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Augsburg

22.06.2013

Streit zwischen Fußgängerin und Radler: Am Eisenzaun aufgespießt

Eine Fußgängerin schubste am Kö einen Radler. Eine Spitze durchbohrte seine Hand.

Fußgänger und Radler sind nicht immer dicke Freunde, vor allem, wenn sie auf dem selben Weg unterwegs sind. Ein zufälliges Aufeinandertreffen zwischen einem Radfahrer, 58, und einer fünfköpfigen Familie auf dem Fußweg der Konrad-Adenauer-Allee hatte ungeahnte Folgen, mit denen sich nun sogar ein Schöffengericht unter Vorsitz von Christoph Dössinger beschäftigen musste.

Wegen der Großbaustelle in der City benutzen viele Radler, die vom Kö in südlicher Richtung unterwegs sind, den mehrere Meter breiten Gehweg der Adenauer-Allee. So im August 2012 auch ein Bäckermeister. Nahe der Litfaßsäule radelte er von hinten auf ein Ehepaar zu, das mit seinen drei Kindern zu Fuß unterwegs war. Dass es damals zu einem heftigen Disput zwischen der Mutter, 45, die nun auf der Anklagebank sitzt, und dem Radler gekommen war, ist unstrittig. Was dann folgte eben nicht.

Der Radler behauptete im Zeugenstand, er habe zunächst zweimal geklingelt. Die Frau habe sich umgedreht, sei auf ihn zugekommen und habe ihn mit beiden Händen gegen die Brust gestoßen. „Ich kam nach links ins Trudeln und fiel gegen den Zaun.“

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Unglücklicherweise bohrte sich dabei eine der scharfen Spitzen des eisernen Zierzaunes mitten durch den linken Handballen. Dabei wurden Nerven und das Daumengelenk verletzt.

Dass er den Daumen seitdem nur mehr eingeschränkt bewegen kann, führt der Bäckermeister auf den Vorfall zurück.

Die Fußgängerin, deshalb angeklagt wegen schwerer Körperverletzung (Mindeststrafe ein Jahr), wies die Vorwürfe vehement zurück. Der Radler habe sich vielmehr „durchmogeln“ wollen und sei selbst in den Zaun gefahren.

Das Gericht hörte zu den Folgen des Vorfalls allein vier Ärzte als Zeugen. Wichtigstes Ergebnis: Ein Orthopäde und Unfallchirurg sagte, die Gelenkverletzung sei allein nicht durch den Stich mit der Zaunspitze zu erklären.

Das Schöffengericht war am Ende der Überzeugung, dass die Fußgängerin den Radler gestoßen hat. Aber: Die Einschränkung für den rechtshändigen Bäckermeister durch den verletzten linken Daumen sei nicht so schwerwiegend, dass der Tatbestand der schweren Körperverletzung erfüllt sei.

Deshalb wurde die Frau „nur“ wegen vorsätzlicher Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 1800 Euro (120 Tagessätze zu je 15 Euro) verurteilt. Der Schuldspruch ist nicht rechtskräftig.

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