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Augsburg-Stadt

26.07.2014

Klinik-Umzug übers Wochenende

Die Vorbereitungen für den Umzug laufen: Assistenzarzt Björn Henkel, Chefarzt Prof. Gernot Buheitel, Schwester Monika Blum und Assistenzärztin Sara Saidy-Red (von links).
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Die Vorbereitungen für den Umzug laufen: Assistenzarzt Björn Henkel, Chefarzt Prof. Gernot Buheitel, Schwester Monika Blum und Assistenzärztin Sara Saidy-Red (von links).

 Das neue Kinderkrankenhaus wurde gestern offiziell eingeweiht. Der Betrieb startet aber erst im September. Dann steht eine logistische Meisterleistung an

Augsburg Am Klinikum ist gestern das neue Kinderkrankenhaus, das direkt neben dem Hauptgebäude errichtet wurde, offiziell eingeweiht worden. In den kommenden Monaten werden noch Restarbeiten erledigt. Ärzte, Pfleger und Schwestern können sich mit den neuen Räumen vertraut machen, bevor der Betrieb Ende September/Anfang Oktober startet. Das alte Kinderkrankenhaus an der Neusässer Straße wird dann nach knapp 50 Jahren Betrieb ausgemustert. Die räumlichen Zustände für kleine Patienten und Eltern waren dort schwierig – teils standen Betten in Zimmern so dicht, dass Besucher lieber über den Balkon in die Zimmer kamen. Zudem hatte bei der Planung des alten Krankenhauses noch keine Rolle gespielt, dass sich heute häufig ein Elternteil mit aufnehmen lässt. Gangtoiletten und -duschen sind üblich.

Im neuen Gebäude, das Kinderklinik/Mutter-Kind-Zentrum heißt, werden die Abteilungen des Kinderkrankenhauses sowie die Kreißsäle und die Familienstation, bisher im Hauptgebäude des Klinikums verteilt, untergebracht. Der Vorteil: Kreißsäle, Kinder- und Geburtsstation sowie Intensivstation liegen näher beisammen. Gab es im Kreißsaal überraschend Probleme, musste bisher ein Kinderarzt mit einem Tretroller durch einen unterirdischen Gang zwischen den Komplexen sausen. „Um bestmögliche Behandlungsergebnisse zu erzielen, ist uns die ganzheitliche Versorgung wichtig“, so Prof Michael Frühwald, Chefarzt der I. Klinik für Kinder und Jugendliche.

Die neue Klinik wirkt von außen kleiner als das bisherige Kinderkrankenhaus, ist innen aber großzügiger. Innenhöfe sorgen für Tageslicht. Einzel- und Zweibett-Zimmer sind Standard, in 75 Prozent der Zimmer kann ein Elternteil mit aufgenommen werden. Im alten Haus war das mit drangvoller Enge und provisorischen Klappbetten verbunden. Jedes Zimmer verfügt jetzt über ein eigenes Bad.

Klinik-Umzug übers Wochenende

Mit 153 Betten hat das neue Haus 20 Betten weniger als früher. „Faktisch macht das aber keinen Unterschied“, sagt Zentrumsmanager Jörg Roehring. Denn in der alten Klinik waren die großen Mehrbett-Zimmer ohnehin nicht nutzbar, wenn dort ein Kind mit ansteckender Krankheit lag. Weil im neuen Haus Zimmer mit weniger Bettenbelegung vorgesehen sind, stehen dort nicht mehr so viele Betten leer, wenn ein ansteckendes Kind in einem Zimmer liegt. Um für den Konkurrenzkampf zwischen den Geburtskliniken der Region fit zu sein, wurde auf der Geburtsstation auf wohnliche Ausstattung wert gelegt. Für die Wöchnerinnen gibt es sogar eine Dachterrasse. Im Klinikum kommen jährlich 1600 Kinder zur Welt. Im Josefinum, das auch groß saniert, sind es knapp 2800.

In Betrieb genommen wird das neue Krankenhaus voraussichtlich Ende September. Dann steht ein logistischer Kraftakt an. Innerhalb von 72 Stunden werden alle drei Kliniken des Kinderkrankenhauses samt Personal und Patienten umziehen, ebenso die Geburtsklinik und Familienstation aus dem Haupthaus.Geplant ist das Ganze an einem Wochenende. „Es ist eine komplexe Aufgabe“, sagt Roehring. Schließlich müsse die Versorgung von Patienten, etwa mit einer Intensivstation für alle Fälle, gewährleistet sein.

Aus der alten Kinderklinik werden kaum Einrichtungsgegenstände mitgenommen. „Vieles dort ist in die Jahre gekommen“, so Roehring. Was mit den Gebäuden des alten Kinderkrankenhauses passiert, ist noch unklar, so Klaus Beekmann, zuständig für den Baubereich am Klinikum. Möglicherweise werde man einen Teil als Ausweichquartier nutzen, wenn es an die Sanierung des Haupthauses geht.

Der Kampf für den Neubau einer Kinderklinik dauerte Jahre, errichtet war der Komplex in drei Jahren. „Wie wichtig der Stadt, dem Landkreis und dem Freistaat Bayern die medizinische Versorgung unserer kleinen und großen Patienten ist, dokumentiert unser Engagement an diesem Neubau im Besonderen und an der Generalsanierung des Klinikums im Allgemeinen“, so Oberbürgermeister Kurt Gribl (CSU). Klinikums-Vorstandsvorsitzender Alexander Schmidtke sprach von einem „echten Meilenstein“.

Die Kosten lagen bei etwa 43 Millionen Euro, der Großteil wurde vom Freistaat gefördert. Der Verein „Mukis“ steuerte über Spenden eine Million Euro bei, die vor allem für die Ausstattung verwendet wird.

Tag der offenen Tür Am Sonntag findet ab 11 Uhr das Sommerfest der Kinderklinik und des Bunten Kreises statt. Der Neubau kann besichtigt werden. Zudem ist der Blick in einen Rettungshubschrauber möglich.

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