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Modular-Festival

25.05.2016

Modular: Errdekas perfekter Beat

Hip-Hop trifft auf Klassik: Errdeka (Raphael Endraß) probt mit dem Puppet-On-A-String-Orchester im Augsburger Kongresssaal.
Bild: Ulrich Wagner

Das Orchester "Puppet On A String" interpretiert in diesem Jahr Songs von Errdeka neu. Beim Modular steht es mit dem Deutschrapper auf der Bühne.

Als Rapper in die Rolle einer Puppe schlüpfen und sich fernsteuern lassen – das passt nicht in die harte und von Männern dominierte Welt des Hip-Hop und Rap. Rapper Errdeka macht das trotzdem, als Marionette eines Orchesters. Und genau darauf ist er gerade richtig stolz. Er lässt das Augsburger Orchester Puppet on a string (zu Deutsch: Marionette) seine Songs neu arrangieren. Aber nur vorübergehend und nur für das Modularfestival.

Das Puppet-On-A-String-Orchester ist seit Jahren fester Bestandteil des Modulars. Im vergangenen Jahr hat es das Festival eröffnet. Während das Orchester damals mit mehreren Künstlern auf der Bühne stand und deren Songs neu interpretierte, hat es für das bevorstehende Event nur einen Mann im Fokus: den deutschen Newcomer und Rapper Errdeka. Der übrigens hat auf dem Modular bereits den Pop-Preis Roy abgestaubt und steht dort nicht zum ersten Mal auf der Bühne.

Errdeka beim Modular: Für den 25-Jährigen ein Heimspiel

Für Raphael Endraß alias Errdeka ist das Festival gleichzeitig ein Heimspiel. Der 25-Jährige stammt aus Mering im Landkreis Aichach-Friedberg. Er ist beim Label „Keine Musik“ unter Vertrag, das der Deutschrapper Prinz Pi vermarktet. Die fünf Arrangeure von Puppet on a string haben sich acht von Erredekas Songs geschnappt und umgemodelt.

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Die fünf, das sind Tom Jahn, Samuel Heinecker, Kay Fischer, Tim Allhoff und Tilman Herpichböhm. Sie haben viel experimentiert und sich an die Deutschrap-Nummern von Errdeka angelehnt. Sie veränderten die Struktur, bauten hier und da ein Solo ein. Sie verliehen den Songs eine klassische Note, aber so, dass das Original noch zu erkennen sei. „Es sind abgefahrene Arrangements entstanden“, sagt Arrangeur Tilman Herpichböhm. Als Errdeka die neuen Interpretationen zum ersten Mal gehört hat, war er erstaunt. Für ihn sind die Geigen, Trompeten und Posaunen in seinen Songs etwas Neues. „Es war ungewohnt, meine Lieder auf einmal anders zu hören. Aber geil. Das Orchester hat es drauf.“

In den Proben kristallisierte sich dann heraus, ob die Arrangements funktionieren oder nicht. Technische Fehler tauchten auf und wurden behoben. Schlagzeuger Tilman Herpichböhm sagt: „Es waren nur Kleinigkeiten, die man verbessern musste.“ Die Musiker des Orchesters sind größtenteils Schüler des musischen Gymnasiums St. Stephan in Augsburg und Musikstudenten. Wie Herpichböhm sagt, fanden sie sich schnell in den neuen Stücken zurecht.

Kurz vor dem Beginn des Modulars sitzt Errdeka bei einer der letzten Proben mit dem Orchester im Augsburger Kongresssaal. Tattoos ragen unter seinem weißen T-Shirt hervor. Er trägt schwarze Boots, schwarze Hose und eine schwarze Cap. Gemeinsam proben sie das Stück „Der perfekte Beat“. Das Orchester wird leiser, nur noch Streicher, Snare und seine Stimme klingen von der Bühne.

Errdeka und Orchester: Für den Rapper geht ein Traum in Erfüllung

Für Errdeka geht jetzt ein Traum in Erfüllung: Mit einem Orchester auf der Bühne zu stehen, habe große Klasse. Tilman Herpichböhm, Berufsschlagzeuger, sieht das genauso und ist froh, die ideale Besetzung gefunden zu haben. „Es ist etwas Besonderes, ein Highlight, das es selten gibt.“ Die Stücke von Errdeka kenne man so nicht, sagt er. Fans könnten sich nicht nur auf den Track „Der perfekte Beat“ freuen.

Während für das Orchester haufenweise Arbeit anstand, verrät Errdeka, dass er in die Vorbereitungen nicht so viel Energie wie die Arrangeure stecken musste. „Ich hab ja nur die Texte, die ich auf die Hintergrundmusik legen muss. Das ist nicht so hart“, sagt er und lacht. Rund 25 Musiker werden auf der Bühne stehen. All das zu koordinieren erfordere viel Expertise.

Raphael Endraß freut sich nicht nur wegen des Auftritts mit Puppet on a string auf das Modular. Er hat noch weitere Favoriten auf dem Programm. Er will sich auf jeden Fall Dillon oder Fatoni anschauen. „Die find ich super.“ Und dann steht ja noch die After-Party auf dem Modular-Gelände an. Ein perfekter Abschluss für sein Konzert mit dem für ihn perfekten Beat.

Das Modular beginnt am Donnerstag, 26. Mai, und geht bis Samstag, 28. Mai. Über 50 verschiedene Bands und Künstler treten rund um den Wittelsbacher Park auf. Errdeka und das Puppet-On-A-String-Orchester spielen am Freitag, 27. Mai von 22 bis 23 Uhr auf der Bühne im Park.

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