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Augsburg

24.04.2019

"The Voice Kids": Mimi und Josi machen erst mal Urlaub

Die Augsburger Schwestern Mimi (links) und Josefin haben die Fernseh-Castingshow „The Voice Kids“ gewonnen. Jetzt soll erst einmal wieder Ruhe in ihren Alltag einkehren.
Bild: Annette Zoepf

Plus Die Augsburger Schwestern haben die Casting-Show „The Voice Kids“ gewonnen und müssen nun entscheiden, wie es weitergeht. Vorher haben sie andere Ziele.

Sie sehen geschafft, aber glücklich aus: Die Augsburger Schwestern Mimi, 15, und Josefin, 13, haben am Sonntag das Finale der TV-Castingshow „The Voice Kids“ gewonnen. Einen Tag später sind sie wieder zurück in Augsburg – und können ihr Glück kaum fassen: „Wir verstehen es immer noch nicht. Es ist wie eine komplett irreale Welt für uns“, sagt Josefin. Auch bei Mimi wirkt der Adrenalin-Schub nach: „Es fühlt sich an, als hätte ich etwas genommen“, sagt sie lachend.

Dabei wirkten die beiden in der Show am Sonntagabend absolut cool. Nur in den Minuten vor der Bekanntgabe des Siegers war ihnen die Anspannung anzusehen. Diese Wartezeit bis zur Entscheidung, sagen sie, sei auch nicht einfach gewesen: „Wir saßen nur da und haben am ganzen Körper gezittert.“ Josefin blickt zurück: „Mein Bauch hat so weh getan, als hätte sich mein Magen mehrfach gedreht.“

Mimi und Josi gewinnen "The Voice Kids": Eltern sind "extrem stolz"

Dass sie die Show gewinnen würden, dachten die beiden bis zuletzt nicht. „Der erste Song ,One’ von U2 lief ganz gut. Beim zweiten, ,Nothing compares’, haben wir einige Fehler gemacht.“ Doch Mimi und Josefin ließen sich nichts anmerken, was auch ihrem Vater Philipp Vogler gefiel: „Wir sind extrem stolz auf unsere Kinder, dass sie immer ruhig und professionell geblieben sind.“

Von ihrem ersten Auftritt an zählten Mimi und Josefin zu den Lieblingen in der Castingshow. Die Bild-Zeitung bezeichnete sie als die „Rekord-Schwestern“ und schrieb von einem „Gänsehaut-Auftritt“. Ins Finale am Sonntag gingen die beiden als Favoriten und setzten sich – als erstes Duo in der Geschichte der Show – am Ende durch.

Das Verhältnis zu ihren Konkurrenten scheint dies nicht getrübt zu haben. Am Montag erzählen Mimi und Josefin vom Fest nach der Show: „Die Nacht war kurz, wir sind erst um fünf Uhr ins Bett gekommen. Wir haben auch noch lange mit den anderen Talenten in der Hotellobby geredet.“

"The Voice Kids": Mimis und Josis Songs standen schon lange fest

Seit Januar – die ersten Runden waren bereits aufgezeichnet – wussten die Geschwister, welchen Titel sie im Finale singen würden. Die Songs seien von der Musikredaktion der Show ausgesucht worden, erzählt Philipp Vogler, der Anfang der 90er Jahre einige Zeit als Korrepetitor am Theater Augsburg arbeitete. Mimi und Josefin seien von den Titeln nicht sehr begeistert gewesen: „Sie wussten nicht, was sie damit anfangen sollen“, so Vogler. „Dann haben sie sich hingesetzt und die Songs erarbeitet.“

Philipp Vogler und seine Frau Hélène Lindqvist sind Berufsmusiker: Vogler ist unter anderem Gesangsprofessor an der Hochschule für Musik und Theater München, Lindqvist Opernsängerin. Mimis und Josefins Musikalität kommt also nicht von ungefähr, doch den größten Anteil an ihrem Erfolg haben die Kinder selbst, betont Vogler: „Wir haben versucht, uns rauszuhalten, schließlich haben wir von Popmusik keine Ahnung.“ Ihre Funktion sei eher beratend – und manchmal schlichtend. Denn so harmonisch Mimi und Josefin auf der Bühne wirken, natürlich gibt es auch zwischen diesen Schwestern mal schlechte Momente: „Es gibt keine Geschwister, die sich nicht streiten. Aber wir verstehen uns meistens ganz gut“, sagt Josefin. Und: „Wir haben oft unterschiedliche Ideen. Dann diskutieren wir, was besser ist, oder zeigen es unseren Eltern.“

Zuhause in Augsburg haben Mimi und Josefin den gesamten Dachboden des Hauses für sich. Dort stehen ein weißer Flügel, Gitarren und ein Cello. Ausreichend Platz für ihre Ballettübungen ist auch vorhanden. In ihrem Kinderzimmer hat Josefin zudem ein kleines Tonstudio aufgebaut, dort komponiert die 13-Jährige eigene Stücke und nimmt sie mit ihrer Schwester auf. Wie es nun, nach dem Erfolg in der Casting-Show, weitergeht, ist noch offen. „Ein eigenes Album wäre ein Traum für uns“, sagt Mimi. Irgendwann einmal wollen sie auch Konzerte geben, unter anderem in Augsburg. Doch nun gilt es zunächst, wieder zur Ruhe zu kommen, zurück zum Alltag.

In den kommenden Wochen müssen Mimi und Josi lernen

Die vergangenen Wochen waren anstrengend und der öffentliche Druck enorm. Deshalb fährt die Familie nun erst einmal nach Südfrankreich zu einem Bekannten. In einer Woche geht es dann wieder in die Schule. Die 15-jährige Mimi muss in den nächsten Wochen viel lernen. Sie macht im Juni ihren Realschulabschluss. Danach, so erzählt sie, möchte sie drei Jahre lang auf die Fachoberschule gehen, um das Abitur zu machen. Josefin ist ebenfalls Realschülerin, sie geht in die achte Klasse.

Dass die Schwestern im Internet wie Popstars gefeiert werden und sämtliche Rekorde brechen, was Klick- und Follower-Zahlen in sozialen Netzwerken betrifft, nehmen sie mittlerweile gelassen zur Kenntnis. „Irgendwann gewöhnt man sich an den Hype“, beschreibt Mimi. Abheben wollen sie jedoch nicht, auch soll nichts überstürzt werden. Die Schwestern suchen nicht den schnellen Erfolg. „Sie lassen erst mal alles auf sich zukommen“, sagt Hélène Lindqvist. In erster Linie müssen ihre Kinder sich ausruhen und die Geschehnisse verarbeiten – und einfach wieder Kind sein.

Aber ein Termin steht noch an: Augsburgs Oberbürgermeister Kurt Gribl hat die Schwestern zu einem kleinen Gratulationsempfang am Montag eingeladen, um sie zu ihrem Erfolg zu beglückwünschen. Er finde es ganz toll, was die beiden geleistet haben.

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