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26.03.2009

Türken führend bei Einbürgerung

Die Zahl der türkischen Staatsbürger in Deutschland geht wegen der vielen Einbürgerungen zurück, meldete das Statistische Bundesamt. Auch in Augsburg stellen Türken die größte Einbürgerungsgruppe. Hier sinkt die Zahl jedoch, ergab eine Nachfrage beim Bürgeramt.

2005 waren 40 Prozent der Eingebürgerten in Augsburg Türken, 2008 nur 26 Prozent. Trotzdem gilt der Bundestrend: 1997 waren über 17 000 türkische Staatsbürger gemeldet, jetzt sind es unter 14 000.

Cemal Bozoglu, türkischstämmiger Grünen-Politiker mit deutscher Staatsbürgerschaft, nennt Gründe: Negativ wirkte sich ihm zufolge die Diskussion in Baden-Württemberg über Gesinnungsfragen (etwa zu Homosexualität und Zwangsehe) aus. "Viele hatten dadurch den Eindruck, man will uns nicht. Daraus entstand eine Trotzhaltung."

Außerdem wird seit 2005 strenger darauf geachtet, dass Türken bei der Einbürgerung ihre frühere Staatsbürgerschaft abgeben. Das kann zu Problemen in der alten Heimat führen, etwa in Vermögensangelegenheiten. Der Glaube ist nach Bozoglus Ansicht kein Hinderungsgrund: "Viele haben das Gefühl, dass Muslime hier gut behandelt werden." Dazu habe die Islamkonferenz beigetragen. Ein Problem sei aber, dass überdurchschnittlich viele Türken arbeitslos sind. Als Hilfsempfänger können sie sich nicht einbürgern lassen. Nach Änderung des Einbürgerungsrechts 2000 waren die Zahlen sprunghaft gestiegen. Viele beantragten damals einen deutschen Pass, um ein Zeichen ihrer Integration zu setzen oder weil sie sich Vorteile bei der Arbeitssuche erhofften.

Durchschnittlich gab es seit 2004 in Augsburg je 700 Einbürgerungen, so Michael Bayer vom Bürgeramt. Türken werden gefolgt von Russen, Rumänen und Ukrainern. Eine Einbürgerung kostet laut Innenministerium 255 Euro. Außerdem müssen Antragsteller seit letztem Jahr den Einbürgerungstest absolvieren, der aber kaum eine Hürde darstellt, wie die Praxis erwiesen hat. Die Dauer des Verfahrens liegt laut Bayer zwischen drei Monaten und mehreren Jahren.

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