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Augsburg

03.11.2014

Peter Grab kämpft um seinen Ruf

Peter Grab ist entschlossen, um seinen Ruf zu kämpfen.
Bild: Fred Schöllhorn

Eine Frau wirft dem Stadtrat und Ex-Bürgermeister Missbrauch vor. Der 56-Jährige kontert nun mit einer Anzeige wegen Verleumdung. Auch eine Haarprobe  will er abgeben.

Peter Grab ist entschlossen, um seinen Ruf zu kämpfen. Der Pro-Augsburg-Stadtrat und Ex-Bürgermeister geht weiter in die Offensive, um sich gegen Missbrauchs- und Drogenvorwürfe zu wehren. Eine Frau aus dem Raum Augsburg wirft dem bekannten Kommunalpolitiker vor, er habe sie Mitte Oktober in seiner Wohnung mit K.-o.-Tropfen gefügig gemacht und sexuell missbraucht. Grab, 56, bestreitet die Vorwürfe vehement und geht jetzt gegen die Frau strafrechtlich vor. Er hat Anzeige gegen sie erstattet.

Rechtsanwalt wittert gezielte Kampagne gegen Grab

Grabs Anwalt Dominik Hofmeister bestätigt, dass man der Frau in einer Strafanzeige üble Nachrede und Verleumdung vorwerfe. Die von der Frau öffentlich im Internet vorgebrachten Vorwürfe hätten „ein Maß erreicht, das niemand tolerieren muss“, so Hofmeister. Der Rechtsanwalt wittert eine gezielte Kampagne gegen Grab. Deshalb sei auch geplant, mit einer Anzeige gegen den Internet-Blogger Arno Loeb vorzugehen, der unter anderem intime Details aus angeblichen Sex-Chats zwischen Grab und der Frau veröffentlichte. „Aus unserer Sicht erfüllen mehrere seiner Äußerungen den Tatbestand der Beleidigung“, sagt Hofmeister.

Die Frau gibt zudem an, Peter Grab sei bei dem Vorfall, der sich am 21. Oktober in seiner Wohnung in der Innenstadt abgespielt haben soll, womöglich selbst unter Drogeneinfluss gestanden. Auch das bestreitet der ehemalige Kulturbürgermeister und jetzige Fraktionsgeschäftsführer der Bürgervereinigung Pro Augsburg.

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Grab will Haartest machen lassen

Grab will das mit einem Haartest widerlegen. Mit einer Haaranalyse ist es möglich, auch länger zurückliegenden Drogenkonsum nachzuweisen. Grab hat sich am Montag intensiv mit seinen Anwälten beraten, wie er gegen die Vorwürfe vorgehen will. Er muss damit rechnen, dass ihn demnächst auch Kripobeamte zu dem Fall befragen wollen. Die Frau hatte am Freitag, zwei Tage nach den ersten Veröffentlichungen im Internet, eine Anzeige gegen ihn erstattet. Die Ermittler müssen nun prüfen, ob sich Anhaltspunkte für eine Straftat finden oder nicht. Viel wird in dem Verfahren auch davon abhängen, wie glaubwürdig die Aussage der Frau erscheint.

Wie der Sender hitradio.rt1 berichtet, erhob die Frau vor rund drei Jahren schon einmal Vorwürfe gegen einen Politiker. Aber in einem ganz anderen Zusammenhang. Damals ging es demnach um den Fall eines Mädchens, das mit seinen Eltern Schwierigkeiten hatte und bei dem das Jugendamt des Augsburger Landratsamtes nach Ansicht der Frau nicht korrekt gearbeitet hatte. Die Frau protestierte vor dem Amt und warf Landrat Martin Sailer vor, Mitarbeiter zu decken. Die Vorwürfe bestätigten sich aber nicht.

Internet-Blogger Arno Loeb berichtete damals über den Protest der Frau, inzwischen ist der Beitrag nicht mehr auf seiner Seite zu finden. Noch eine andere Spur im Internet ist ungewöhnlich. Am 27. Oktober veröffentlichte Grab im sozialen Netzwerk Facebook ein Video, in dem er die Frage stellt: „Soll ich oder soll ich nicht?“ Er bezieht sich damit auf Spekulationen, wonach er eine Bar in der Maxstraße übernehmen könnte. Dort hatte er in seiner Zeit als Bürgermeister einmal als Kellner ausgeholfen – und Kritik geerntet. Die Frau, die nun Vorwürfe gegen Grab erhebt, kommentierte das Video und klickte auf „Gefällt mir“ – wenige Tage nach dem angeblichen Missbrauch.

Dass Peter Grab tatsächlich Kontakte zu der Frau hatte, bestreitet er nicht. Am Montagabend veröffentlichte er im Internet aber eine persönliche Erklärung, in der er ihre Missbrauchsvorwürfe als „wahrheitswidrig“ bezeichnet. Er bittet zudem darum, seine Kinder und seine frühere Lebensgefährtin, von der er seit Anfang Oktober getrennt sei, in Ruhe zu lassen.

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