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Christkindlesmarkt

12.12.2016

Schadet der Bier-Ausschank der Weihnachtsstimmung?

Der Verkauf von kühlem Bier ist auf dem Augsburger Christkindlesmarkt tabu. Ein Standbetreiber hatte den Ausschank gewünscht.
Bild: Silvio Wyszengrad

Standbetreiber wollen auf dem Augsburger Christkindlesmarkt auch Bier anbieten und argumentieren unter anderem mit dem Klimawandel. Die Stadt sieht das noch anders.

Kulinarisch hat der Augsburger Christkindlesmarkt einiges zu bieten. Neben warmen Mahlzeiten wie Bratwurst, Kartoffelpuffer oder Crêpes, gibt es heiße Getränke, etwa Glühwein oder Kinderpunsch – nur ein kühles Bier sucht man bislang vergebens. Wenn es nach Standbetreiber Walter Wiedemann geht, soll sich das ändern. „Der Bedarf und Wunsch nach Bier auf dem Christkindlesmarkt ist auf jeden Fall da“, sagt Wiedemann.

Ein Grund, warum auch der Gerstensaft auf dem Markt Einzug halten soll, ist aus seiner Sicht der Klimawandel. Er sagt: „Es bleibt draußen auch im Winter immer öfter warm. Da wollen viele eben keinen heißen Glühwein mehr, sondern lieber ein kühles Bier.“

„Dann bringen sie die Bierflaschen halt mit“

Der Betreiber des „Weihnachtsstadls“ ist sich sicher, dass das Angebot genutzt werden würde. Seiner Meinung nach tränken mittlerweile viele Leute ohnehin Bier auf dem Markt, nur brächten sie die Flaschen eben von zuhause mit. „Da können wir es auch gleich an den Ständen anbieten“, sagt Wiedemann.

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Die Idee, Bier auf dem Christkindlesmarkt zu verkaufen, kam ihm bei einem Besuch in Hamburg. Dort gehört das Bier zum Markt wie der Glühwein. „In Hamburg gibt es ganze Weißbierzelte“, weiß Wiedemann.

Wäre das auch etwas für Augsburg? Bei der Stadt hält man es lieber traditionell und will kein Bier zulassen. „Die Idee von Herrn Wiedemann und manchen seiner Kollegen steht seit längerer Zeit im Raum“, sagt der Leiter des Marktamtes, Werner Kaufmann. „Sie wurde bisher aber immer abgelehnt.“

Getränke sollen laut Marktamt weihnachtlich bleiben

Denn damit auf dem Christkindlesmarkt weiterhin die richtige Weihnachtsstimmung aufkommt, sollen auch die Getränke weihnachtlich bleiben. „Glühwein und Punsch gehören in die Vorweihnachtszeit, kaltes Bier nicht“, sagt Kaufmann. Auch wenn Walter Wiedemann anderer Meinung ist, kann er die Position der Stadt verstehen: „Ich kann das nachvollziehen. Das Verhältnis zur Stadt ist sehr gut, es gibt deswegen keinen Streit.“

Außerdem wurde Wiedemanns Vorschlag auch nicht für alle Zeiten abgelehnt, stellt Kaufmann klar: „Im Moment ist es keine Option, aber vielleicht irgendwann in den kommenden Jahren, wenn die Temperatur es hergibt.“ Unter den Standbetreibern hat Walter Wiedemann nach eigener Aussage seine Mitstreiter, einige lehnen seine Idee aber auch ab. „Bier und Weihnachten, das passt nicht zusammen“, findet Friedrich Müller-Ebert, der einen Glühweinstand betreibt. „Der Christkindlesmarkt ist keine Volksfestveranstaltung.“ Er verweist außerdem auf die 500-jährige Tradition des Marktes.

Die Besucher des Christkindlesmarktes sind sich in der Streitfrage ebenfalls nicht einig. „Bier auf dem Weihnachtsmarkt ist doch eine gute Idee“, meint Sandra Walter: „Gerade, wenn die Temperaturen etwas milder sind.“

Ganz anderer Meinung ist da Markus Dail. Er kommt aus Bonn, dort gibt es Bier auf dem Weihnachtsmarkt zu kaufen.„Das wird aber kaum genutzt, die Leute bleiben beim Glühwein“ , meint er. „Bier gehört in die Gastronomie, nicht auf den Weihnachtsmarkt. Man sollte den angestammten Händlern auch ihre Chance auf Umsatz geben.“

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Die Diskussion ist geschlossen.

14.12.2016

Schwarzbier wird teilweise auch unter der Bezeichnung Winterbier verkauft. Ich verstehe das Theater um den Bierverkauf daher nicht. Niemand will schließlich Osterhasen auf dem Christkindlesmarkt verkaufen.

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