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Günzburg

18.10.2014

Vor der Winterpause liegen die Hotelpläne auf Eis

In der Ritterburg im Legoland-Feriendorf können Gäste auch weiterhin wohnen – die Pläne für ein weiteres Hotel in dem Freizeitresort liegen jetzt erst einmal auf Eis. Dennoch soll das Feriendorf weiter wachsen.

Das Legoland will erst einmal doch kein neues Hotel bauen. Welchen Einfluss die Kunden auf diese Entscheidung hatten. Und warum das keinen Baustopp im Feriendorf bedeutet

Die Mitarbeiter bekamen die Nachricht am Freitagvormittag per Mail: Legoland legt zwei Wochen vor dem Ende der Saison 2014 sein geplantes neue Luxus-Hotel auf Eis. Wie unsere Zeitung erfahren hat, ist das Projekt zwar nicht endgültig gestorben – doch auf absehbare Zeit wird es kein Legocity-Hotel im Feriendorf geben. Dabei stand im August sogar schon der Eröffnungstermin fest: am 27. Juli 2016 sollten die ersten Besucher in die gehoben ausgestatteten Zimmer einziehen.

Pressesprecherin Stefanie Feifel sagte gegenüber der Günzburger Zeitung, woher der Sinneswandel kommt. „Wir haben das Konzept für das Hotel minimal überarbeitet und dazu nochmals eine Umfrage bei den Gästen gemacht. Dabei stellte sich heraus: Das Konzept kommt zwar gut an, aber im Vergleich zu dem bestehenden Angebot nicht in dem Maße, wie wir uns das gedacht hatten.“ Das Hotel, geplant im Stil einer Lego-Stadt, sollte 150 Zimmer mit 600 Betten bekommen, dazu eine Tiefgarage, ein Restaurant und eine Dachterrasse mit Wasserspielplatz. Der Fünf-Sterne-Komfort wäre für die Gäste nicht billig gewesen: Etwa 500 Euro hätte eine Familie die Nacht gekostet. Zum Vergleich: In einem der Ferienhäuser des Feriendorfs kommen Familien für zwei Nächte schon um 250 Euro unter, Eintrittskarten für den Feizeitpark inklusive. Die Nacht im bestehenden „Königsburg“-Hotel“ ist nur wenig teurer.

Die Pläne für das Hotel lagen Ende Juli in einer eigens anberaumten Sondersitzung des Günzburger Bauausschusses vor. Legoland hatte wie berichtet um eine schnelle Zustimmung gebeten, damit die Arbeit an dem 30 Millionen Euro teuren Bauwerk noch in diesem Jahr starten kann. Hans Aksel Pedersen war an seinem letzten Tag als Legoland-Geschäftsführer, nur wenige Stunden vor seinem Abflug an seinen neuen Arbeitsplatz in den USA, eigens in die Sitzung gekommen und hatte die Pläne vorgestellt, die sein Nachfolger Martin Kring nun auf Eis gelegt hat. „Falls wir dieses Datum verpassen, verlieren wir das bei Merlin beantragte Geld für das Hotel“, hatte Pedersen auf die Fünf-Jahres-Planungen innerhalb der Merlin Entertainments Group verwiesen. Mit Erfolg: Der Bauausschuss hatte den Plänen einhellig zugestimmt. Oberbürgermeister Gerhard Jauernig (SPD) sagte damals: „Ich denke, dass es in Bayern viele Stadträte gibt, die in diesem Moment gerne mit uns tauschen würden.“

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Der Oberbürgermeister sieht die Arbeit, die Stadtverwaltung und Politik in die Vorbereitung und Genehmigung der Pläne gesteckt haben, nicht als verloren an. „Das Projekt ist ja nicht gestorben, sondern zeitlich gestreckt worden. Was wir an Arbeit hineingesteckt haben, hat Legoland Planungssicherheit gegeben. Diese Arbeit war nicht umsonst.“ Die Stadt freue sich, wenn im Legoland gebaut werde – „die Magnetkraft, die diese Einrichtung für unsere Stadt und Region hat, wird mit jedem Projekt größer“, sagt Jauernig. „Wir hoffen auf weitere Baumaßnahmen im Umfeld des Freizeitparks, dafür läuft derzeit auch das Verfahren für die Änderung des Flächennutzungs- und Bebauungsplans.“

Für das Günzburger Legoland Resort bedeute die Abkehr von den Hotel-Plänen tatsächlich keinen Baustopp, betont Legoland-Sprecherin Feifel. „Wir arbeiten jetzt daran, die Angebote unseres bisherigen Feriendorf-Konzepts weiter auszubauen – das könnten neue Feriendorf-Häuser werden, oder auch so etwas wie unsere bestehenden Burg-Hotels.“ Denn die Nachfrage für das bestehende Angebot mit Bungalows zu verschiedenen Lego-Themen, Ritterzelten und zwei Ritterburgen kommt nach wie vor gut an, das Feriendorf sei ausgesprochen gut ausgelastet. Und das neue Hotel sei nicht gestorben, sondern bleibe Bestandteil der Planungen für die Feriendorfentwicklung – nur eben nicht bis 2016.

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