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Augsburg

15.03.2013

Was Papst Franziskus in Augsburg machte

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Papst Franziskus war schon mal in Augsburg.
Bild: Michael Kappeler, dpa

Die gesamte katholische Welt blickt auf den neuen Papst Franziskus. Unbemerkt von der Öffentlichkeit war der Argentinier Jorge Mario Bergoglio schon einmal in Augsburg.

In den 80er-Jahren besuchte der Jesuit seine Mitbrüder in ihrer Kommunität in der Innenstadt. Dass in seiner Heimat ungezählte Menschen die Muttergottes Maria in ihrer Darstellung als Knotenlöserin verehren, ist ebenfalls dieser Reise zu verdanken. Hoffnungsträger aus Argentinien brachte Postkarten des Bildes, das in der Kirche St. Peter am Perlach hängt, in seine Heimat. Meinung zum neuen Papst

Dort entfachte Maria eine solche Begeisterung unter den Gläubigen, dass die Argentinier die Erlaubnis einholten, eine Kopie des Bildes anfertigen zu dürfen. Es wurde berühmt, heute beten in ganz Südamerika Gläubige diese Muttergottes an.

Die knotenlösende Maria

„Hier in Argentinien ist die knotenlösende Maria dank Bergoglio sehr populär“, bestätigt Christl Huber. Die 57-jährige Religionspädagogin lebt in einem Vorort von Buenos Aires. Am Mittwoch war sie gerade in der argentinischen Hauptstadt unterwegs, als die Kirchenglocken zu läuten anfingen. „Da dachte ich mir schon, dass es einen Papst gibt, wäre aber nie darauf gekommen, dass es sich um unseren Erzbischof handelt.“ Bald darauf erfuhr Huber, die unter anderem in Göggingen und Lechhausen gearbeitet hat, von Bergoglios Wahl. „Ich war platt.“

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Volksnahe und bescheidene Art

Wie die Argentinier ihren Papst feierten, erlebte die gebürtige Rieserin allerdings nicht auf den Straßen der Hauptstadt, sondern zu Hause vor dem Fernseher. „Seine Landsleute sind sehr stolz auf ihn.“ Huber selbst hat den neuen Papst mehrmals in Gottesdiensten erlebt. Sie schätzt seine „volksnahe, bescheidene Art und sein Interesse für Randgruppen“. „Meine große Hoffnung ist, dass sich mit ihm in der Kirche zum Positiven bewegt.“

„Glücklich“ über den ersten lateinamerikanischen Papst zeigt sich auch Pfarrer Anton Schmid. Besonders groß ist seine Freude, weil sich Bergoglio den Namen Franziskus gegeben hat. Franz von Assisi ist auch der Patron von Schmids Kirche im Stadtteil Firnhaberau. Franziskus: Sein erster Tag als Papst „Der Name ist Programm“, ist der Geistliche überzeugt. Papst Franziskus werde der Kirche ein neues Image weg von Macht und Reichtum geben. Bereits gestern Vormittag gratulierte die Pfarrei St. Franziskus ganz aktuell auf ihrer Homepage dem neuen Kirchenoberhaupt, das wohl bald auf Fotos im Gemeindezentrum zu betrachten ist.

Gottesdienst für das neue Kirchenoberhaupt im Dom

Ebenso wie Anton Schmid erlebte auch Bischof Konrad Zdarsa den ersten Auftritt des neuen Papstes vor dem Fernseher. Zuvor hatte er am Computer auf einem russischen Livestream die Geschehnisse in Rom verfolgt und gespannt auf das Aufsteigen des weißen Rauchs gewartet. „Die Kamera war die ganze Zeit auf den Kamin gerichtet. Außer Möwen war aber lange nichts zu sehen“, sagt der Bischof. Über die Wahl des Argentiniers Bergoglio ist Zdarsa erfreut.

 „Die Namenswahl Franziskus zeigt, wie wichtig ihm Demut und Barmherzigkeit sind.“ Am kommenden Sonntag um 9.30 Uhr feiert der Augsburger Bischof im Dom einen Gottesdienst zu Ehren des neuen Papstes.

Papstwahl
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Spannende Papstwahl: Franziskus ist das neue Oberhaupt
Bild: afp

Mit Bergoglio hat Herman Barbano die Herkunft gemeinsam. „Er ist unser bekanntester Kardinal“, sagt der gebürtige Argentinier, der seit vielen Jahren in Augsburg lebt. Dass die Wahl auf den 76-jährigen Erzbischof von Buenos Aires fallen würde, hätte Barbano nicht gedacht. „Er ist mir ein bisschen zu alt“, gibt er zu. Allerdings finde er es gut, dass diesmal ein Vertreter außerhalb Europas zum Zuge kam.

„Es könnte nicht besser sein“, schwärmt hingegen Francesco Dileo. So trägt der italienischstämmige Fliesenleger aus Lechhausen nicht nur denselben Vornamen wie der Papst. „Er ist ja auch noch ein halber Landsmann von mir.“ Schließlich wurde Bergoglio 1936 in Buenos Aires als Sohn italienischer Einwanderer geboren.

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