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Augsburg

28.01.2019

So kämpfen die Veranstalter der afa um ihre Messe

Zuletzt konnte die afa nur an den Wochenenden volle Hallen aufweisen. Eine verkürzte Laufzeit und ein neues Konzept sollend das ändern.
Bild: Silvio Wyszengrad

Nach dem Besuchereinbruch 2018 geht die afa mit neuem Konzept am 30. Januar an den Start. Die Macher hoffen auf einen Erfolg. Aber was, wenn nicht?

Es sind jetzt noch zwei Tage, dann startet die 70. Auflage der afa. Vieles ist neu, insbesondere auch der Termin. Sind sie als Veranstalter schon aufgeregt, wie alles werden wird?

Henning Könicke: Eigentlich sind wir vor jeder unserer Veranstaltungen ein wenig aufgeregt, denn irgendetwas ist immer neu. Man selbst ist natürlich von seinem Konzept überzeugt, aber ob es auch den Nerv der Besucher trifft, ist immer wieder spannend.

Thilo Könicke: Irgendwie bin ich froh, wenn es jetzt dann los geht. Schließlich will man wissen, ob die neuen Ideen gut bei den hoffentlich zahlreichen Besuchern ankommen.

Da sprechen Sie einen wichtigen Punkt an. Die Besucherzahlen 2018 waren so niedrig wie kaum einmal zuvor. Ein neues Konzept soll das jetzt ändern. Was wenn es nicht klappt?

Thilo Könicke: Der Erfolg misst sich nicht nur an Besucherzahlen. Es wird sicher nicht so sein, dass wir, sollten die Besucherzahlen wider erwarten deutlich hinter unseren Erwartungen zurückbleiben, nach der afa 2019 entscheiden, dass es die Messe nicht mehr geben wird. Ich sage ihnen auch warum. Eine Messe braucht Zeit, um sich entwickeln zu können. Dabei ist es egal, ob es sich um eine neue Messe handelt oder um eine Veranstaltung, die überarbeitet worden ist. So ein Neustart bedeutet, dass sie neue Partner mit im Boot haben, mit denen sich während der Messe neue Ideen und Ansätze kreieren lassen, die es umzusetzen gilt. Deshalb denken wir nicht an ein mögliches Scheitern, sondern befassen uns bereits mit den Themen für 2020. Da haben wir mit der neuen Halle zwei dann auch wieder mehr Fläche, die wir belegen können.

Die afa hat in Augsburg eine lange Tradition und wurde viele Jahre lang erfolgreich von ihren beiden Vätern gestaltet. Wie hoch ist der Druck in diesem Jahr, diesem Erbe trotz schwerer Bedingungen gerecht zu werden?

Henning Könicke: Unsere beiden Väter sind nach wie vor im Hintergrund aktiv und könnten jederzeit einschreiten, wenn sie denken, die ein oder andere Entscheidung würde ihr Lebenswerk zerstören. Natürlich haben wir ihnen unsere Ideen gezeigt und gefragt, ob diese auch in unsere Philosophie passen. Sowohl mein Vater als auch mein Onkel sind aber lange genug dabei um zu wissen, dass Messen nach einer gewissen Zeit Veränderungen brauchen und Trends aufzeigen müssen.

Thilo Könicke: Die verkürzte und frühere Laufzeit war übrigens auch schon ein Ziel unserer Väter. Darüber hinaus stand auch schon vor der Durchführung der afa 2018 fest, dass das Konzept überarbeitet werden soll. Ganz neu war unser Ansinnen demnach nicht. Wir haben es nun nur eben schneller durchgezogen.

Thilo, Henning (hi. v. li.), Hermann und Heiko Könicke.
Bild: Silvio Wyszengrad

Viele andere Verbrauchermessen gibt es schon gar nicht mehr. Die afa hat überlebt und nun kämpfen sie intensiv um ihren Erhalt. Warum all die Mühe in einer Zeit des Online-Shoppings?

Thilo Könicke: Ja, die Kunden haben sich verändert, die Technik auch und es wird keine Abkehr mehr vom digitalen Einkauf geben. Davon bin ich überzeugt. Dennoch macht eine Messe wie die afa nach wie vor Sinn – und das reden wir uns auch nicht schön. Auf einer Messe können Menschen die Produkte anfassen, schmecken und riechen. Das ist ein Service, den das Internet nicht bietet. Auf der afa können sie beispielsweise Stand-up-Paddeling und viele andere Dinge ausprobieren. Das geht online auch nicht.

Henning Könicke: Dazu sind wir eng mit der Region verwurzelt und unser Familienunternehmen ist aus der Verbrauchermesse heraus entstanden. Wir sind mit Leib und Seele dabei.

Lohnt sich dieser Einsatz auch finanziell?

Thilo Könicke: Unser Ziel ist es, dass die afa einmal eine schwarze Null schreibt. Bis dahin sehen wir das Gesamtkonzept. Wir haben einige Messen im Angebot und alle zusammen müssen für uns ein wirtschaftlich rundes Gesamtbild geben. Die afa hat nicht die Aufgabe dafür zu sorgen, dass wir reich werden und unseren Lebensabend in der Karibik verbringen können. Sie dient dazu Kontakte zu knüpfen, Konzepte zu kreieren und den Besuchern eine Messe zu ermöglichen, auf der sie Trends kennen lernen, dem Alltag für kurze Zeit entfliehen und sich wohl fühlen können

Worauf freuen sie beide sich denn bei der afa 2019 ganz besonders?

Henning Könicke: Ich freue mich auf die Länderschau „Amerika in Augsburg“ bei der Beispiele amerikanischer Lebenskultur in Augsburg gezeigt wird. Mit den Vereinen „Amerika in Augsburg“ und „American Car Friends Augsburg“.

Thilo Könicke: Ich bin besonders auf das Angebot unseres Partners Heimatrausch gespannt, wo man im Indoor-Pool unter anderem Stand-Up-Paddeling ausprobieren kann.

Was erwartet den afa-Besucher in diesem Jahr noch?

Henning Könicke: Man könnte sagen, der Besucher kann seine alte Liebe afa neu entdecken. Es wird traditionelle Angebote geben, die zu einer Verbrauchermesse einfach dazugehören und bei einer solchen Veranstaltung erwartet werden. Dazu gibt es aber ein vielfältiges neues Angebot rund um die Themen Garten, Klettern, Touristik oder Grillen. Es gibt viele Mitmach- und Erlebnisangebote.

Thilo Könicke: Eine Fachmesse hat das Ziel, dem Besucher den Trend von morgen zu zeigen. Die Verbrauchermesse afa soll dem Gast helfen, sein Jahr 2019 zu planen. Er kann sich Ideen für den Garten holen, der im Frühjahr neu gestaltet werden soll, ein E-Bike testen, das er vielleicht gerne für den Sommer anschaffen möchte oder einen Urlaub planen, der im Herbst in Angriff genommen werden soll.

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