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Augsburg

14.11.2019

Unliebsame Überraschung bei Umbau des ehemaligen Stadtarchivs

Im alten Stadtarchiv laufen die Umbauarbeiten.
Bild: Silvio Wyszengrad

Plus Der Verkauf des Stadtarchivs in der Fuggerstraße war heftig umstritten. Was der neue Besitzer, Klassik-Radio-Chef Ulrich Kubak, jetzt alles plant.

Im ehemaligen Stadtarchiv an der Fuggerstraße hat der Umbau begonnen. Das denkmalgeschützte Haus wird zum neuen Firmensitz der Klassik Radio AG. Deren Vorstandschef Ulrich Kubak hatte das Gebäude im Dezember vor zwei Jahren für 2,7 Millionen Euro von der Stadt Augsburg gekauft. Ende 2020 will er mit rund 80 Mitarbeitern dort einziehen.

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Statisches Problem im ehemaligen Augsburger Stadtarchiv

Die vergangenen Monate hat Kubak genutzt, um eine Bestandsaufnahme machen zu lassen. Eingebunden war der Denkmalschutz, der ein gewichtiges Wort mitzureden hat. Bei den Untersuchungen fanden die Experten unter anderem eine Nische, in der noch die Originalfarbe von 1885, dem Baujahr, erhalten ist. „Solche Details möchte ich im Rahmen der Sanierung erhalten“, sagt Kubak. Es gab jedoch auch unliebsame Überraschungen: „Wir haben im Haus ein großes statisches Problem, was anfangs so nicht klar war“, so der Medienunternehmer.

So ließ die Stadt in den 50er Jahren offenbar mehrere Mauerdurchbrüche machen, um die Schwerlastregale für das Stadtarchiv unterzubringen. Laut Auskunft der Statiker hätten sich diese Umbauten negativ auf die Statik ausgewirkt. „Im Zusammenspiel mit der Tatsache, dass es im Gebäude einen erheblichen Sanierungsstau gab, ist dieses Problem nun nur mit einem erheblichen finanziellen Mehraufwand zu beheben“, so Kubak. Was er auch sagt: „Es war allerhöchste Eisenbahn, das Gebäude zu sanieren.“

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Transaktion war im Augsburger Stadtrat umstritten

Als Kubak das ehemalige Stadtarchiv vor zwei Jahren kaufte, war die Transaktion im Stadtrat umstritten: Die Opposition warf der Stadtregierung vor, „Tafelsilber“ zu verscherbeln, anstatt die Immobilie in ihrem Besitz zu halten. Wegen des Verkaufs an Kubak musste zudem die Schneiderei des Theaters wieder ausziehen. Sie hätte während der Sanierung des Großen Hauses eigentlich für mehrere Jahre dort untergebracht bleiben sollen. Die Stadt, kritisierte die Ausschussgemeinschaft von Freien Wählern, Linken, ÖDP und Polit-WG damals, würde durch den Verkauf eher draufzahlen. Schließlich habe allein der erneute Umzug der Schneiderei 2,3 Millionen Euro gekostet.

Ein Grund für den Verkauf des Gebäudes dürfte damals tatsächlich das Geld gewesen sein – allerdings nicht die Einnahmen durch den Verkauf, sondern die Ausgaben, die sich die Stadt dadurch für die Sanierung sparte. Aufgrund der finanziell prekären Lage Augsburgs wäre das Stadtarchiv wohl über viele Jahre hinweg unsaniert geblieben.

Kubak bezweifelt nach heutigem Stand der Dinge sogar, dass die Schneiderei wirklich bis zur Wiedereröffnung des Großen Hauses im Stadtarchiv hätte bleiben können. Finanzreferentin Eva Weber konterte die Kritik damals vehement. Es sei beim Verkauf nicht nur ums Geld gegangen, sondern auch darum, ein positives Signal für die Entwicklung der Innenstadt zu setzen.

Kubak hat große Pläne. Er will das Haus wieder zu dem prächtigen Stadtpalais machen, das es einst war. Die 60 Mitarbeiter, die derzeit noch im Hotelturm untergebracht sind, werden ebenso an die Fuggerstraße umziehen wie weitere 20 Mitarbeiter aus der Hamburger Dependance von Klassik Radio. Ein Stück weit soll das Haus künftig auch geöffnet werden – für kleinere Konzerte etwa oder für Begegnungen mit Künstlern wie Jonas Kaufmann oder Rolando Villazon.

Lesen Sie dazu den Kommentar: Die Fuggerstraße bleibt eine Baustelle

Lesen Sie dazu auch: Stadtarchiv: Ein markantes Gebäude und seine Geschichte

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