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Augsburg

13.01.2019

Lösung für Kongressparkhaus in Sicht: Wird die Ruine abgerissen?

Die Bau-Ruine des Parkhauses am Wittelsbacher Park soll abgerissen werden.
Bild: Michael Hochgemuth

Plus Jahrelang stritten die Eigentümer über die Zukunft des maroden Kongressparkhauses. Nun ist eine Tiefgarage mit 700 Plätzen geplant – und ein besonderes Wohnhaus.

Nach jahrelangem Streit um das marode und teilweise gesperrte Kongressparkhaus scheint eine Lösung in Sicht: Bernhard Spielberger, einer der Eigentümer, will das Parkhaus am Wittelsbacher Park abreißen lassen. Auf dem Areal sowie einem südlich daran anschließenden Grundstück möchte er eine fünfstöckige Tiefgarage mit 700 Stellplätzen sowie ein bis zu 30 Meter hohes Wohnhaus für 170 Wohnungen errichten. Damit hätte die Kongresshalle wieder Stellplätze für Besucher in unmittelbarer Nähe zur Verfügung. Spielbergers Pläne werden am kommenden Donnerstag im Bauausschuss des Stadtrats beraten.

Der Streit über die Zukunft des Parkhauses zieht sich seit etlichen Jahren. Seit 2012 ist der Großteil des maroden Parkhauses gesperrt. Besucher der Kongresshalle müssen seither auf den etwa 500 Meter entfernten Parkplatz der Sporthalle ausweichen. Bei Tagungen müssen Pendler, die sonst auf dem Parkplatz stehen, ihre Fahrzeuge dann im ohnehin schon dicht beparkte Antonsviertel abstellen. Hintergrund für den jahrelangen Stillstand war ein Streit unter den Teileigentümern über die Zukunft des Parkhauses.

Abriss des Kongressparkhauses: Geplant ist ein hufeisenförmiges Gebäude

Spielberger, der die Mehrheit in der Eigentümergemeinschaft hat, wollte es abreißen und untermauerte dies mit einem Gutachten zur fehlenden Standsicherheit. Teileigentümer und Immobilienunternehmer Anton Lotter wollte hingegen eine Sanierung des Parkhauses. Vor einem knappen Jahr einigten sich Spielberger und Lotter – beide als streitbare Unternehmer in Augsburg bekannt – dann überraschend. Lotter wird demnach seinen Anteil an Spielberger verkaufen. Inzwischen, so Spielberger auf Anfrage, sei auch der Kauf des südlich gelegenen Nachbargrundstücks absehbar, nachdem sich die Verhandlungen über den Preis mit dem dortigen Eigentümer im Sommer noch schwierig gestalteten. „Der Vertrag liegt schon beim Notar“, so Spielberger.

Sollte dieses Geschäft über die Bühne gehen, hätte Spielberger den Baugrund, um das Projekt durchzuziehen. Geplant ist ein hufeisenförmiges Gebäude mit drei beziehungsweise vier Vollgeschossen und Penthouse sowie ein insgesamt neun Stockwerke hoher Turm mit rund 30 Metern Höhe. Der turmartige Bau soll einen fast gleichen Durchmesser wie der Hotelturm haben, wenngleich er deutlich niedriger als der mit 167 Metern (mit Antenne) hohe Hotelturm sein würde. Platz sein soll für 170 Wohnungen, wovon ein Drittel als geförderter Wohnungsbau eine soziale Bindung bekommen würde. Von den 700 Stellplätzen sind 300 für Kongresshallenbesucher, 150 für Gäste des Dorint-Hotels, 200 für die Bewohner des neuen Gebäudes und 50 für Anwohner gedacht. Die Bewirtschaftung der Parkgarage will Spielberger selbst übernehmen.

Kommt dennoch eine Tiefgarage unter der Gögginger Straße?

Allerdings müsste die Stadt für das Vorhaben den Bebauungsplan ändern. Zuletzt hatte sie für das Areal eine andere Lösung im Auge gehabt, die den Überlegungen Lotters und des anderen Grundstückseigentümers entsprach. Demnach hätte das Parkhaus erhalten oder neu gebaut werden sollen und auf dem südlichen Grundstück ein dicht ans Parkhaus anschließendes Wohnhaus mit Blick in den Park gebaut werden sollen. Durchsetzen ließ sich das nie, weil Spielberger sich mit seiner Anteilsmehrheit querlegte. Für sein Projekt hält er nun rund dreieinhalb Jahre reine Bauzeit für realistisch.

Ungewiss ist, ob die Stadt angesichts der neuen Entwicklung ihre Überlegungen für eine Tiefgarage unter der Gögginger Straße fortsetzt. Sie hatte entsprechende Grobplanungen für eine Garage mit 360 Stellplätzen begonnen, nachdem bei den Eigentümerstreitigkeiten im Parkhaus keine Einigung absehbar war. Schätzungen gehen von 20 Millionen Euro Baukosten aus. Allein die Auswahl eines Investors dürfte mindestens drei Jahre dauern. Oberbürgermeister Kurt Gribl (CSU) hatte 2018 gesagt, dass man nicht einfach die Hände in den Schoß legen und warten wolle, bis es im Parkhaus eine Einigung gibt. Sofern es dort Bewegung gebe, könne man die Tiefgaragenpläne noch ändern. Sie seien nicht als „Gegenprojekt“ zum Kongressparkhaus zu sehen.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar von Stefan Krog: Kongressparkhaus: Plan ist noch lange keine Realität.

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