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Augsburg

01.12.2019

Jugendliche retten einem Mitschüler das Leben

Für ihr vorbildliches Verhalten bei der Rettung eines Mitschülers wurde drei Schüler ausgezeichnet - zwei waren bei der Ehrung durch Kurt Gribl anwesend: Simon Miehle (links) und Leon Maier.
Bild: Annette Zoepf

Als in Augsburg ein Schüler zusammenbrach, waren Mitschüler zur Stelle. Sie wurden ausgezeichnet - und haben einen Wunsch.

Am Boden liegt ein Mensch, bewusstlos. Viele wissen in einer solchen Situation nicht, wie sie reagieren sollen, wollen nichts falsch machen. Im schlimmsten Fall tun sie gar nichts. Nicht so Elias Krieger (16), Simon Miehle (17) und Leon Maier (17). Die Jugendlichen haben durch ihr beherztes Eingreifen einem Mitschüler der Reischleschen Wirtschaftsschule (RWS) in Augsburg das Leben gerettet. Dafür sprach ihnen Oberbürgermeister Kurt Gribl die öffentliche Anerkennung aus. Die Jugendlichen erhielten eine Urkunde sowie die Medaille „Patrona Bavariae“.

Schüler helfen Mitschüler in Augsburg

Im Januar hatte ein Schüler der RWS das Bewusstsein verloren. Elias Krieger, der an der Verleihung nicht teilnehmen konnte, fand ihn und holte sofort den Lehrer und Schulsanitäter Ulrich Winkler zu Hilfe. Als Leon Maier und Simon Miehle das Geschehen bemerkten, halfen sie ohne zu zögern mit. Maier holte einen mobilen Defibrillator für die Reanimation, während Simon Miehle den Bewusstlosen von schaulustigen Mitschülern abschirmte und den Weg für den Rettungsdienst frei hielt. Der Mitschüler, der offenbar einen Herzfehler hat, konnte so bestmöglich versorgt werden. Nach einer Woche im Krankenhaus durfte er wieder nach Hause. Es geht ihm heute wieder gut, erzählten seine Helfer. „Ohne den Einsatz der Schüler wäre der Junge wahrscheinlich gestorben“, sagte Kurt Gribl und berief sich dabei auf die Aussage des zuständigen Notarztes.

Sie helfen auch in der Feuerwehr

Für Leon Maier und Simon Miehle war ihr Einsatz eine Selbstverständlichkeit. Beide sind seit Jahren bei der Freiwilligen Feuerwehr Inningen aktiv und auch Teil des schulischen Sanitätsdienstes. „Sie haben sich Fertigkeiten angeeignet, die darauf ausgerichtet sind, anderen zu helfen“, so Gribl. Dank ihrer Ausbildung wussten beide sofort, was zu tun ist. „Das sind geübte Handgriffe, da muss man nicht viel nachdenken“, meinte Leon Maier. Wenn es nach ihnen ginge, sollte jeder regelmäßig Auffrischungskurse in erster Hilfe machen.

Trotz ihrer Freude über die Ehrung, waren die jungen Männer auch nachdenklich. „Es gibt insgesamt viel zu wenig gesellschaftliche Anerkennung für Organisationen und Menschen, die jeden Tag Leben retten und für andere da sind“, befand Leon Maier. Beide hoffen, dass sich das ändert.

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