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Augsburg

26.02.2013

Kinder sind die neue Zielgruppe der Stadtbücherei

Die Stadtbücherei am Ernst-Reuter-Platz.
Bild: Foto: Janina Funk

Stadtteil-Filialen sollen sich stärker um Leseförderung und sprachliche Bildung kümmern. Andere Aufgaben werden reduziert

Die Stadtbücherei stellt sich neu auf und setzt dabei in erster Linie bei den Stadtteil-Filialen an: Sie sollen sich künftig stärker auf Kinder im Grundschulalter konzentrieren. Das bedeutet gleichzeitig, dass andere Aufgaben wegfallen könnten: „Die Zweigstellen müssen Abschied nehmen von der Vorstellung, als ,kleine Zentralen‘ ein umfassendes Angebot für alle bereitzuhalten“, sagt der Bremer Bücherei-Experte Meinhard Motzko.

Seit Herbst vergangenen Jahres arbeitet er an einem neuen Konzept für die Stadtbücherei. Gestern präsentierte er dem Kulturausschuss des Stadtrates ein Zwischenergebnis. Es basiert auf einer umfassenden Analyse der Augsburger Bevölkerungsstruktur und lässt sich stark verkürzt so zusammenfassen: Die Bücherei muss sich stärker auf Leseförderung und sprachliche Bildung ihrer Nutzer konzentrieren.

„50 bis 70 Prozent der Kinder haben Bedarf an sprachlicher Förderung“, sagt Motzko. Diese Zahl beziehe sich nicht allein auf Buben und Mädchen mit Migrationshintergrund. „Auch Deutsche sind betroffen, weil es keine Erzählkultur mehr gibt, weil Eltern ihren Kindern nicht mehr vorlesen, weil viele Kinder bis zum Ende des Grundschulalters kein einziges Buch in die Hand bekommen“, sagt er überspitzt. Hier könnte künftig die Arbeit der Stadtbücherei ansetzen.

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Welche Maßnahmen nötig sind, um dieses Ziel zu erreichen, wollen Motzko, Büchereileiter Manfred Lutzenberger und die 45 Mitarbeiter bis zum Ende des Jahres diskutieren. Schon jetzt gibt es einige Vorschläge. Die Details:

Zweigstellen Die Stadtbücherei verfügt über Zweigstellen in Haunstetten, Göggingen und Lechhausen, im Oktober wird eine vierte in Kriegshaber eröffnet. Technisch sollen diese Filialen besser ausgestattet, die Öffnungszeiten von elf auf mindestens 22 Stunden pro Woche ausgeweitet werden. Inhaltlich sollen sich die Filialen auf Kinder im Grundschulalter ausrichten. Hintergrund: Kinder in diesem Alter nutzen eine Bibliothek erfahrungsgemäß nur, wenn sie nicht weiter als fünf Kilometer von der Wohnung entfernt ist.

Zentrale Sie soll zwar ebenfalls einen Schwerpunkt auf Kinder und Jugendliche setzen, muss aber als „Herz“ der Stadtbücherei ein möglichst umfassendes Angebot bieten. Auch die Erwachsenenbildung muss eine Rolle spielen.

Bücherbus Er soll bleiben, die Öffnungszeiten könnten sogar erweitert werden. Dazu wäre aber mehr Personal nötig. Auch der Bus selbst muss ersetzt werden: Er ist über 30 Jahre alt.

Personal Die Konzentration auf sprachliche Bildung macht es nötig, beim Personal in den Filialen nicht nur auf Bibliothekare zu setzen. Denkbar ist laut Motzko, auch Erzieher ins Team zu holen.

Inwieweit die Ergebnisse der Workshops umgesetzt werden, darüber entscheidet am Ende die Politik. Deutlich wurde im Ausschuss gestern aber, dass sich die Analyse, die der Bücherei-Konzeption vorausging, womöglich auch auf andere Augsburger Kultureinrichtungen übertragen lässt. "Kommentar

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