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26.07.2010

Nach der Operation fast blind

Die Operation sollte den schleichenden Verlust des Augenlichts aufhalten. Doch sie bewirkte offenbar das Gegenteil: Der Patient war danach auf dem linken Auge erblindet, auf dem rechten sieht er nur noch stark eingeschränkt. Heute steht der Augenarzt (62), der diese Operation vorgenommen hat, deshalb vor dem Augsburger Amtsgericht.

Die Staatsanwaltschaft hatte Anklage gegen den Mediziner wegen fahrlässiger Körperverletzung erhoben. Die Behörde beruft sich in ihrer Anklageschrift auf drei medizinische Gutachten, die dem Arzt eine falsche Behandlung des Patienten bescheinigen.

Das Amtsgericht hatte deshalb ohne öffentliche Verhandlung einen Strafbefehl gegen den 62-Jährigen erlassen. Hätte er die Geldstrafe akzeptiert, wäre der Fall erledigt. Doch damit ist der Mediziner nicht einverstanden. Der Augenarzt hat Einspruch eingelegt, deshalb gibt es nun doch einen richtigen Strafprozess.

Im Dezember 2007 beginnt der Fall der Anklage zufolge mit einer Diagnose: Der Augenarzt stellt bei seinem Patienten einen "Grauen Star" fest. Außerdem diagnostiziert er eine sogenannte diabetische Retinopathie, eine durch die Zuckerkrankheit hervorgerufene Erkrankung der Netzhaut. Diese Krankheit vermindert die Sehschärfe, reduziert das Sichtfeld und kann zur Erblindung führen.

Nach der Operation fast blind

Der Augenarzt empfiehlt seinem Patienten eine Operation - obwohl er nach Ansicht der Ermittler zuvor wichtige Faktoren nicht überprüft hat. Nach der Operation des "Grauen Stars" an beiden Augen verstärkt sich die Retinopathie.

Das weitere Geschehen schildert die Anklage so: Der Patient wird vom Arzt noch mehrmals untersucht, erhält jedoch nicht die erforderliche Behandlung. Weil sich der Augeninnendruck erhöht, wird dem Kranken im Februar 2008 übel. Er kommt ins Augsburger Klinikum und wird dort zwei Wochen stationär behandelt. Das linke Auge erblindet, rechts ist das Sehvermögen jetzt stark eingeschränkt.

Im Prozess steht es dem Arzt frei, ob er schweigt oder eine Aussage macht. Da er gegen den bereits erlassenen Strafbefehl vorgegangen ist, spricht jedoch viel dafür, dass er sich in der Sache verteidigen will. Danach entscheidet das Gericht.

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