1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. Wachstum ist kein Wert an sich

Wachstum ist kein Wert an sich

Krog.jpg
Kommentar Von Stefan Krog
08.11.2019

Die schiere Zahl an Neubürgern wird die Stadt vor Probleme stellen. Doch entscheidender als die bloße Zahl ist die Frage, wer die Neubürger sein werden.

Augsburg wird aller Voraussicht nach weiter wachsen: Das sagt die Prognose der Stadt, und auch eine Prognose des Freistaats geht in eine ähnliche Richtung. In der Regel liegen die Statistiker nicht schlecht, wobei die Prognose damit steht und fällt, wie viele Wohnungen in Zukunft entstehen. Ohne Neubauten wird es keinen Zuzug geben, und ob Haunstetten-Südwest bis 2038 fertig ist, kann mit einem Fragezeichen versehen werden.

Eine entscheidende Frage, auf die die Prognose nur Antworten andeutet: Wer kommt da eigentlich (Alter, Bildung, Sprachkenntnisse)? Und was passiert, wenn das Wirtschaftswachstum einbricht?

Das wird das Zusammenleben ebenso beeinflussen wie die schiere Zahl. Immerhin: In einem Städteranking schnitt Augsburg zuletzt gut ab, weil die Stadt bei den Menschen im erwerbsfähigen Alter (Stichwort Fachkräftemangel) zulegen wird. Auch wenn die Studie des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts gute Chancen für Augsburg sieht – der Zuwachs ist auch ein Problem. Die Infrastruktur (Kindergärten, Schulen, Straßen etc.) reicht nicht mehr aus. In München, das stärker wächst, formieren sich schon Bürger, die ein Ende des Wachstums fordern. Denn die Lebensqualität steigt in großen Städten nicht zwingend – sie bieten mehr Abwechslung und Angebote, aber auch mehr Stress und längere Wege. Doch so einfach kann sich eine Stadt, selbst wenn sie es wollte, nicht gegen Wachstum wehren. Würde sie den Neubau von Wohnungen drosseln, wächst eben die Nachbarstadt, parallel gehen die Preise hoch. Der Herausforderung muss begegnet werden, indem man Wachstum gestaltet. Vor der Stadt liegen viele Herausforderungen.

Lesen Sie auch: Bis 2038 wächst Augsburg auf 325000 Bürger

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

09.11.2019

Mehr Einwohner, mehr Reisende, aber erst mal die Regendächer kürzen bei einem Tunnel von fast einer Viertel Milliarde Euro und im alten Tunnel müssen sich immer mehr Radler weiter zu den immer mehr Fußgängern quetschen.

Permalink
08.11.2019

Für mehr Menschen vergräbt Augsburg dann als "Verkehrsangebot" noch mehr Millionen unter dem Hauptbahnhof ;-)

Echter Verkehrsausbau findet in Augsburg nicht statt!

Und selbst mein 5. Klässler hat schon nach wenigen Wochen kapiert, dass Buslinien wie die Linie 35 einfach nur teuer, unpünktlich und langsam sind.

Permalink
Das könnte Sie auch interessieren