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27.02.2015

Sie schleusten hunderte Afrikaner

Bande aus Rumänien steht nun vor Gericht

Die Flüchtlingsdramen, die sich im Mittelmeer vor der italienischen Küste abspielen, schaffen es bis in die Abendnachrichten. Weniger im Fokus stehen die Flüchtlinge, die auf dem Landweg versuchen, in ein EU-Land zu kommen. Die Autobahnen an der Grenze zu Österreich, die A8 von Salzburg, und die A93 aus Innsbruck gehören zu den Hauptrouten von Schleuserbanden. Im Vorjahr hat die Bundespolizei in diesem Grenzbereich 9400 Flüchtlinge aufgegriffen.

Einige Schleuser konnte die Bundespolizei vorigen Sommer festnehmen. So hat gestern vor dem Landgericht ein Prozess gegen fünf Rumänen begonnen. Die 32 bis 55 Jahre alten Männer sollen zu einer Bande gehören, die aus Italien regelmäßig Flüchtlinge nach Deutschland schleust. Die Staatsanwaltschaft beschuldigt die Angeklagten, im Juli in nur drei Wochen 100 Afrikaner in verschiedene deutsche Städte gebracht zu haben. Der Hauptbahnhof Augsburg war laut Anklage ein von den Tätern oft angesteuertes Ziel. Zwischen acht und elf Afrikaner, die für die Fahrt 400 bis 900 Euro zahlten, saßen in dem VW-Transporter. Er traf entweder in den Abend- oder Morgenstunden ein.

Die Täter gingen umsichtig vor. Dem Fahrzeug mit den Flüchtlingen fuhr stets ein zweiter Pkw voraus. Aufgabe seines Fahrers war es, vor der Polizei über Handy zu warnen – was am 25. Juli misslang. Gegen vier Uhr morgens versuchte eine Streife der Bundespolizei vergeblich, den VW-Transporter auf der Inntal-Autobahn zu kontrollieren. Es kam zu einer Verfolgungsjagd, die an der Autobahnausfahrt Rosenheim endete. Das Fluchtfahrzeug kollidierte mit einem Straßenschild und blieb auf dem Grünstreifen liegen. Sein Fahrer flüchtete und ließ, leicht verletzt, neun Afrikaner zurück. Der 37-Jährige konnte später verhaftet werden und sitzt jetzt mit auf der Anklagebank.

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