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Experten-Interview

28.04.2015

Von Fremden angesprochen: So reagiert Ihr Kind richtig

Gewalt gegen Kinder verhindern, ist das Ziel von Präventionsangeboten.
Bild: : www.polizei-beratung.de

Immer wieder werden Kinder von Fremden angesprochen. Und nicht immer stecken gute Absichten dahinter. Aber wie sollten sich die Kleinen in einer solche Situation richtig verhalten?

In Augsburg sollen in zwei Fällen Kinder aus Autos heraus angesprochen worden sein. Die Polizei konnte zwar bisher trotz intensiver Ermittlungen keine konkreten Hinweise finden, bleibt jedoch an den Fällen dran. Eltern stellen sich nun die Frage, wie sich ihre Kinder in solchen Situationen verhalten sollen. Wir haben mit Hermann Beck, dem ersten Vorsitzenden des Budo Club Augsburg, gesprochen. Der Verein bietet "Sag-Nein-Kurse" für Kinder an und gibt wertvolle Tipps, was die Kleinen im Fall der Fälle tun sollten.

Herr Beck, immer wieder hören wir, dass Kinder von Fremden angesprochen und belästigt werden. Welche Situationen kommen ihrer Erfahrung nach am häufigsten vor?

Beck: Das kann im Grunde überall im öffentlichen Bereich passieren. Im speziellen nutzen die Täter Spielplätze, Orte vor Kindergärten und Schulen, den Schulweg aber auch in Bädern gehen sie auf ihre Opfer zu. Nicht vergessen darf man den familiären Bereich, wo es vielen Meldungen zufolge auch immer wieder zu Übergriffen kommt.

Wie gehen die Täter vor?

Beck: In der Regel versuchen sie auf verschiedene Arten das Vertrauen der Kinder zu gewinnen. Sie bieten ihnen beispielsweise Geschenke an oder versprechen den Kleinen, ihnen an einem anderen Ort etwas Besonderes zu zeigen.

Wie sollte ein Kind in einem solchen Fall reagieren?

Beck: Am besten ist es, das Kind bleibt ruhig und zeigt Selbstbewusstsein. Das gelingt, indem es einfach weitergeht und auch deutlich sagt, dass es das Angebot nicht annehmen möchte. Als nächstes sollte es sich Hilfe suchen und möglichst schnell mit den Eltern über den Vorfall sprechen.

Das klingt in der Theorie sehr logisch, aber wie gelingt das einem Kind in der Praxis?

Beck: Eine hundertprozentige Garantie, dass ein Kind stets richtig handelt, gibt es leider nicht. Aber Eltern können ihre Kinder dabei unterstützen. Sie können sie auf die möglichen Gefahren hinweisen und deutlich machen, dass man weder mit Fremden mitgeht noch deren Geschenke annimmt. Eltern können vermitteln, dass es in einer solchen Situation absolut in Ordnung ist, wenn man "Nein" sagt und einfach weiter geht. Wichtig ist auch ein gutes Vertrauensverhältnis zwischen Eltern und Kindern, sodass man über Erlebtes sprechen kann.

Sie hatten vorhin gesagt, dass sich Kinder im Ernstfall Hilfe suchen sollen. Wo bekommen sie diese so schnell her?

Beck: Eltern können beispielsweise mit den Kindern den Weg zur Schule, zum Spielplatz, zum Bäcker oder dem besten Freund abgehen und sich gemeinsam nach Anlaufstellen umsehen. Vielleicht gibt es ja unterwegs ein Geschäft oder ähnliches, wo man im Ernstfall hinein- und aus der Situation herausgehen kann.  Ein weiterer Tipp: Die Kinder, wenn möglich, in kleinen Gruppen zur Schule oder dem Spielplatz laufen lassen.

Der Budo Club Augsburg bietet sogenannte "Sag-Nein-Kurse" an. Worum handelt es sich dabei?

Beck: In diesen Kursen geht es genau um diese Situationen und Verhaltensweisen die wir eben angesprochen haben. Wir arbeiten seit 15 Jahren mit einem speziell ausgearbeiteten Konzept - auch an Schulen und Kindergärten. Unsere Trainer erarbeiten unter anderem in Rollenspielen mit den Kindern verschiedene Situationen und üben das richtige Verhalten. AZ

Weitere Informationen über den Budo Club Augsburg und die "Sag-Nein-Kurse" finden Sie hier.  

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