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Augsburg

18.09.2013

Wahlkabine im Klassenzimmer

Sophia Schaufler ist erst 14 Jahre alt, durfte aber trotzdem schon wählen. Die Maria-Stern-Schülerin nahm am Projekt Juniorenwahl teil. Über 1000 Jugendliche in Augsburg machten mit.
Bild: Ruth Plössel

Über 1000 Jugendliche beschäftigen sich mit Plakaten, Parteien und Programmen – und stimmen dann testweise ab

Franziska Mayer hat gerade ihren Wahlzettel eingeworfen und ist schon ganz gespannt. „Ich freue mich schon auf die Auszählung.“ Sie ist zwar noch keine 18 Jahre alt, darf aber trotzdem den neuen Bundestag „wählen“. Das ermöglicht ihr die Juniorenwahl, an der die 9. bis 12. Klassen des Gymnasiums und die zehnte Klasse der Realschule Maria Stern zum ersten Mal teilgenommen haben.

Bei dem Projekt können Schulen parallel zu Landtags- und Bundestagswahlen klassenintern eine simulierte Wahl durchführen, um mehr über den Ablauf und die politischen Hintergründe zu erfahren. „Die Demokratie lebt davon, dass man sich beteiligt. Es sind wenige Leute, die zum Wählen gehen. Dabei ist die Wahl die einfachste Möglichkeit zur Beteiligung“, meint Lehrerin Marion Maruschak, die gemeinsam mit der Fachschaft Geschichte und Sozialkunde des Gymnasiums Maria Stern die Leitung des Projekts übernommen hat.

Gleich zu Beginn des Schuljahres starteten die Vorbereitungen zur Wahl in Form von Projekttagen. Beispielsweise haben die Schülerinnen Wahlplakate analysiert. „Früher habe ich die Wahlplakate gesehen und mir keine Gedanken gemacht. Jetzt weiß ich, was hinter den Plakaten steckt und finde Politik echt interessant“, erklärt die Wahlhelferin Franziska Mayer, die die 9. Klasse des Gymnasiums besucht.

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Zur Vorbereitung haben sich einige Neuntklässlerinnen mit Hilfe des Wahlomats im Internet mit den Parteien und deren Zielen beschäftigen. Individuell können dort die Wähler herausfinden, mit welcher Partei und welchen Zielen sie am meisten übereinstimmen. Die Juniorenwahl kam bei den Schülerinnen gut an. „Man kennt jetzt den genauen Ablauf, Hintergründe, die Absicht der Parteien, Zusammenhänge, wer wählt, die Fünf-Prozent-Klausel“, zählt die 14- jährige Sophia Schaufler auf. Sie findet das Projekt sehr wichtig, denn „wir sind auch die künftigen Wähler“.

Schulleiterin Sabine Nolte-Hartmann sieht das Projekt als Chance. „Man muss den Jugendlichen, die noch nicht wählen dürfen, verdeutlichen, dass das Wählen eine Möglichkeit ist, um Bürgerrechte wahrzunehmen und mitzubestimmen.“

Auf die Wahlergebnisse müssen Franziska Mayer und ihre Mitschülerinnen allerdings noch etwas warten. Die Auswertungen finden im Laufe der Woche statt, die Ergebnisse werden allerdings erst nach der Wahl am 22. September bekannt gegeben, um mögliche Beeinflussungen zu vermeiden.

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