1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. Über 30 Jahre lang versorgte sie die Studierenden

Universität Augsburg

14.01.2020

Über 30 Jahre lang versorgte sie die Studierenden

Barbara Kurzer leitete über sieben Jahre die Cafeteria im Mensagebäude der Universität. Sie schätzte auch den Kontakt zu den Studenten.
Bild: Annette Zoepf

Barbara Kurzer leitete bis zuletzt die Cafeteria an der Uni Augsburg. Was sie in den vielen Jahren erlebt und was sich verändert hat.

An ihrem letzten Tag flossen Abschiedstränen. Über 30 Jahre lang hat Barbara Kurzer Augsburger Studenten und Lehrkräfte mit Speisen und Getränken versorgt. Unlängst ging die Frau, die zuletzt die Cafeteria der Universität leitete, in den Ruhestand. Kurzer hat an der Hochschule und an der Uni viel erlebt. Auch, wie sich die Ansprüche im Lauf der Zeit verändert haben.

Sie schätzte den Kontakt zu Augsburger Studenten

Sie werde nicht nur ihre Arbeitskolleginnen vermissen, sondern auch die Studenten, sagt die 63 Jahre alte Frau mit dem freundlichen Gesicht. „Wenn man viel mit jungen Menschen zu tun hat, bleibt man selbst jung im Kopf.“ Als Küchenhilfe hatte Kurzer 1984 begonnen, da befand sich die Uni-Gastro noch in der Memminger Straße. Damals lernte sie von einer italienischen Kollegin, wie man eine Lasagne richtig lecker zubereitet. „Das war das Lieblingsgericht der Studenten.“ Sechs Jahre später wechselte sie an die damalige Fachhochschule und leitete dort die Cafeteria. Vor allem der persönliche Kontakt zu den Studenten habe ihr gefallen. „Wenn jemand eine Prüfung versemmelt hatte, habe ich ihn oder sie getröstet. Bei Erfolgen trank man mit den Studenten auch mal ein Glas Sekt, zu Weihnachten bekam ich Pralinen.“

Diese Nähe hat die Frau, die in der einstigen DDR zur Beiköchin ausgebildet worden war, immer geschätzt. Als Leiterin der Cafeteria im Mensagebäude der Universität ab 2012 hatte es Kurzer dann mit mehr Studierenden zu tun. Für Persönliches blieb nicht mehr unbedingt die Zeit. Zudem habe sich im Lauf der Jahre auch einiges verändert, wie sie beobachtet hat. „Die Studenten haben heute nicht mehr so viel Zeit wie früher. Viele tragen außerdem die Kopfhörer im Ohr. Da gibt es höchstens ein Kopfnicken“, sagt Barbara Kurzer. Auf die jungen Frauen und Männer lässt sie aber nichts kommen. „Sie waren immer höflich. Da gibt es gar nichts.“ Einmal allerdings hatte sie ein etwas gruseliges Erlebnis.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Schwarz gekleideten Mann an der Uni Augsburg fand sie seltsam

Es war 2018, als bei ihr in der Cafeteria plötzlich ein schwarz gekleideter Mann stand. Der Unbekannte hatte in diesem Herbst an der Universität für einige Aufregung gesorgt. Der „schwarze Mann“, wie er genannt wurde, tauchte zu der Zeit immer wieder auf dem Campus auf. Er ging in Gebäude und erschien auf Veranstaltungen. „Er stellte sich vor die Studenten hin und sagte aber nichts“, erinnert sie sich an den Vorfall. Ihr Chef riet ihr am Telefon, zwei Köche zu Hilfe zu holen. „Doch dann verschwand er wieder.“ Was den Unbekannten umtrieb, weiß man nicht. Eines Tages kam er einfach nicht mehr.

Zurück zu den Veränderungen, die Kurzer in ihrem Berufsleben beobachtet hat. Mehr Geld gäben die Studenten heute fürs Essen aus. Früher brachten sie selbstbelegte Brote mit an die Universität. Auch sei die Auswahl an Speisen vielfältiger geworden.

Bei Barbara Kurzer gab es nicht nur Wurstsemmeln, sondern ein buntes Angebot von Lachsbagel über vegane Salate, Obstsalate bis hin zu Kuchen und Muffins. „Mein Reich hier hat mir sehr gut gefallen“, sagt sie. Jetzt freut sich die frischgebackene Rentnerin, ausschlafen zu können. Die Zeiten, in denen morgens um sieben schon die ersten Studenten zu ihr kamen, sind vorbei.

Lesen Sie auch: Das Feuer im Gögginger Studentenwohnheim vergisst er nie

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren