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Augsburg

28.08.2020

Neue Räume: Stadtwerke schaffen am Gaswerk weiteren Platz für Künstler

Auf dem Gaswerk-Areal in Oberhausen wurde vor vielen Jahren Kohle verarbeitet. Heute arbeiten dort Kulturschaffende.
Bild: Uli Wagner

Plus Im Augsburger Gaswerk wurde einst Kohle verarbeitet. Seit wenigen Jahren dient es als Kunst- und Kulturort. Und es entstehen nach und nach Räume für Künstler.

Die Entwicklung des Gaswerks Augsburg zu einem Zentrum für Kunst- und Kreativwirtschaft wird weiter vorangetrieben: Mit einem Neubau, der Ende 2021 fertig sein soll, wollen die Stadtwerke, denen das Gelände gehört, Platz schaffen für Bands und Musiker. Knapp 2000 Quadratmeter sollen für sie künftig zur Verfügung stehen. Parallel wird bis Herbst 2022 das sogenannte Reinigergebäude für Start-ups und Unternehmen der Kreativwirtschaft saniert.

Bis 2001 diente das Gaswerk Augsburg als Gasspeicher

In dem Neubau im Bereich der ehemaligen „Westlichen Werkstätten“ sollen Räume entstehen, die auf die Bedürfnisse der Bands und Musiker abgestimmt sind. Viele der Musiker kommen vom Reese-Areal Kriegshaber nach Oberhausen. Das Reinigergebäude wird voraussichtlich bis Herbst 2022 fertig, die Sanierung wird rund zehn Millionen Euro kosten, so die Stadtwerke. Im Gebäude werden dann Start-ups und Unternehmen der Kreativwirtschaft einziehen können.

Noch 1968 wurde im Gaswerk Stadtgas aus Kohle hergestellt. Seit 1978 wird Augsburg nur noch mit Erdgas versorgt, die Gasbehälter in Oberhausen dienten aber noch bis 2001 als Gasspeicher. Das Werk wurde danach stillgelegt und war bis Herbst 2018 eine Industriebrache. Die Stadtwerke haben die Gebäude seitdem unterhalten, aber kaum genutzt. Seit 2016 entwickeln sie das Industrie-Ensemble als Eigentümer zusammen mit der Stadt Augsburg zu einem Zentrum für Kunst- und Kreativwirtschaft.

Das Gaswerk bietet aktuell auf mehr als 2500 Quadratmetern geförderte Kulturflächen. Kreativschaffende, die einst auf dem Reese-Areal beheimatet waren, arbeiten nun auf dem Gaswerk-Areal. Zudem sind im vergangenen Jahr das Staatstheater mit der Brechtbühne, erste Unternehmen der Kreativwirtschaft sowie die Gastronomie im Ofenhaus auf das Gelände gezogen.

Das Modular-Festival ist mittlerweile am Gaswerk beheimatet

An das denkmalgeschützte Gebäude, in dem die Brechtbühne untergebracht ist, wurde in der Vergangenheit ein Neubau mit einer Metallfassade mit Rostoptik angebaut. Mit Konzerten und dem Modular-Festival hat sich das Gaswerk im vergangenen Jahr auch bereits als Festivalstandort bewährt.

Mit dem Neubau können Ende 2021 die restlichen Mieter vom Reese-Gelände aufs Gaswerk ziehen. Dann werden insgesamt rund 120 Einheiten für Künstler und Musiker auf dem Gaswerk entstanden sein. Stadt und Stadtwerke vermieten die Räume zu niedrigen Preisen an die Künstler. „Das ist ein weiterer Meilenstein auf unserem Weg, das Gaswerk zum Kreativquartier und Kultur-Hotspot der Region zu entwickeln“, sagt swa-Geschäftsführer Alfred Müllner. „Der Neubau im Zusammenspiel mit dem Reinigergebäude bietet ein Mehr an Flexibilität und Entwicklungsraum.“

2019 hieß es vonseiten der Stadtwerke, das Unternehmen plane, insgesamt zwischen 120 und 130 Millionen Euro in das Areal zu stecken. In zehn bis 15 Jahren soll die Entwicklung abgeschlossen sein. Die Stadtwerke Augsburg werden laut eigener Aussage das rund 70.000 Quadratmeter große Gelände mit den historischen Industriebauten und dem weithin sichtbaren Wahrzeichen des Stadtteils Oberhausen, dem Gaskessel, außerdem für die Allgemeinheit öffnen.

Am Gaswerk-Areal gibt es zahlreiche Veranstaltungen bis September

So werden nicht nur Freiflächen für Konzerte und Festivals entwickelt, sondern auch die Grünanlagen gestaltet. Zusammen mit dem Landschaftspflegeverband der Stadt Augsburg wurde eine Blühwiese angelegt, in Kooperation mit dem Amt für Grünordnung und Schulklassen werden Gärten entstehen. Neben der bestehenden Gastronomie im Ofenhaus mit Biergarten seien weitere gastronomische Angebote vorgesehen.

Während der Corona-Krise fungierte das Gaswerkareal auch vermehrt als Open-Air-Location. Zwar musste das seit 2019 hier stattfindende Modular-Festival abgesagt werden, jedoch finden seit Juli Konzerte und andere kulturelle Veranstaltungen dort statt. Maximal 34 Mal darf die Bühne von Juli bis September bespielt werden. Es gibt Veranstaltungen in den Bereichen Pop, Theater, Literatur, Klassik und auch Termine für Kinder. Sie finden donnerstags bis sonntags statt. (jovos/AZ)

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