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Augsburg

21.07.2016

Unter der Decke der Dominikanerkirche

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Ein Blick vom Gerüst ins Schiff der Dominikanerkirche: Auf der rechten Seite des aufgerissenen Bodens sieht man die freigelegten Gewölbe der Grüfte, die unter dem Boden verborgen sind. Sie sind teils beschädigt. Weil der Boden nicht mehr belastbar war, musste das Römische Museum Ende 2012 ausziehen. 

Im ehemaligen Römischen Museum laufen die Untersuchungen zur Sanierung weiter. Ein 14 Meter hohes Gerüst erlaubt den Restauratoren einen Blick auf Stuck und Fresken.

Knapp vier Jahre ist es inzwischen her, dass das Römische Museum aufgrund statischer Probleme aus der Dominikanerkirche ausziehen musste. Noch immer laufen die Untersuchungen, wie das 1802 säkularisierte Denkmal saniert werden kann. Nachdem die Archäologen den Boden samt der dortigen Grüfte unter die Lupe genommen haben, wurde vor einigen Tagen ein 14 Meter hohes Gerüst im früheren Kirchenschiff aufgestellt. So soll festgestellt werden, wie sanierungsbedürftig das Gebäude oberhalb des Bodens ist. „Es gibt beispielsweise Risse über den Fensterbögen. Die können notwendig sein, damit das Mauerwerk arbeiten kann, aber sie können auch ein Hinweis auf statische Probleme sein“, sagt Christian Stachulla vom Hochbauamt.

Werden größere Restaurierungen nötig sein?

Bis zum Herbst werden Restauratoren vom Gerüst aus den Zustand der Mauern, Säulen, Fresken und Stuckaturen begutachten. Im günstigsten Fall müssen Decke und Wände nur gereinigt werden, denn allein durch das Aufreißen der Bodenplatte wurde viel Staub aufgewirbelt. Es kann aber auch sein, dass größere Restaurierungen notwendig sind. Von 7,5 Millionen Euro Sanierungskosten ging die Stadt in einer ersten Schätzung aus, doch genauere Erkenntnisse erhofft man sich von den Untersuchungen in schwindelnder Höhe. Bis Herbst sollen Ergebnisse vorliegen.

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Die Geschichte des Hauses kann man hier lesen wie in einem Buch

Restaurator Thomas Schwarz kennt das Gebäude inzwischen wie seine Westentasche. Überall finden sich Zeugnisse der Geschichte der Kirche, deren Vorgängerbau im 13. Jahrhundert entstand, die ab 1513 als gotischer Bau neu errichtet wurde und 1723 barockisiert wurde. Was in historischen Aufzeichnungen beschrieben ist, lässt sich auch an der Zahl der Putzschichten feststellen. „Man kann aus solchen Sachen die Geschichte eines Gebäudes lesen wie in einem Buch“, sagt Schwarz. Die Deckenfresken sind – von unten nicht sichtbar – von einem feinen Gitternetz durchzogen. Die Maler nutzten es als Orientierung, um die am Boden auf Papier erstellten Skizzen auf die Decke durchzupausen.

Und erst aus 14 Metern Höhe lassen sich die Grüfte im Boden der Kirche erkennen, die den Auszug des Museums nötig machten. Sie brachen aufgrund der Last mancher Ausstellungsstücke ein.

Wann es in der Kirche mit dem Betrieb des Römischen Museums, das interimsweise ins Zeughaus umgezogen ist, weitergeht, ist unklar. Fest steht, dass die Kirche als Denkmal saniert werden muss, wobei dafür Zuschüsse denkbar sind. Formal beschlossen ist noch nichts.

Nach derzeitigem Stand soll die Kirche 2020 fertig saniert sein. Ein Datum für den nebenan zu errichtenden Museumsneubau fürs Römische Museum (die Kirche soll nur für Sonderausstellungen genutzt werden) ist – nicht zuletzt aufgrund der finanziellen Belastungen durch die Theatersanierung – weiter ungewiss.

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