße eine Hauptrolle. Die Tradition auch.

In der griechischen Mythologie herrscht Poseidon über das Meer. Was also läge näher, als in einem Restaurant, das den Namen dieses Gottes trägt, Fisch anzubieten. Viel Fisch. „Wir legen einen großen Schwerpunkt darauf“, sagt Ntafopoulos Evangelos und schlägt die Speisekarte dort auf, wo sich der Beweis für seine Aussage findet: 20 Fischgerichte stehen da untereinander – von der Kreta-Fischplatte mit Oktopus und St.-Petersfisch bis hin zu Kalamari in Knoblauchsoße.

Restaurant von den Eltern übernommen

Evangelos ist 30 und seit gut einem Jahr Chef im „Poseidon“. Er hat es von seinen Eltern übernommen, dass er es weiterführen würde, stand seit Jahren fest. „Meine Eltern haben das Restaurant 1982 hier gegründet, mein Vater war vorher bei seinem Vater in Nürnberg, auch in der Gastronomie“, sagt Evangelos. Eine Tradition also, der man sich schwer entziehen kann.

Dennoch hat Evangelos keine klassische Ausbildung absolviert, zum Koch etwa oder zur Restaurantfachkraft. Er hat Betriebswirtschaft studiert. „In Athen, das war toll“, sagt er und lächelt. Wäre er gerne dort geblieben? Nein, sagt er und lächelt wieder. „Mir gefällt diese Arbeit in der Gastronomie. Vor allem wegen der Menschen.“

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Im Reich Poseidons
Bild: Silvio Wyszengrad

Viele Touristen kommen

Der junge Grieche trifft täglich viele Menschen. Oft sind die hundert Plätze im Restaurant mittags belegt, auch abends läuft das Geschäft. „Wir liegen an der Maximilianstraße, das ist toll, weil viele Leute einfach so vorbeikommen. Auch Touristen.“ Vor allem letztere seien in den vergangenen fünf Jahren mehr geworden. Sie kommen aus Italien, aus Japan, aus China. „Bei uns finden sie Speisen, die man von einem griechischen Restaurant erwartet.“

Was die Gäste vor allem schätzen, ist die große Speisekarte. Für den Gastronomen macht dies die Arbeit zwar schwerer. „Man muss auf so vieles vorbereitet sein.“ Das Angebot zu verkleinern, sei jedoch schwierig. „Was wollen Sie weglassen? Es gibt Gäste, die kommen wegen der Kalamari, andere wegen der Rinderleber. Man kann auf nichts verzichten.“

Griechische Atmosphäre überall zu spüren

Die griechische Atmosphäre ist im Poseidon überall zu spüren. Die Dekoration ist zwar sehr zurückhaltend, „die Fischernetze an der Decke haben wir vor einigen Jahren abgenommen“. Doch die Menschen, die im Poseidon arbeiten, kommen alle aus Griechenland und bedienen die Gäste mit einem charmanten, griechisch gefärbten Deutsch. Auch das Personal in der Küche besteht nur aus Landsleuten von Evangelos. „Dort wird auch nur Griechisch gesprochen“, sagt er. Im Sommer übrigens speisen die Gäste im Innenhof, der dank der Olivenbäumchen und einiger griechischer Statuen an einen Urlaubstag im Süden erinnert. „Auch das mögen unsere Gäste sehr.“

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