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Kettershausen

23.11.2017

Umweltschutz mit Spaten und Schaufel

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2 Bilder
Die Kettershausener Grundschüler beobachten, wie Umweltschutztechniker Matthias Roscher einen Birnbaum in dem neuen Biotop am Schleipfbach pflanzt. Danach waren sie selbst an der Reihe.
Bild: Franziska Wolfinger

In der Kettershausener Schwende entstehen Lebensräume für Insekten, Amphibien, Niederwild und Vögel. Auch die Grundschüler des Ortes helfen mit und pflanzen Sträucher.

Gespannt beobachten die Kinder, wie das mit dem Baumpflanzen funktioniert. Umweltschutztechniker und Jäger Matthias Roscher macht es mit einem rund zwei Meter großen Apfelbaum vor. Dann schnappen sich die Kettershauser Grundschüler kleinere Sträucher und stecken sie in die vorbereiteten Pflanzlöcher und füllen diese mit Erde auf, die sie vorsichtig fest treten.

Die Kinder aus der dritten und vierten Klasse helfen mit, dass in der Kettershausener Schwende geeigneter Lebensraum für viele Wildtiere entsteht. Insekten, Vögel, Amphibien und Niederwild, zu dem etwa Feldhasen und Füchse gehören, sollen dort zukünftig einen Lebensraum und Brutmöglichkeiten finden. Auch drei Tümpel gibt es dort, die vom vorbeifließenden Schleipfbach gespeist werden. Die Kettershausener Schwende war bisher mit allerlei Baum- und Strauchwildwuchs durchzogen. 2016 pachtete der Kettershausener Jagdpächter Karl Holzinger das Gelände, das inmitten von landwirtschaftlichen Nutzflächen liegt. Ein Biotop an dieser Stelle ist ein willkommener Rückzugsort für verschiedene Tierarten. Holzinger erklärt, auf dem Gelände entstehe eine Obststreuwiese, mit vielen heimischen Arten, die zu verschiedenen Zeiten blühen und reife Früchte tragen. Ein Biotop anzulegen ist für ihn eine Herzensangelegenheit. Ihm mache es Spaß, die Pflanzen wachsen zu sehen und auch gegen das Insektensterben wolle er vorgehen.

Der achtjährigen Anna gefällt die Aktion. Sie wolle das Biotop mal wieder besuchen. „In ein paar Monaten dann. Ich will schon schauen, wie das dann aussieht, wenn die Sträucher ein bisschen gewachsen sind.“ Auch ihre Freundinnen Franziska und Emely sind begeistert. In der Schule haben sie schon ein bisschen was gelernt über Büsche und Hecken. Jetzt wissen sie auch, auf was es beim Pflanzen ankommt. Anna erklärt: „Man braucht ein Gitter um die Wurzeln, damit die Mäuse die nicht anfressen.“

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Die Bäume und Sträucher, die die Grundschüler pflanzen, wurden mit Bedacht ausgewählt. Roscher deutet auf die umliegenden Felder. Dort hinten auf dem Acker wachse Raps. Jetzt sei er schön grün, nächstes Jahr irgendwann werde er leuchtend gelb sein, leckere Nahrung für Bienen. „Aber nur für etwa zehn Tage“, sagt Roscher. Dann sei der Raps verblüht. Im Biotop werden die Insekten aber vom Frühjahr bis zum Herbst Blüten vorfinden, und damit auch etwas zu Essen. Auch Vögel sollen in der Schwende Futter finden. So haben die Kinder zum Beispiel einen roten Hartriegel gepflanzt. Amseln und Meisen zum Beispiel fänden diese Beeren richtig lecker, sagt Roscher. Außerdem haben die Kinder ein Pfaffenhütchen gepflanzt. Laut Roscher ist diese Pflanze ganz leicht an ihren vier Rindenstreifen zu erkennen. Außerdem fühlen sich die Zweige eher viereckig als rund an.

Für die Grundschüler gab es nach der vielen Arbeit und den spannenden neuen Eindrücken noch heißen Punsch und Würstchen, die sie am Stock im Lagerfeuer selbst grillen durften.

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