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Augsburg

02.07.2019

Stadtjugendring: Das Modular-Festival ist das Aushängeschild

An den drei Tagen besuchten knapp 28.000 junge Menschen und Junggebliebene das Modular-Festival. Es fand erstmals auf dem Oberhauser Gaswerkareal statt.
Bild: Silvio Wyszengrad

Auf der Vollversammlung sind die Finanzen des Modular ein Thema - und das schlechte Wetter am Samstag. Für Ausfälle gibt es eine "Risiko-Unterstützung".

Das größte Projekt des Stadtjugendrings (SJR) ist das Jugendfestival Modular, das in diesem Jahr am neuen Standort am Oberhauser Gaskessel sein zehntes Jubiläum feierte. Das Festival, das als Plattform der jungen Kulturszene mit verschiedenen Veranstaltungen in der Innenstadt begann, hat sich mit den Jahren enorm entwickelt. Mittlerweile umfasst das Budget des Jugendfestivals 1,2 Millionen Euro.

Nicht ohne Grund hatten bei der diesjährigen Frühjahrsvollversammlung des SJR Delegierte, Vorstandsmitglieder, aber auch der Rechnungsprüfer das Festival im Blick. Schließlich solle es aufgrund der Größe nicht zu einem finanziellen Risiko für den Stadtjugendring werden – gerade auch nachdem es in diesem Jahr keine ausverkaufte Veranstaltung war. „Es gab 13.429 verkaufte Tickets. Damit sind wir leicht unter dem Stand des vergangenen Jahres geblieben“, informierte Vorstandsvorsitzender Franz Schenck die rund 50 Delegierten.

Stadtjugendring: Das Modular-Festival ist das Aushängeschild
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So feiern die Modular-Besucher den letzten Tag des Festivals
Bild: Peter Fastl

Er bedankte sich bei den knapp 400 freiwilligen Helfern, die das Festival mit ihrem Einsatz ermöglichten. Wie sich allerdings der Ticketverkauf und der verregnete Samstag finanziell auf das Festival auswirken werde, könne jetzt noch nicht gesagt werden, so Schenck. Sowohl der Vorstandsvorsitzende als auch SJR-Geschäftsführer Helmut Jesske betonten, dass vom Kulturreferat eine „Risiko-Unterstützung“ zugesagt worden sei. Im vergangenen Jahr hätten die Organisatoren bereits an einigen „Stellschrauben gedreht“, um das finanzielle Risiko abzufedern. So waren im Vorfeld des diesjährigen Modular-Festivals etwa die Kosten für die Ticketpreise erhöht worden. Bei der Übersicht über das Haushaltsjahr informierte Jesske, dass das Modular 2018 mit einer „ziemlichen Punktlandung“ abgerechnet werden konnte – mit einem Minus von 36.000 Euro, das im Haushalt aufgefangen werden konnte.

Rechnungsprüfer Roberto Armellini bestätigte, dass das Festival auch seinen Kollegen Christoph Meier und ihn beschäftigt habe. Die Abrechnung des diesjährigen Festivals müsse zwar erst abgewartet werden, dennoch bedürfe es eine vorausschauende finanzielle Planung, damit auch ein Regentag kein Risiko darstelle.

Rechnungsprüfer Armellini, der das ausgeglichene Ergebnis der Jahresrechnung (5,2 Millionen Euro) bescheinigte, lobte die „solide und sauber aufgelistete“ Finanzbuchhaltung. Es konnten im vergangenen Jahr über 60.000 Euro den Rücklagen zugeführt werden, die nun auf über 275.000 Euro angewachsen sind.

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So schön war Tag 2 des Modular-Festivals
Bild: Peter Fastl

Dass der Stadtjugendring aber nicht nur mit dem Thema Modular gleichzusetzen ist, machten eine Vielzahl von Berichten und Rückblicken deutlich. So ist die politische Beteiligung Jugendlicher zu einer wichtigen Aufgabe geworden. Dabei werden junge Menschen an ihre Möglichkeiten herangeführt und konnten beispielsweise im Rahmen der U18-Wahl im Vorfeld ihre Stimme abgeben.

Vor der Europawahl vergangenen Mai machten in Augsburg 442 Jugendliche unter 18 Jahren ihr Kreuz. Stärkste Partei waren bei ihrer Wahl die Grünen mit knapp 30 Prozent. Vor der Landtagswahl 2018 gab es für die Jugendlichen die Möglichkeit, einen Schlagabtausch der Augsburger Kandidaten in der Musikkantine zu verfolgen. Fragen konnten dabei anonym per Whatsapp gestellt werden. 100 Jugendliche nahmen an der Veranstaltung in der Kantine teil, 800 Interessierte verfolgten die Talkshow via Livestream auf Facebook.

Neben dem Engagement in den Jugendhäusern, der Jugendsozialarbeit an Schulen und dem Fanprojekt konnte im vergangenen Jahr der Bereich Streetwork ausgebaut werden. Innerhalb des SJR wird derzeit an einem neuen Leitbild gearbeitet. Es wurden außerdem dank eines Zuschusses der Stadt neue Spielgeräte angeschafft, die verliehen werden können.

Der neue Vorstand des Stadtjugendrings

Der Stadtjugendring hat einen neuen ehrenamtlichen Vorstand. Jonas Riegel von der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG) wurde zum neuen Vorsitzenden an die Spitze des drittgrößten Jugendrings in Bayern gewählt. Jonas Riegel folgt damit auf Franz Schenck (Evangelische Jugend), der den Vorsitz seit 2015 innehatte. Schenck bedankte sich bei seinen Vorgängern Raphael Brandmiller und Heidi Hofstetter, die ein gut strukturiertes Umfeld hinterlassen hätten auf das er habe aufbauen können. Sein Ziel sei es gewesen, Modular voranzubringen, was eine arbeitsintensive Aufgabe gewesen sei. Er bedankte sich bei den anderen Vorstandsmitgliedern, ohne die er es nicht geschafft hätte, so Schenck. Sein Nachfolger, Jonas Riegel, ist 29 Jahre alt und Teamleiter für Softwareentwicklung. Er gehört dem Vorstand seit 2017 an und war zuvor Leiter des Umweltmanagements beim Modular- Festival. Zum stellvertretenden Vorsitzenden wurde Daniel Schweiger (32, verbandlos) gewählt. Er gehört dem SJR-Vorstand seit 2014 an.

Das Team (von oben links): Vincent Bentele, Christian Fischer, Marie Rechthaler, Kilian Krumm, Frederic Schießl, Marlene Mechold, Mathias Gleich, Jonas Riegel und Daniel Schweiger.
Bild: Andreas Keilholz

Neu in den SJR-Vorstand gewählt wurden die 19-jährige Marlene Mechold von der Bayerischen Sportjugend (BSJ), der 24-jährige Christian Fischer (Evangelische Jugend) und der 29-jährige Vincent Bentele von der DGB-Jugend. Als Beisitzer wiedergewählt wurden Kilian Krumm (29) von der DGB-Jugend, Frederic Schießl (30, verbandlos), Marie Rechthaler (23) von Queerbeet Augsburg e. V. und Mathias Gleich (28) vom Bund der katholischen Jugend Augsburg Stadt (BDKJ).

In seiner zweijährigen Amtszeit möchte sich der neu gewählte Vorstand den Themen Jugendpartizipation, bezahlbarer Wohnraum, Digitalisierung in der Jugendarbeit, Leitbildentwicklung sowie der Sicherung des Modular-Festivals und dem Ausbau der Öffentlichkeitsarbeit widmen.

Lesen Sie dazu auch: So fällt die Bilanz des ersten Modular-Festivals am Gaskessel aus


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